Welche ETFs fürs Altersvorsorgedepot?

Diese ETFs eignen sich für deine geförderte Altersvorsorge


Mit dem Altersvorsorgedepot kannst du deine staatlich geförderte Altersvorsorge erstmals konsequent mit ETFs aufbauen. Doch welche ETFs eignen sich fürs Altersvorsorgedepot? Und kannst du überhaupt selbst bestimmen, in welche ETFs dein Geld investiert wird?

Das hängt davon ab, für welche Variante du dich entscheidest. Beim Standarddepot gibt der Anbieter die Anlagestrategie und die eingesetzten Anlageprodukte vor. Beim freien Altersvorsorgedepot kannst du innerhalb des angebotenen Anlageuniversums selbst entscheiden, welche ETFs du nutzen möchtest.

Wir zeigen dir, worauf du beim Standarddepot achten solltest und welche ETFs sich für ein freies Altersvorsorgedepot eignen.

Das Wichtigste in Kürze:
ETF-Auswahl fürs Altersvorsorgedepot

  • Standarddepot oder freie Auswahl: Beim Standarddepot bestimmt der Anbieter die Anlagestrategie und die eingesetzten Produkte. Beim freien Altersvorsorgedepot entscheidest du innerhalb der verfügbaren Auswahl selbst, in welche ETFs du investierst.

  • Weltweit investieren: Für die langfristige Ansparphase eignen sich vor allem breit gestreute Aktien-ETFs auf globale Indizes wie FTSE Global All-Cap, FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI.

  • Kosten niedrig halten: Bei mehreren Jahrzehnten Laufzeit können selbst kleine Kostenunterschiede einen erheblichen Einfluss auf das spätere Vermögen haben. Entscheidend sind die Kosten der ETFs und des Altersvorsorgedepots insgesamt.

  • Nachhaltig investieren: Wer Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen möchte, kann einen globalen ESG- oder SRI-ETF als Basis verwenden.

  • Risiko reduzieren: Geldmarkt-ETFs sowie ETFs auf deutsche Bundesanleihen können als defensiver Portfoliobaustein eingesetzt werden.

  • Einfach bleiben: Für ein breit gestreutes Altersvorsorgedepot können ein oder zwei ETFs bereits ausreichen. Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Diversifikation.

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Worauf kommt es bei der ETF-Auswahl an?

Worauf kommt es bei der ETF-Auswahl an?

Für die langfristige Altersvorsorge eignen sich vor allem breit gestreute und günstige ETFs. Wer sein Geld über mehrere Jahrzehnte investiert, muss nicht wissen, welche Länder, Branchen oder Unternehmen künftig besonders erfolgreich sein werden. Ein globaler Aktien-ETF verteilt das Kapital automatisch auf zahlreiche Märkte und Unternehmen.

Wichtig ist deshalb weniger, den vermeintlich perfekten ETF zu finden. Entscheidend sind eine breite Diversifikation, niedrige Kosten und eine Strategie, die du auch in schwierigen Börsenphasen durchhalten kannst.

Standarddepot oder freies Altersvorsorgedepot: Wer wählt die ETFs aus?

Welche ETFs du tatsächlich auswählen kannst, hängt von der Art deines Altersvorsorgedepots ab: Beim Standarddepot legt der Anbieter die Anlagestrategie fest. Beim freien Altersvorsorgedepot kannst du innerhalb des angebotenen Anlageuniversums selbst auswählen.

Standarddepot: Der Anbieter entscheidet

Beim Standarddepot musst du die ETFs nicht selbst auswählen. Der Anbieter stellt die Anlagestrategie zusammen und legt fest, in welche Anlageprodukte dein Geld investiert wird. Das ist bequem, weil du dich nicht selbst mit ETF-Auswahl, Aktienquote und späterer Risikoreduzierung beschäftigen musst. Dafür hast du weniger Einfluss darauf, wie dein Geld konkret angelegt wird.

