Alternative Investments

Geldanlage jenseits klassischer Finanzprodukte


Für viele Anleger gelten Aktien, Anleihen und ETFs als das Fundament der Geldanlage. Doch volatile Märkte, Inflation, Phasen niedriger Zinsen und Neugier haben das Interesse an alternativen Investments deutlich wachsen lassen. Damit sind Kapitalanlagen außerhalb der traditionellen Finanzprodukte gemeint: von Private Equity und Private Debt über Immobilien und Infrastruktur bis hin zu Rohstoffen, Sachwerten und Sammelobjekten wie Wein, Uhren oder Kunst. Sie können neue Renditechancen eröffnen, die Diversifikation verbessern und den Zugang zu besonderen Assetklassen ermöglichen, bringen aber oft auch mehr Komplexität, geringere Liquidität und Zugänglichkeit sowie teils höhere Risiken mit sich.

In diesem Ratgeber erklären wir die Grundlagen, stellen wichtige Anlageformen vor, zeigen, wie alternative Investments im Portfolio eingesetzt werden können, ordnen Chancen und Risiken ein und zeigen typische Fallstricke.

Das Wichtigste in Kürze:
Alles über Alternative Investments

  • Alternative Investments: Alternative Investments sind Geldanlagen außerhalb klassischer Finanzprodukte wie Aktien, Anleihen oder ETFs, beispielsweise Private Equity, Immobilien, Infrastruktur, Rohstoffe, Kryptowährungen oder Sammlerstücke.

  • Ziel: Ziel ist es, das Portfolio breiter aufzustellen und zusätzliche Renditechancen zu eröffnen, die oft eine geringere Korrelation zu Börsenmärkten aufweisen.

  • Anlageformen: Von Private Markets und Sachwerten bis zu Nischen wie Kryptowährungen, NFTs oder Sammlerstücke gibt es viele Varianten an Alternativen Anlagearten.

  • Risiken: Alternative Anlagen sind häufig komplex, weniger liquide und hochspekulativ. Je nach Produkt ist sogar ein Totalverlust möglich.

  • Zugang: Neben institutionellen Investoren können heute, je nach Produkt und Anlageklasse, auch Privatanleger in alternative Geldanlagen investieren. Oft auch bereits mit kleinen Summen. Vor jeder Geldanlage solltest du dir ein solides Finanzwissen angeeignet haben, was aufgrund der hohen Risiken bei Alternativen Investments besonders gilt.

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Was sind Alternative Investments?

Definition: Was sind Alternative Investments?

Alternative Investments sind Kapitalanlagen, die nicht zu den traditionellen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds oder Bankprodukten zählen. Sie stellen keine eigenständige Anlageklasse dar, sondern einen Überbegriff für verschiedene Anlageformen mit besonderen Strukturen, Ertragsprofilen und Risiken. Typischerweise hängen sie weniger stark von der Börse ab, sind häufig langfristig ausgerichtet und erschließen andere Renditequellen. Außerdem können sie die Asset Allocation, falls sie weniger Korrelationen zu anderen Anlageklassen aufweisen, als Beimischung bereichern.

In der Praxis werden alternative Investments vor allem von institutionellen Investoren genutzt, da sie in der Regel höhere Mindestanlagebeträge, einen höheren Prüfaufwand (Due Diligence), umfangreichere Reportings, Expertenwissen und ein langfristiges Management erfordern. Alternative Geldanlagen können auch Sammlerstücke (Collectibles), zum Beispiel Kunstwerke, Uhren oder Whisky sein. Ihr Wert hängt oft stark vom Zeitgeist, ihrer Seltenheit und dem ideellen Wert für die Käufer ab. Er ist damit deutlich spekulativer und schwerer kalkulierbar als der Wert klassischer Finanzprodukte.

