2. Oktober 2026
Manfred (86) hat 425.000 Euro im Depot – doch 74 % stecken in Gold und Silber

Manfred (86) hat 425.000 Euro im Depot – doch 74 % stecken in Gold und Silber

425.000 Euro im Depot, aber 74 Prozent in Gold und Silber: Manfred will sein Vermögen vererben. Passt diese ungewöhnliche Strategie dazu?

Manfred ist 86 Jahre alt, Pensionär und hat sich über viele Jahre ein beachtliches Vermögen aufgebaut. Rund 425.000 Euro stecken heute in seinem Portfolio. Doch wer einen Blick auf die Zusammensetzung wirft, entdeckt ein Depot, das alles andere als gewöhnlich ist: Rund 74 Prozent seines Vermögens liegen in Gold und Silber.

Dabei verfolgt Manfred eigentlich ein sehr klares Ziel. Er möchte sein Vermögen nicht mehr aggressiv vermehren, sondern vor allem für seine Erben erhalten. Mehr dazu: Aktien, ETFs und Bitcoin vererben oder verschenken. Genau deshalb stellt sich die Frage: Passt die Struktur seines Portfolios noch zu diesem Ziel?

Ein Anleger, der eigentlich gar nicht viel braucht

Manfred beschreibt sich selbst als anspruchslos. Mit einem monatlichen Einkommen von rund 4.500 Euro und einer Sparrate von etwa 2.000 Euro befindet er sich auch mit 86 Jahren in einer komfortablen finanziellen Situation. Er ist nicht darauf angewiesen, mit seinem Depot möglichst hohe Renditen zu erzielen.

An der Börse ist von dieser Ruhe allerdings wenig zu sehen. Manfred bezeichnet sein eigenes Anlageverhalten als „zu hektisch“ – und ein Blick ins Portfolio zeigt, was er damit meint. Neben großen Edelmetallbeständen finden sich zahlreiche Aktien, ETFs, Rohstoffinvestments, Themenanlagen und Wikifolios. Defense, Uran, Raumfahrt, Halbleiter, Biotech und verschiedene Länder spielen ebenso eine Rolle wie einzelne Unternehmen. Viele dieser Positionen sind allerdings so klein, dass sie kaum Einfluss auf das Gesamtportfolio haben. So ist über die Jahre aus vielen einzelnen Anlageentscheidungen ein sehr komplexes Depot entstanden.

Mehr als 300.000 Euro stecken in Gold und Silber

Der auffälligste Teil des Portfolios befindet sich jedoch nicht an der Börse. Rund 194.000 Euro entfallen auf Krügerrand-Goldmünzen. Erfahre jetzt, was die beliebtesten Goldmünzen der extraETF-Nutzer sind.

Weitere etwa 121.500 Euro stecken in Silbermünzen. Zusammengenommen machen die Edelmetalle damit rund 74 Prozent des gesamten Portfolios aus. Gold und Silber haben Manfred in der Vergangenheit durchaus Freude bereitet. Die Bestände weisen hohe Buchgewinne auf und Edelmetalle können als Sachwerte zur Diversifikation eines Vermögens beitragen. Doch die Größenordnung verändert den Charakter des gesamten Portfolios.

Tipp: Gold und Silber können einem Portfolio Stabilität geben. Ein weiterer Bestandteil kann künftig das Altersvorsorgedepot (AVD) sein. Wieviel dir das bringt, kannst du schon jetzt mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner durchspielen. Trage dich gleich in die AVD-Startliste ein.

Gold und Silber erwirtschaften keine Unternehmensgewinne, zahlen keine Dividenden und erzeugen keinen laufenden Cashflow. Wer einen großen Teil seines Vermögens in Edelmetallen hält, setzt deshalb sehr stark auf den langfristigen Werterhalt dieser Sachwerte.

Tipp: Keine Steuer auf Gold-Gewinne? Alles über die Besteuerung von Gold-ETCs.

Für Manfred stellt sich damit weniger die Frage, ob Gold grundsätzlich sinnvoll ist. Viel entscheidender ist die Frage: Muss es wirklich fast drei Viertel des Portfolios ausmachen?

Der Welt-ETF spielt nur eine Nebenrolle

Besonders interessant wird Manfreds Depot beim Blick auf seinen globalen Aktienanteil. Mit dem Vanguard FTSE All-World besitzt er bereits einen ETF, der Aktien aus Industrie- und Schwellenländern in einem einzigen Produkt bündelt. Eigentlich könnte genau dieser Baustein einen einfachen Kern für ein langfristig ausgerichtetes Portfolio bilden. Doch der Welt-ETF spielt in Manfreds Gesamtvermögen nur eine kleine Nebenrolle.