Beim Vergleich eines Standarddepots solltest du deshalb insbesondere auf vier Punkte achten:

  • Aktienquote: Wer noch mehrere Jahrzehnte bis zum Ruhestand hat, sollte prüfen, wie hoch der Aktienanteil ist. Ein hoher Anteil defensiver Anlagen reduziert zwar Schwankungen, kann langfristig aber auch Renditechancen kosten.
  • Globale Diversifikation: Der Aktienanteil sollte möglichst breit über Länder, Regionen und Branchen gestreut sein.
  • Gesamtkosten: Nicht nur die Kosten der eingesetzten ETFs zählen. Auch Depot-, Verwaltungs- und sonstige Produktkosten können über Jahrzehnte einen erheblichen Unterschied machen.
  • Ablaufmanagement: Ein gutes Standardprodukt sollte transparent erklären, wie das Risiko reduziert wird, wenn die Auszahlphase näher rückt.

Das Standarddepot kann damit eine gute Lösung für Anleger sein, die ihre Altersvorsorge möglichst einfach halten möchten. Wichtig ist jedoch, dass Kosten, Aktienquote und Anlagestrategie überzeugen.

Freies Depot: Du wählst die ETFs selbst

Beim freien Altersvorsorgedepot hast du mehr Kontrolle. Innerhalb der vom Anbieter angebotenen ETF-Auswahl kannst du selbst bestimmen, mit welchen ETFs du deine Altersvorsorge aufbaust und wie hoch deine Aktienquote sein soll.

Für viele Anleger kann die Strategie sehr einfach bleiben: Ein globaler Aktien-ETF bildet den langfristigen Renditebaustein. Wer nachhaltiger investieren möchte, wählt eine entsprechende ESG- oder SRI-Variante. Soll das Risiko reduziert werden, können Geldmarkt-ETFs oder kurzlaufende Staatsanleihen-ETFs hinzukommen.

Wichtig: Auch ein freies Altersvorsorgedepot muss nicht automatisch jeden am Markt verfügbaren ETF anbieten. Beim Anbietervergleich solltest du deshalb neben den Kosten auch auf die Qualität und Größe der ETF-Auswahl achten.

So findest du den passenden ETF fürs Altersvorsorgedepot

Den einen besten ETF fürs Altersvorsorgedepot gibt es nicht. Für den Aktienanteil solltest du vor allem auf eine breite Indexabdeckung, niedrige laufende Kosten und ein ausreichendes Fondsvolumen achten. Für die langfristige Ansparphase sind thesaurierende ETFs besonders praktisch, weil Erträge automatisch wieder angelegt werden und weiter für den Vermögensaufbau arbeiten.

Mit der extraETF ETF-Suche kannst du Welt-ETFs, nachhaltige ETFs, Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs nach Kosten, Fondsvolumen und weiteren Kriterien filtern und miteinander vergleichen. Beim freien Altersvorsorgedepot solltest du anschließend prüfen, ob dein gewünschter ETF beim jeweiligen Anbieter tatsächlich verfügbar ist.

Globale Aktien-ETFs als Basis

Für Anleger mit langem Anlagehorizont sollten globale Aktien-ETFs den Kern des Altersvorsorgedepots bilden. Mit nur einem ETF lässt sich das Kapital auf Tausende Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen verteilen.

Besonders breit aufgestellt sind ETFs auf den FTSE Global All Cap, FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI. Sie berücksichtigen Industrie- und Schwellenländer. Indizes wie FTSE Global All Cap und MSCI ACWI IMI beziehen zusätzlich kleinere Unternehmen, sogenannte Small Caps, ein.

Ein MSCI World ETF kann ebenfalls eingesetzt werden, enthält allerdings ausschließlich Industrieländer. Wer sein Altersvorsorgedepot mit nur einem Aktien-ETF möglichst umfassend global aufstellen möchte, findet deshalb in All-Country- beziehungsweise All-Cap-Indizes die breitere Lösung.

Bei der ETF-Auswahl zählen vor allem breite Streuung, niedrige Kosten und ein ausreichend großes Fondsvolumen.