Abgrenzung zu klassischen Finanzprodukten

Der zentrale Unterschied zu traditionellen Anlagen liegt im Rendite-Risiko-Profil. Aktien und Anleihen reagieren stark auf Zinsentwicklungen, Konjunkturzyklen und Börsentrends. Alternative Investments investieren dagegen häufig direkt in Sachwerte, Beteiligungen oder reale Projekte. Dadurch weisen sie oft weniger Korrelationen mit den klassischen Kapitalmärkten auf.

Gleichzeitig sind sie in der Regel komplexer, weniger liquide, stärker reguliert, spekulativer und schwerer zugänglich. Je nach Kapitalkonzentration können sie auch ein Klumpenrisiko darstellen.

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Welche Arten von Alternativen Investments gibt es?

Welche Arten von Alternativen Investments gibt es?

Alternative Investments umfassen alle Anlageformen, die nicht zu den klassischen Finanzprodukten wie Aktien, Anleihen, Fonds und Bankprodukten gehören. Sie reichen von professionellen Beteiligungen (Private Markets) und Sachwertanlagen (Immobilien, Infrastruktur) bis hin zu spekulativen Nischen wie Kryptowährungen oder Sammlerstücken.

Die wichtigsten Alternativen Anlageformen sind:

  • Private Markets: Private Equity, Venture Capital, Private Debt/Unternehmenskredite, P2P-Kredite
  • Immobilien (Real Estate): Direktinvestment, Immobilienfonds, REITs, Crowdinvesting
  • Infrastruktur und erneuerbare Energien: Stromnetze, Solar-/Windparks
  • Rohstoffe und Edelmetalle: Gold, Silber, Industriemetalle, Öl, Agrarrohstoffe
  • Hedgefonds und alternative Strategien: Hedgefonds, Derivate
  • Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum & Co.
  • Sachwerte und Sammlerstücke: Kunst, Non-fungible Token (NFTs), Uhren, Handtaschen, Whisky, Oldtimer, Sammelkarten
  • Fondsvehikel für Alternativen: Alternative Investmentfonds (AIF), geschlossene Fonds, teils ELTIFs

Auf diese beliebten Alternativen Anlagearten gehen wir nun näher ein.

Private Markets

Private Markets bezeichnen Investitionen außerhalb der Börse, die meist in Form von Beteiligungen oder Krediten an Unternehmen getätigt werden. Sie können hohe Renditechancen bieten, sind aber oft langfristig, komplex und nicht leicht verkäuflich.

  • Private Equity: Beteiligung an nicht börsennotierten Firmen, Gewinn oft beim späteren Verkauf.
  • Venture Capital: Frühphasen-Investments in Start-Ups mit sehr hohen Chancen, aber auch hohem Risiko.
  • Private Debt/Unternehmenskredite: Es werden Kredite an Firmen vergeben, die Erträge kommen häufig aus Zinsen.
  • P2P-Kredite: Privatpersonen verleihen Geld über Plattformen an andere Privatpersonen. Oft werden dabei Anlagebeträge zur Risikostreuung auf verschiedene Kreditnehmer aufgeteilt. Renditechancen und Risiken sind hoch. Ein Totalverlust ist immer möglich.

Viele Investments in Private Markets sind für Privatanleger außerdem nicht oder nicht ohne Weiteres zugänglich.

Immobilien (Real Estate)

Immobilien gelten als klassischer Sachwert, der Mieteinnahmen bringen kann, aber auch teuer und aufwendig sein kann. Die Rendite hängt stark von der Lage, den Zinsen, den Kosten und der Vermietbarkeit ab.

