Edelmetalle
In Gold, Silber & Co. investieren
Seit Jahrtausenden faszinieren Edelmetalle – sei es als Schmuck, als Industrierohrstoff oder als Wertanlage. Besonders Gold und Silber gelten vielen Anlegern als stabiler „sicherer Hafen“. Doch auch Platin und Palladium sowie weitere Platinmetalle wie Rhodium, Ruthenium oder Iridium spielen zunehmend eine Rolle – vor allem wegen ihrer industriellen Bedeutung, beispielsweise in Katalysatoren, in der Elektronik oder im Falle Iridiums in der Wasserstofftechnologie. Osmium ist eher für Spezialanwendungen relevant. Doch wie kann man in Edelmetalle investieren? Geht das nur über Exchange Traded Commodities (ETCs)?
Dieser Artikel bietet dir einen kompakten Überblick über Edelmetalle: von den Grundlagen über Preise und Anlageformen bis hin zu Steuern, praktischen Tipps für den Kauf und Verkauf sowie zur Lagerung.
Das Wichtigste in Kürze:Edelmetalle als Geldanlage
Edelmetalle: Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium sind selten, korrosionsbeständig und weltweit handelbar.
Preisbildung: Der Spotpreis bzw. Weltmarktpreis bildet die Grundlage – in der Regel kommt beim Kauf ein Aufgeld und beim Verkauf ein Spread hinzu.
Investitionsarten: Du kannst physisch (in Form von Münzen oder Barren) oder börslich (in Form von ETCs sowie Minen-Aktien oder Minen-ETFs) in Edelmetalle direkt oder indirekt investieren.
Steuern: Anlagegold ist in der Regel umsatzsteuerfrei, Silber, Platin und Palladium unterliegen in der Regel dem regulären Umsatzsteuersatz von 19 %.
Sicherheit zählt: Besonders entscheidend sind bei Edelmetall-Investments ein solides Finanzwissen, eine sichere Lagerung, seriöse Händler, transparente Preise und eine saubere Abwicklung.
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Definition: Was sind Edelmetalle?
Edelmetalle sind seltene, wirtschaftlich wertvolle chemische Elemente wie Gold, Silber, Platin und Palladium. Sie korrodieren oder oxidieren kaum und sind deshalb besonders beständig. Sie werden als Wertanlage, in der Industrie (zum Beispiel in der Elektronik oder als Katalysatoren) und für Schmuck genutzt. Typische Anlageformen sind Barren und Münzen sowie börsengehandelte Produkte (z.B. ETCs), Derivate oder Mining-Aktien. Dabei bestehen Chancen auf Diversifikation, aber auch Risiken wie Preisschwankungen und Lagerkosten.
Verwendung, Vorkommen und Abbau von Edelmetallen
Edelmetalle werden in folgenden Bereichen verwendet:
- Schmuck
- Elektronik
- Auto-Industrie (Autokatalysatoren)
- Solar- und Wärmetechnik
- Maschinenbau
- Medizin (insbesondere Zahnmedizin)
- Raumfahrt
- Chemie-Industrie
Gleichzeitig sind die Vorkommen und die Förderung geografisch konzentriert (zum Beispiel Gold in China, Russland und Australien, Platin vor allem in Südafrika und Palladium unter anderem in Russland und Südafrika). Dadurch sind die Märkte auch politisch sensibel. Rohstoffreichtum kann zu Machtkonflikten führen und der Bergbau kann die Umwelt belasten, beispielsweise durch Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung sowie Entwaldung.
Edelmetalle als Investment
Edelmetalle gelten als Wertanlage und werden zur Geldanlage sowie zur Diversifikation genutzt. Der aktuelle Weltmarktpreis (auch Spotpreis genannt), der oft pro Feinunze oder Unze angegeben wird, hängt vor allem von Angebot und Nachfrage sowie von Zinsen und Währung ab. Für Anleger sind insbesondere der Goldmarkt, die Edelmetallpreise und die jeweiligen Handelsformen von Bedeutung.
Wer keine physischen Edelmetalle kaufen möchte, kann über börsengehandelte Rohstoffprodukte investieren. ETCs (Exchange Traded Commodities) sind börsengehandelte Wertpapiere, die es dir ermöglichen, in Rohstoffe wie Edelmetalle zu investieren. ETCs sind Schuldverschreibungen und somit eine Sonderform von Zertifikaten. Es gibt beispielsweise Edelmetalle-ETCs, die in mehrere Edelmetalle gebündelt investieren, oder einzelne ETCs auf Gold, Silber, Platin oder Palladium.
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Brauche ich ein Depot für Edelmetalle?
Für indirekte Investitionen in Edelmetalle, mit Edelmetall-ETCs oder Edelmetall-Minen über entsprechende ETFs oder Aktien, benötigst du ein Wertpapierdepot. Für physische Edelmetalle (Münzen, Barren, Anlagegold) ist dagegen kein Depot nötig, sondern es kommt auf die sichere Aufbewahrung an.