Nachhaltige ETFs als Alternative

Auch Nachhaltigkeit lässt sich bei der ETF-Auswahl fürs Altersvorsorgedepot berücksichtigen. Anleger müssen dafür nicht auf eine globale Aktienanlage verzichten. Mittlerweile gibt es zahlreiche Welt-ETFs, die bestimmte Unternehmen anhand von ESG-Kriterien ausschließen oder Unternehmen mit besseren Nachhaltigkeitsmerkmalen stärker berücksichtigen.

Allerdings ist nachhaltiger ETF nicht gleich nachhaltiger ETF. Ein ESG-Screened-Index bleibt häufig relativ nah am breiten Aktienmarkt und schließt nur bestimmte Unternehmen oder Geschäftsfelder aus. SRI-Indizes gehen meist deutlich weiter und konzentrieren sich auf eine kleinere Auswahl besonders nachhaltig eingestufter Unternehmen. Für die Altersvorsorge ist dieser Unterschied wichtig. Je stärker ein Index filtert, desto stärker kann sich das Portfolio vom klassischen Weltmarkt unterscheiden.

Bei nachhaltigen ETFs solltest du neben Kosten und Fondsvolumen vor allem auf die Indexmethodik achten. Die Bezeichnung ESG allein sagt noch wenig darüber aus, welche Unternehmen tatsächlich enthalten oder ausgeschlossen sind.

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Geldmarkt-ETFs zur Risikoreduzierung

Nicht jeder Anleger möchte sein Altersvorsorgedepot dauerhaft zu 100 Prozent in Aktien investieren. Besonders wenn der Rentenbeginn näher rückt, kann es sinnvoll sein, einen Teil des Vermögens weniger schwankungsanfällig anzulegen.

Eine Möglichkeit dafür sind Geldmarkt-ETFs. Sie orientieren sich an kurzfristigen Euro-Geldmarktzinsen beziehungsweise bilden entsprechende Geldmarktstrategien ab und weisen normalerweise deutlich geringere Kursschwankungen als Aktien-ETFs auf. Ihre Aufgabe unterscheidet sich damit klar von der eines Welt-ETFs. Aktien sollen langfristig für Wachstum sorgen. Geldmarkt-ETFs dienen in erster Linie der Stabilisierung des Portfolios.

Für Anleger mit noch 30 oder 40 Jahren bis zur Auszahlung sind Geldmarkt-ETFs deshalb normalerweise nicht der zentrale Renditebaustein. Ihre Bedeutung kann zunehmen, wenn die Auszahlphase näher rückt oder wenn Anleger grundsätzlich weniger Schwankungen im Portfolio wünschen.

Kurzlaufende Staatsanleihen als defensiver Baustein

Eine weitere Möglichkeit zur Risikoreduzierung sind ETFs auf kurzlaufende Staatsanleihen.

Für ein in Euro geführtes Altersvorsorgedepot können insbesondere ETFs auf kurzlaufende deutsche Bundesanleihen interessant sein. Ihr Zweck besteht nicht darin, möglichst hohe Renditen zu erzielen, sondern den schwankungsintensiveren Aktienanteil zu stabilisieren.

Die kurze Laufzeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Je länger eine Anleihe läuft, desto stärker reagiert ihr Kurs in der Regel auf Veränderungen des Zinsniveaus. Kurzlaufende Staatsanleihen weisen deshalb normalerweise ein geringeres Zinsänderungsrisiko auf als langfristige Anleihen. Wer den defensiven Teil seines Altersvorsorgedepots möglichst einfach halten möchte, kann deshalb auf Geldmarkt-ETFs oder kurzlaufende Bundesanleihen-ETFs setzen.

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Wie viele ETFs braucht ein Altersvorsorgedepot?

Wie viele ETFs braucht ein Altersvorsorgedepot?

Ein globaler Aktien-ETF kann Tausende Unternehmen enthalten. Zusätzliche Aktien-ETFs erhöhen deshalb nicht automatisch die Diversifikation. Wer beispielsweise zu einem FTSE All-World ETF zusätzlich einen MSCI World ETF kauft, investiert in viele Unternehmen doppelt und baut sich so ein Klumpenrisiko auf. Eine besonders einfache Lösung besteht deshalb aus einem globalen Aktien-ETF der sowohl in Industrieländer und Schwellenländer investiert. Wer das Risiko reduzieren möchte, ergänzt einen defensiven Baustein. Als defensiver Baustein kommen beispielsweise ein Geldmarkt-ETF oder ein ETF auf kurzlaufende deutsche Staatsanleihen infrage.