Neben Immobilien-ETFs bestehen u.a. folgende Alternative Investmentmöglichkeiten:

  • Direktinvestment: Beim Direktinvestment kauft man eine eigene Immobilie und vermietet sie, wofür man Kapital und Zeit für das Management sowie für die Verwaltung benötigt.
  • Immobilienfonds: Immobilienfonds bündeln ihre Investments, indem sie in viele verschiedene Immobilien-Objekte investieren. Das kann Risiken streuen und senken, kostet aber auch Gebühren.
  • Real Estate Investment Trusts (REITs): REITs sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, die sich leicht wie Aktien handeln lassen und über steuerliche Vorteile verfügen. Besonderheiten können u.a. bei der Ausschüttungsquote und der zeitlich versetzten, steuerlichen Nachverrechnung im Vergleich zu Aktien bestehen.
  • Crowdinvesting: Beim Crowdinvesting investieren viele Anleger über eine Plattform gemeinsam kleine Beträge in ein Projekt oder Unternehmen und erhalten dafür Zinsen oder eine Erfolgsbeteiligung. Der Einstieg ist oft leicht, doch es bestehen Totalverlustrisiko, eingeschränkte Liquidität und häufig feste Laufzeiten.

Infrastruktur und erneuerbare Energien

Infrastruktur-Investments setzen auf reale Projekte mit oft planbaren Erträgen. Gleichzeitig hängen sie stark von Regulierung, Standort und Betriebskosten ab.

Alternative Investitionen in die Infrastruktur gehen oft in:

  • Stromnetze: Stromnetze sind langfristige Infrastrukturen mit stabilen Nutzungs- und Gebührenmodellen.
  • Solar- und Windparks: Die Erträge von Solar- und Windparks resultieren aus dem Stromverkauf bzw. der Einspeisevergütung, sind jedoch wetter- und politikabhängig.
  • Verkehrsinfrastruktur: Mautstraßen und ähnliche Projekte mit Nutzungsentgelten.
  • Öffentliche Infrastruktur: Öffentliche Infrastrukturprojekte umfassen beispielsweise Krankenhäuser oder Bildungseinrichtungen.
  • Infrastrukturfonds: Infrastrukturfonds bündeln Infrastruktur-Projekte zur Diversifikation.

Beachte: Infrastruktur als Investment wirkt auf den ersten Blick solide und planbar. Aber: Eine stabile Infrastruktur ist keine Selbstverständlichkeit – Projekte können durch neue Regeln, Genehmigungsauflagen oder unerwartete Kosten schnell unrentabel werden.

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Rohstoffe und Edelmetalle

Zu dieser Kategorie zählen Edelmetalle wie Gold und Silber, Industriemetalle, Öl und Agrarrohstoffe. Rohstoffe werden meist als Beimischung zur Diversifikation eingesetzt, da sie sich oft anders entwickeln als Aktien und Anleihen. Zudem liefern sie keinen laufenden Cashflow, sondern Rendite vor allem über Preisbewegungen. In der Regel unterliegen sie spezifischen Dynamiken (z.B. Verderblichkeit bei Agrarprodukten), welche die Investmentmöglichkeiten bestimmen, wie z.B. Futures bzw. Terminkontrakte.

Beliebte alternative Geldanlagen für Rohstoffe und Edelmetalle sind:

  • Gold und Silber: Diese Edelmetalle gelten als Krisen- und Inflationsschutz, unterliegen jedoch starken Schwankungen.
  • Industriemetalle: Industriemetalle hängen stark von der Konjunktur und dem Industriebedarf ab.
  • Erdöl: Öl ist stark volatil und wird von Angebot und Nachfrage, aber auch von der Politik, beeinflusst.
  • Agrarrohstoffe: Agrarrohstoffe sind abhängig von Wetter, Ernten und globalen Preisen.

Tipp: Über Exchange Traded Commodities (ETCs) lässt sich bequem in Rohstoffe und Edelmetalle investieren. Schau dir dazu gerne unsere Ratgeber zu Edelmetalle-ETCs, Industriemetalle-ETCs, Öl-ETCs und Agrarrohstoffe-ETCs an. Vor einem Investment solltest du dir aber auch unbedingt das nötige Wissen über ETCs angeeignet und dessen Risiken verstanden haben.