Damit entsteht ein bemerkenswerter Kontrast: Während mehr als 300.000 Euro in Gold und Silber stecken, ist die Beteiligung an Tausenden Unternehmen aus aller Welt vergleichsweise gering. Gerade wenn das Vermögen eines Tages an die nächste Generation weitergegeben werden soll, könnte eine einfachere Struktur interessant sein. Ein globaler Aktien-ETF lässt sich leicht nachvollziehen, benötigt kaum Pflege und verteilt das Kapital automatisch auf viele Unternehmen, Branchen und Länder.

Viele Positionen machen ein Depot nicht automatisch breit gestreut

Manfred besitzt darüber hinaus eine Vielzahl kleinerer Investments. Darunter finden sich Einzelaktien wie Rheinmetall, Analog Devices, 2G Energy oder MercadoLibre sowie verschiedene Rohstoff-, Länder- und Themeninvestments. Auf den ersten Blick wirkt ein solches Depot stark diversifiziert. Schließlich steckt das Geld in sehr vielen unterschiedlichen Anlagen. Doch die Anzahl der Positionen allein sagt wenig über die tatsächliche Diversifikation aus. Wenn einzelne Investments nur 0,1 oder 0,3 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen, verändern sie das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios kaum. Sie erhöhen vor allem die Komplexität.

Das ist ein typisches Phänomen, das viele Anleger aus dem eigenen Depot kennen dürften: Über Jahre kommen immer neue Ideen hinzu. Eine interessante Aktie hier, ein neuer Themen-ETF dort. Verkauft wird dagegen selten. Irgendwann besteht das Portfolio aus vielen guten Einzelideen – aber eine klare Gesamtstrategie ist nur noch schwer zu erkennen.

Weniger könnte für Manfred mehr sein

Genau hier liegt der größte Ansatzpunkt für Manfred. Sein Problem ist nicht zu wenig Vermögen. Auch einzelne schlechte Investments stehen nicht im Mittelpunkt. Vielmehr fehlt dem Portfolio eine klare Hierarchie.

Ein möglicher Ansatz wäre deshalb, das Vermögen gedanklich in wenige große Bausteine aufzuteilen. Edelmetalle könnten weiterhin einen bewusst gewählten Anteil ausmachen. Ein globaler Aktien-ETF könnte den produktiven Kern des Portfolios bilden. Für Sicherheit und kurzfristige Liquidität könnten beispielsweise Tagesgeld oder hochwertige Anleihen genutzt werden.

Einzelaktien und Themeninvestments müssten deshalb nicht vollständig verschwinden. Wer Freude daran hat, einzelne Unternehmen oder Trends auszuwählen, kann dafür einen begrenzten Teil seines Vermögens reservieren. Entscheidend ist, dass aus vielen einzelnen Investments wieder eine erkennbare Strategie entsteht.

So kannst du dein eigenes Depot überprüfen

Manfreds Portfolio zeigt sehr gut, warum Anleger nicht nur einzelne Wertpapiere betrachten sollten. Entscheidend ist das Zusammenspiel des gesamten Vermögens.

Wie hoch ist deine Aktienquote tatsächlich? Welche Länder und Branchen dominieren? Gibt es unbemerkte Klumpenrisiken? Und passen die vielen Positionen, die sich über Jahre angesammelt haben, überhaupt noch zu deinem ursprünglichen Anlageziel?

Genau diese Fragen solltest du dir regelmäßig stellen. Denn ein Depot kann aus vielen guten Investments bestehen und trotzdem als Gesamtportfolio nicht optimal strukturiert sein.

Mit dem extraETF Portfolio Tracker kannst du dein Depot genauso wie Manfred analysieren und laufend überwachen. Du erhältst tiefe Einblicke in die Zusammensetzung deiner Geldanlage und kannst unter anderem nachvollziehen, wie dein Vermögen über verschiedene Anlageklassen, Länder, Branchen und Positionen verteilt ist. So erkennst du schneller, ob sich Klumpenrisiken eingeschlichen haben und ob dein Portfolio noch zu deiner persönlichen Anlagestrategie passt.

Den vollständigen Portfolio Review von Manfred findest du im eingebetteten Video zu diesem Artikel. Weitere echte Anlegerdepots, Analysen und konkrete Ideen zur Portfolio-Optimierung findest du außerdem auf dem Youtube-Kanal von extraETF.

https://youtu.be/8x0tfFwJvYk