StrategieGlobaler Aktien-ETFDefensiver ETF
Chancenorientiert100 %0 %
Wachstumsorientiert80 %20 %
Ausgewogen60 %40 %
Defensiver40 %60 %
Quelle: extraETF Research 09/2026

Welche Aktienquote zu dir passt, hängt insbesondere von deinem Anlagehorizont und deiner persönlichen Risikobereitschaft ab. Wer noch viele Jahrzehnte bis zur Rente hat, kann stärkere Schwankungen möglicherweise besser aussitzen. Je näher die Auszahlphase rückt, desto wichtiger kann die Stabilisierung des aufgebauten Vermögens werden.

Unsere Altersvorsorgedepot-Musterportfolios

Du möchtest dein freies Altersvorsorgedepot selbst gestalten, aber nicht jedes Detail selbst entwickeln? Dann können unsere extraETF Musterportfolios fürs Altersvorsorgedepot eine Orientierung bieten.

Quelle: extraETF Research 09/2026

Wir zeigen dort verschiedene Portfolio-Varianten mit unterschiedlichen Aktienquoten. Das Grundprinzip bleibt bewusst einfach: Ein globaler Aktien-ETF übernimmt den langfristigen Renditebaustein. Je nach gewünschtem Risiko wird dieser um einen defensiven Baustein ergänzt. Damit musst du nicht aus Hunderten ETFs ein kompliziertes Portfolio zusammenstellen. Stattdessen konzentrierst du dich auf die wichtigste strategische Entscheidung: Wie hoch soll meine Aktienquote sein?

Welche ETFs eignen sich weniger für die Altersvorsorge?

Welche ETFs eignen sich weniger für die Altersvorsorge?

Das Altersvorsorgedepot soll über Jahrzehnte Vermögen für den Ruhestand aufbauen. Deshalb sollte breite Diversifikation im Mittelpunkt stehen.

Themen-ETFs, einzelne Länder-ETFs oder stark konzentrierte Branchen-ETFs können interessante Ergänzungen eines freien Wertpapierdepots sein. Als Kern der Altersvorsorge sind sie jedoch meist weniger geeignet. Wer ausschließlich auf künstliche Intelligenz, Biotechnologie, erneuerbare Energien oder ein einzelnes Land setzt, wettet darauf, dass genau dieses Segment langfristig besser abschneidet als der Gesamtmarkt. Über mehrere Jahrzehnte lässt sich das kaum zuverlässig prognostizieren. Für das Altersvorsorgedepot gilt deshalb: lieber breit gestreut und einfach als möglichst spektakulär.

Fazit:
Wenige ETFs reichen aus

Welche ETFs fürs Altersvorsorgedepot geeignet sind, hängt zunächst davon ab, welche Variante du wählst.

Beim Standarddepot übernimmt der Anbieter die Zusammenstellung und Steuerung der Geldanlage. Hier solltest du vor allem auf Aktienquote, globale Diversifikation, Gesamtkosten und Ablaufmanagement achten.

Beim freien Altersvorsorgedepot entscheidest du selbst. Für Anleger mit langem Anlagehorizont kann ein günstiger und breit gestreuter Welt-ETF auf den FTSE Global All Cap, FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI bereits eine solide Basis bilden.

Wer Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen möchte, kann einen globalen ESG- oder SRI-ETF wählen. Soll das Risiko reduziert werden, können Geldmarkt-ETFs oder ETFs auf kurzlaufende deutsche Staatsanleihen hinzukommen.

Am Ende ist weniger entscheidend, den vermeintlich perfekten ETF zu finden. Wichtiger sind breite Streuung, niedrige Kosten und eine Strategie, die du langfristig durchhalten kannst.

Häufige Fragen zu ETFs im Altersvorsorgedepot

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