Hedgefonds und alternative Strategien

Hedgefonds nutzen oft komplexe Anlagestrategien, um Renditen zu erzielen, die unabhängig von den Entwicklungen an den Aktien- und Anleihemärkten sind. Das kann helfen, das Portfolio zu diversifizieren, ist aber schwer verständlich, spekulativ und sehr risikoreich. Bis hin zum Totalverlust.

  • Hedgefonds: Hedgefonds arbeiten beispielsweise mit Long/Short-Ansätzen und versuchen, auch in fallenden Märkten Gewinne zu erzielen.
  • Derivate (Futures/Optionen): Derivate sind Instrumente zur Absicherung, Spekulation oder Hebelwirkung, können aber auch zu verstärkten Verlusten führen. Es besteht außerdem ein Emittentenrisiko, sodass dein Geld verloren ist, wenn der Derivate-Anbieter pleite geht.

Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum & Co.

Kryptowährungen sind digitale Vermögenswerte, die auf der Blockchain-Technologie basieren und in der Regel nicht von Zentralbanken ausgegeben werden. Sie können hohe Renditechancen bieten, gelten aber als sehr volatil und spekulativ.

  • Bitcoin: Der Bitcoin ist die erste und bekannteste Kryptowährung. Er schwankte stark und wird von vielen Menschen als „digitales Gold“ angesehen.
  • Ethereum: Ethereum ist eine Plattform für Smart Contracts und die Grundlage vieler Krypto-Anwendungen. Auch Ethereum ist sehr volatil.
  • Altcoins: Altcoins sind ein Sammelbegriff für alle anderen Kryptowährungen als Bitcoin. Sie sind oft noch risikoreicher als Bitcoin.
  • Stablecoins: Stablecoins sind Kryptowährungen mit Kursbindung (z.B. an den US-Dollar), die trotzdem nicht risikofrei sind. Sie beziehen sich auf bestimmte Vermögenswerte.

Sachwerte und Sammlerstücke

Sachwerte und Sammlerstücke sind greifbare (oder digitale) Objekte, die gesammelt werden, und deren Preis oft durch Seltenheit, Zustand und Trends bestimmt wird. Ihr Wert ist daher schwer kalkulierbar, äußerst spekulativ und kann stark schwanken. Zudem gibt es Risiken wie Fälschungen sowie hohe Lager- und Versicherungskosten.

Beispiele für Sachwerte und Sammlerstücke:

  • Kunst: Werke von Künstlern als Wertanlage, deren Wert stark von Reputation, Markttrend und Echtheitsnachweis abhängt.
  • NFTs (Non-fungible Tokens): Digitale Sammlerstücke auf der Blockchain, deren Wert stark spekulativ und trendgetrieben ist. Diese einzigartigen Zertifikate belegen den Besitz eines Vermögenswerts, zum Beispiel eines Kunstwerks. Sie sind „nicht austauschbar“.
  • Uhren: Luxusuhren können im Wert steigen, entscheidend sind dabei Marke, Zustand, Originalteile und Zertifikate.
  • Handtaschen: Besonders Modelle namhafter und oft traditionsreicher Hersteller sind häufig begehrt. Die Preisentwicklung wird oft durch künstliche Verknappung beeinflusst.
  • Whisky: Seltene Flaschen oder Abfüllungen von „lost distilleries” können im Wert steigen, dabei sind Lagerung und Marktzyklen zentral.
  • Oldtimer: Alte Fahrzeuge als Sachwert mit Potenzial, aber hohe Unterhalts- und Restaurationskosten. Ihr Wert basiert auch auf der Faszination von Auto-Liebhabern und Technik-Fans.
  • Sammelkarten: Sammelkarten können über die Zeit stark im Wert steigen. Der Zustand, die Verfügbarkeit und eine professionelle Bewertung sind entscheidend.