Verbreitete Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Edelmetallen sind:
- ein Bankschließfach
- die Verwahrung beim Edelmetallhändler
- ein Zollfreilager
- ein eigener Tresor zu Hause
Vorsicht: Besonders die Lagerung von Edelmetallen zu Hause, z.B. unter dem Bett oder in einem Versteck, erhöht das Diebstahlrisiko enorm. Deshalb solltest du nur auf sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten setzen, auch wenn diese mehr kosten.
Gold (Anlagegold)
Gold ist das klassische Edelmetall zur Geldanlage und Krisenabsicherung. Anlagegold kann in der Regel ohne Mehrwertsteuer gekauft werden, sofern es die entsprechenden Kriterien erfüllt. Der Goldpreis reagiert häufig auf Realzinsen, Krisen und Zentralbankkäufe.
Typische Anlageformen:
- Goldmünzen (z.B. Krügerrand)
- Goldbarren
Wertpapiere: Gold-ETCs (z.B. Xetra Gold oder Euwax Gold II), Goldminen-Aktien (z.B. über Goldminen-ETFs)
Hinweis: Weitere Informationen zu Goldinvestments und Produkten findest du in den Ratgebern Gold-ETFs und Gold-ETCs sowie Besteuerung von Gold-ETCs.
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Silber
Silber ist sowohl Wertanlage als auch Industriemetall (Elektronik, Solarenergie, Medizin). Der Silbermarkt ist deutlich kleiner als der Goldmarkt, weswegen der Silberpreis oft volatiler als der Goldkurs ist und in der Regel stärker auf die Konjunktur reagiert. Beim Kauf von Silber fällt in der Regel Mehrwertsteuer an, die im Bruttopreis mitinbegriffen ist. Dadurch erhöhen sich aber auch die Einstiegskosten.
Typische Anlageformen:
- Silbermünzen
- Silberbarren
- Silber-ETCs
- Minenaktien/ETFs (z.B. Silberminen-ETFs).
Tipp: Beim physischen Kauf von Silber sollte der Spread zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis besonders beachtet werden.
Platin
Platin ist ein äußerst seltenes Edelmetall und ein Schlüsselstoff für die Industrie, beispielsweise für Katalysatoren, in der Chemie und in der Medizin. Die Nachfrage hängt stark von der Automobilindustrie und Zukunftsthemen wie der Wasserstofftechnologie ab. Aufgrund höherer Schwankungen eignet es sich eher als Beimischung. Beim Kauf von Platin wird die Mehrwertsteuer fällig.
Typische Anlageformen:
- Platinbarren/Münzen
- Platin-ETCs (praktisch, liquide)
- Minen-Aktien
Palladium
Palladium ist stark industriell geprägt (vor allem in Katalysatoren) und deshalb konjunkturabhängig. Der Markt ist kleiner und anfälliger für geopolitische Risiken, die die Preise stark beeinflussen können. Auch auf Palladium fällt beim Kauf die Mehrwertsteuer an. Als Investment ist Palladium eher spekulativ und meist nur als Beimischung sinnvoll.
Typische Anlageformen:
- Palladiumbarren/Münzen
- Palladium-ETCs
- Minen-Aktien
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Edelmetallpreise: Spotpreis, Weltmarkt und Einflussfaktoren
Der Spotpreis ist der aktuelle (Welt)Marktpreis je Feinunze, der meist in US-Dollar angegeben wird. Die Edelmetallmärkte reagieren in der Regel stark auf Zinsen, den USD-Wechselkurs, die Industrie-Nachfrage, geopolitische Risiken und auf Inflation. Außerdem beeinflussen Fördermengen, Recycling und die Politik der Zentralbanken Angebot und Nachfrage.
Wichtige Treiber:
- Realzinsen und Geldpolitik
- Industriebedarf (besonders Silber/Platin/Palladium)
- Währung und Risikoaversion
- Förderländer und geopolitische Lage
Edelmetalle kaufen, verkaufen und sicher abwickeln
In Deutschland kannst du Edelmetalle bei Edelmetallhändlern, Banken (z.B. Sparkassen) oder in Filialen kaufen – als Münzen, Barren oder über Wertpapiere. Achte dabei auf seriöse und zertifizierte Anbieter und besonders auf eine seriöse Herstellung, klare Verkaufspreise und einen fairen Spread zwischen Ankauf- und Verkaufspreis.
Beim Verkauf bzw. Ankauf zählt nicht der Spotpreis, sondern das Angebot des Händlers inklusive Aufgeld, Spread und Abwicklungskosten. Für eine sichere Abwicklung empfiehlt es sich, mehrere Händler zu vergleichen, die Übergabe bzw. den Versand zu dokumentieren und bei größeren Beträgen auf Versicherung und geprüfte Produkte zu achten (z.B. Krügerrand, Goldmünzen, Goldbarren, Silbermünzen).