Fondsvehikel für alternative Anlagen

Viele Anleger investieren nicht direkt in alternative Anlagen, sondern über Fondsstrukturen, die mehrere Assets bündeln. Das erleichtert die Diversifikation, kann aber auch lange Laufzeiten, zusätzliche Kosten und eingeschränkte Liquidität bedeuten.

Beispiele für Fondsvehikel, die für Alternative Investments beliebt sind:

  • Alternative Investmentfonds (AIF): Fonds, die gestreut in alternative Anlageformen investieren, häufig mit langfristigem Anlagehorizont und schwer liquidierbar.
  • Geschlossene Fonds: Bei geschlossenen Fonds, die nach dem Closed-End-Prinzip funktionieren, wird nur eine begrenzte Anzahl von Anteilen bis zu einem fest definierten Fondsvolumen ausgegeben. Danach sind keine weiteren Anteile erhältlich. Im Gegensatz zu offenen Fonds werden sie nicht an der Börse gehandelt.
  • ELTIFs (European Long-Term Investment Funds): ELTIFs sind eine langfristige Geldanlage, die in Unternehmen, Infrastruktur und Immobilienprojekte investiert und das Kapital der Anleger in der Regel über viele Jahre bindet. Seit der ELTIF-2.0-Reform im Jahr 2024 sind sie für Privatanleger attraktiver geworden. Im Vergleich zu ETFs sind sie jedoch nach wie vor illiquider, komplexer und teurer. Zwar bieten sie Zugang zu renditestarken Anlageklassen, wie Private Equity (Private Markets), die vorher nur den Superreichen und institutionellen Investoren vorbehalten waren, jedoch sind auch die Kosten und Ausfallrisiken gegenüber ETFs deutlich höher.
  • Zweitmarkt: Der Zweitmarkt ist ein Handelsplatz für bestehende Fondsanteile, die oft mit Abschlägen gehandelt werden und nur begrenzt liquide sind. Bei Liquiditätsbedarf sollten Anleger, die Anteile an geschlossenen Fonds oder AIF verkaufen möchten, möglichst über große, unabhängige und seriöse Zweitmarkt-Plattformen handeln. Dort ist die Preisfindung transparenter und rechtssicherer als bei Direktangeboten, auch wenn dafür meist höhere Gebühren anfallen.
  • OGAW/UCITS-Fonds „Liquid Alternatives“: Liquid Alternatives nutzen einen breiten Mix aus Strategien, um von steigenden oder fallenden Kursen zu profitieren. Teilweise erfolgt dies mit Hebelwirkung, wodurch sich andere Renditeprofile als bei klassischen Anlagen ergeben können. Im Vergleich zu Hedgefonds unterliegen sie strengeren Regulierungen, sind transparenter und auch eine tägliche Rückgabe über die Fondsgesellschaft kann möglich sein. Dadurch sind sie für viele Privatanleger eine zugänglichere Ergänzung zu traditionellen Anlageklassen.

Chancen alternativer Investments

  • Diversifikation: Alternative Investments können das Portfolio um Anlageformen erweitern, die nur gering mit Aktien- und Anleihemärkten korrelieren. Dadurch lässt sich das Gesamtrisiko reduzieren.
  • Renditechancen: Durch Investitionen in nichttraditionelle Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur oder Sachwerte sind überdurchschnittliche Erträge möglich.
  • Inflationsschutz: Sachwerte wie Immobilien, Rohstoffe oder Infrastrukturinvestments können ihre reale Kaufkraft bei steigender Inflation eventuell besser erhalten als klassische Finanzprodukte, wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch. Das ist aber nicht garantiert.
  • Unabhängigkeit von der Börse: Viele alternative Investments entwickeln sich weitgehend unabhängig von Börsenschwankungen am Aktienmarkt und können das Portfolio in volatilen Marktphasen eventuell stabilisieren.
  • Zugang zu Wachstumsfeldern: Alternative Investments ermöglichen Investitionen in Zukunftsthemen wie Erneuerbare Energien, Infrastrukturprojekte oder Unternehmensbeteiligungen außerhalb der Börse.