Steuern, Mehrwertsteuer und Produkte im Depot
Anlagegold (z.B. Goldbarren und Goldmünzen) ist in der Regel mehrwertsteuerfrei, während für Silber, Platin und Palladium meist Mehrwertsteuer anfällt. Bei physischen Edelmetallen kann nach einer Haltedauer von zwölf Monaten Steuerfreiheit greifen, während Wertpapiere oft anders besteuert werden (je nach Struktur).
Beachte: Wenn der Verkäufer den Verkauf vor Ablauf der Haltefrist durchführt, muss er den Gewinn zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern – allerdings erst ab einer Freigrenze von 1.000 Euro (Freigrenze für private Veräußerungsgewinne, siehe § 23 Abs. 3 EStG).
Bei Gold-ETCs ist entscheidend, ob ein Auslieferungsanspruch besteht: Mit Lieferoption sind Gewinne nach zwölf Monaten häufig steuerfrei, ohne Lieferoption greift in der Regel die Abgeltungssteuer, der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer.
Vorteile beim Investieren in Edelmetalle
- Diversifikation: Edelmetalle können die Schwankungen eines Depots glätten, da sie sich häufig aufgrund oft geringerer Korrelationen anders entwickeln als andere Anlageklassen, wie Aktien.
- Wertspeicher: Gold gilt seit Jahrtausenden als stabiler Sachwert und teilweise auch als Krisenpuffer.
- Greifbarer Wert: Physische Münzen und Barren stellen einen greifbaren Wert dar und sind unabhängig von Emittenten und Finanzsystemen (aber nicht von Preisrisiken und Verlustrisiken (Diebstahl)).
- Industrielle Nachfrage: Silber, Platin und Palladium profitieren zusätzlich von Einsatzfeldern in der Elektronik, als Katalysatoren, in Medizin, Maschinenbau, Solar- und Wärmetechnik, Raumfahrt, Schmuckindustrie oder in der Chemiebranche.
- Flexibilität: Du kannst Edelmetalle physisch kaufen oder über Börsenprodukte (z.B. ETCs) schnell und einfach handeln.
Nachteile beim Investieren in Edelmetalle
- Keine laufenden Erträge: Edelmetalle zahlen weder Zinsen noch Dividenden, sodass die Rendite ausschließlich über den Preis, also Angebot und Nachfrage, entsteht.
- Preisrisiko/Volatilität: Besonders Silber, Platinmetalle und seltene Metalle wie Rhodium, Iridium oder Osmium unterliegen starken Schwankungen.
- Spreads & Aufgeld: Beim Edelmetallhandel können Aufgeld, Spread und Gebühren einen großen Teil der Rendite auffressen.
- Lagerung und Sicherheit: Physische Edelmetalle benötigen einen sicheren Aufbewahrungsort (Tresor/Schließfach) und bergen Diebstahlrisiken.
- Steuer-/Umsatzsteuer-Themen: Die Mehrwertsteuer z.B. bei Silber, Platin und Palladium sowie die Produktstruktur bei ETCs sind Nachteile. So gelten ETCs im Gegensatz zu ETFs z.B. nicht als Sondervermögen.
Fazit: Edelmetalle als Beimischung, nicht als Basis der Geldanlage
Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium können ein Portfolio weiter diversifizieren und in Krisenphasen stabilisierend wirken, allerdings nur in geringen Mengen. Als alleiniges Investment für den langfristigen Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge eignen sie sich jedoch nicht, da sie keine u.a. keine laufenden Erträge generieren und starke Schwankungen aufweisen.
Für eine langfristige Geldanlage gilt daher: Wer Vermögen aufbauen möchte, ist mit einem global gestreuten Portfolio aus Welt-Aktien-ETFs und einem Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren in der Regel am besten beraten. Edelmetalle können dabei eine ergänzende Rolle spielen, aber keine zentrale. Mit dem extraETF Portfolio Tracker behältst du deine Asset Allocation inklusive Edelmetall-Anteilen jederzeit im Blick und siehst auf einen Blick, ob deine Gewichtung noch zu deiner Strategie passt.
Weitere Fragen zum Investieren in Edelmetalle
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- Edelmetalle als Geldanlage
- Definition: Was sind Edelmetalle?
- Verwendung, Vorkommen und Abbau von Edelmetallen
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- Edelmetallpreise: Spotpreis, Weltmarkt und Einflussfaktoren
- Edelmetalle kaufen, verkaufen und sicher abwickeln
- Steuern, Mehrwertsteuer und Produkte im Depot
- Edelmetalle als Beimischung, nicht als Basis der Geldanlage
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