Risiken alternativer Investments

  • Illiquidität: Viele alternative Investments sind langfristig gebunden und können während der Laufzeit nicht oder nur eingeschränkt verkauft werden.
  • Komplexität: Die Struktur, Bewertung und laufende Überwachung alternativer Investments ist oft deutlich komplexer als bei klassischen Wertpapieren oder Fonds.
  • Totalverlustrisiko: Insbesondere bei unternehmerischen Beteiligungen wie Private Equity oder AIFs kann im Extremfall ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals eintreten.
  • Hohe Mindestinvestitionen: Einige alternative Anlageformen erfordern hohe Mindestanlagebeträge, wodurch der Zugang für Kleinanleger eingeschränkt werden kann.
  • Bewertungsrisiko: Da viele alternative Investments nicht börsengehandelt sind, basiert ihre Bewertung häufig auf Spekulation, Gutachten oder Annahmen und ist weniger transparent oder komplett undurchsichtig. Viele Investitionen, zum Beispiel Sammlerstücke und Kunstgegenstände, haben eher einen ideellen Wert für Käufer und Verkäufer, der sich schwer einschätzen lässt und oft auch auf Knappheit und Trends mit beruht.
  • Regulatorische Risiken: Änderungen in der Regulierung, Besteuerung oder den rechtlichen Rahmenbedingungen können die Rendite und Struktur alternativer Investments beeinflussen.

Alternative Investments eignen sich daher nicht als Ersatz, sondern, wenn überhaupt, nur als Beimischung zu klassischen Kapitalanlagen, wie dem langfristigen Investieren in Welt-Aktien-ETFs über mehr als 15 Jahre für die Altersvorsorge oder zum Schließen der Rentenlücke.

Für wen sind alternative Investments geeignet?

Für wen sind alternative Investments geeignet?

Institutionelle Investoren nutzen alternative Investments seit vielen Jahren strategisch. Für Privatanleger und Kleinanleger gilt: Diese Anlageprodukte sind vor allem für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont, ausreichendem Kapital, Expertenwissen und klarer Risikobereitschaft geeignet. Eine fundierte Anlageberatung und ein Vergleich verschiedener Produkte sind essenziell. Hohe Risiken, z.B. durch den meist hoch spekulativen Charakter, die Komplexität oder die beschränkte Zugänglichkeit und Liquidität, machen sie für den langfristigen Vermögensaufbau oder Altersvorsorge nicht geeignet. Höchstens nach dem Aufbau eines soliden Wissens darüber und hoher Risikotoleranz als kleine Beimischung, z.B. im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie.

Fazit:
Alternative Investments lassen sich sinnvoll ins Portfolio integrieren

Sie eröffnen neue Anlagemöglichkeiten jenseits von Aktien und Anleihen. Sie können Portfolios robuster machen, zusätzliche Renditequellen erschließen und vor Inflation schützen. Gleichzeitig erfordern sie Wissen, Geduld und eine klare Strategie. Als Ergänzung zu einem breit diversifizierten Basisportfolio aus Welt-Aktien-ETFs können sie einen sinnvollen Beitrag leisten, sollten aber nie das Fundament der Geldanlage ersetzen, welches für die Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau vorgesehen ist. Insgesamt sind Alternative Investments und deren Fondsvehikel für Privatanleger nur schwer einzuschätzen und sehr risikoreich. Auch die Plattformen, über die Alternative Investments gehandelt werden, sollten vorab genau auf Seriosität überprüft werden. 

Um deine Asset Allocation insgesamt im Blick zu behalten, ist der extraETF Portfolio Tracker ein praktisches Tool. Damit behältst du immer die Übersicht über deine Investments.

Wichtige Fragen zu Alternativen Investments

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