
Kann sich Gold noch einmal verdoppeln? Diese Argumente sprechen dafür
Der Goldpreis hat zuletzt konsolidiert. Eine viel beachtete Gold-Studie sieht dennoch langfristig Kurspotenzial von mehr als 100 Prozent.
Nach dem kräftigen Anstieg auf neue Höchststände hat sich der Goldpreis zuletzt wieder etwas von seinen Rekordständen entfernt. Gewinnmitnahmen, eine zwischenzeitliche Entspannung an den Finanzmärkten und die Entwicklung der Zinserwartungen sorgten für eine Konsolidierung. An den langfristigen Treibern hat sich jedoch wenig geändert. Hohe Staatsverschuldung, geopolitische Konflikte, strukturelle Inflationsrisiken und die anhaltend hohe Gold-Nachfrage der Notenbanken sprechen aus Sicht vieler Marktbeobachter weiterhin für das Edelmetall.
Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Ausgabe des jährlich erscheinenden „In Gold We Trust Reports„ an. Die Autoren Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek liechtensteinischen Vermögensverwalter Incrementum vertreten die These, dass Gold vor einer strukturellen Neubewertung stehen könnte – mit weitreichenden Folgen für Anleger. Bis zum Ende der Dekade seien 8.900 US-Dollar für Gold drin. Das wäre aus heutiger Sicht mehr als eine Verdopplung.
Gold könnte wieder zum Anker des Finanzsystems werden
Die diesjährige Studie steht unter dem Motto „Back to the Monetary Future“. Dahinter steckt die These, dass Gold seine historische Rolle als monetärer Anker schrittweise zurückerobert. Aus Sicht der Autoren gerät das bestehende Fiat-Geldsystem zunehmend unter Druck. „Gold gewinnt überall dort an Bedeutung zurück, wo Vertrauen, Sicherheit oder politische Neutralität knapper werden“, so Stöferle.
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Die Kombination aus steigender Staatsverschuldung, geopolitischer Fragmentierung und einer langfristig höheren Inflation könnte dazu führen, dass Gold wieder stärker als strategischer Vermögenswert wahrgenommen wird. „Insbesondere im Umfeld der BRICS-Staaten und einer zunehmend multipolaren Weltordnung erscheint eine stärkere Nutzung von Gold im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr heute deutlich wahrscheinlicher als noch vor wenigen Jahren“, meint Valek.
Bemerkenswert sei dabei, dass dieser Prozess nicht politisch verordnet werde. Vielmehr seien es Zentralbanken, institutionelle Investoren und zunehmend auch private Anleger, die Gold wieder einen höheren Stellenwert einräumen. Das Schaubild zeigt die Rolle der Zentralbanken in den vergangenen Jahrzehnten:

Staatsanleihen verlieren an Bedeutung
Über Jahrzehnte galten Staatsanleihen als nahezu unverzichtbarer Sicherheitsbaustein in einem ausgewogenen Portfolio. Diese Rolle sehen die Autoren zunehmend infrage gestellt. Angesichts hoher Schuldenquoten und wachsender fiskalischer Risiken könnten Staatsanleihen künftig weniger zuverlässig stabilisieren als in der Vergangenheit.
Gold könnte diese Lücke zumindest teilweise schließen und sich vom klassischen Krisenschutz zu einem strategischen Portfolio-Baustein entwickeln.
Unter bestimmten Voraussetzungen sind Gold-ETCs steuerlich attraktiv
Wer nicht in Münzen oder Barren investieren möchte, kann Gold auch über börsengehandelte Gold-ETCs abbilden. Besonders interessant sind physisch besicherte Gold-ETCs mit Auslieferungsanspruch. Für Privatanleger kann sich daraus ein steuerlicher Vorteil ergeben: Erfüllt ein Gold-ETC die Voraussetzungen der aktuellen Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung – insbesondere durch einen verbrieften Anspruch auf Auslieferung des hinterlegten Goldes –, können Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von mehr als zwölf Monaten steuerfrei sein. Erfahre alles über die Besteuerung von Gold-ETCs. Nachfolgend zeigen wir dir einige Gold-ETC-Klassiker, die dir diese Steuerbefreiung ermöglichen.
Eine Auswahl steuerfreier Gold-ETCs
| ETC | WKN | Auslieferung |
|---|---|---|
| Xetra-Gold | A0S9GB | ja, ab 1 Gramm |
| Euwax Gold II | EWG2LD | ja, ab 1 Gramm |
| The Royal Mint Physical Gold | A279KU | ja, ab 1 Unze |
| WisdomTree Physical Swiss Gold | A1DCTL | ja, ab 1 Gramm |
| Gold Bullion Securities | A0LP78 | ja (Münzen) |
| WisdomTree Core Physical Gold | A3GNQ1 | ja, ab 1 Gramm |
| Quelle: extraETF.com, Stand: 12/2022 | ||
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Goldquote einfach überwachen – mit dem extraETF Portfolio Tracker
Gerade wenn Gold als strategischer Portfolio-Bestandteil an Bedeutung gewinnt, sollten Anleger ihre tatsächliche Allokation regelmäßig überprüfen. Dabei unterstützt der extraETF Portfolio Tracker.
Mit wenigen Klicks lassen sich Gold-ETCs, ETFs, Aktien und weitere Wertpapiere in einem Depotüberblick zusammenführen. Anleger sehen auf einen Blick, welchen Anteil Gold am Gesamtvermögen ausmacht, wie sich die Position entwickelt und ob die ursprünglich geplante Gewichtung noch zur persönlichen Anlagestrategie passt. Insbesondere nach starken Kursbewegungen erleichtert der extraETF Portfolio Tracker fundierte Rebalancing-Entscheidungen.
Das langfristige Potenzial bleibt hoch
Vom Jahres- und gleichzeitig Allzeithoch bei fast 5.600 US-Dollar von Ende Januar 2026 sind wir mittlerweile weit entfernt. Anfang Juli 2026 kostet die Unze knapp 4.000 US-Dollar. Dennoch sind die Autoren der Studie langfristig positiv gestimmt. Ihr bislang konservatives Goldpreisziel von 4.800 US-Dollar je Feinunze bis 2030 wurde zwischenzeitlich bereits früher als erwartet erreicht. Auf lange Sicht rückt ein deutlich ambitionierteres Szenario in den Fokus. Gleichzeitig betonen sie, dass auf dem Weg dorthin jederzeit stärkere Rücksetzer möglich sind.
Fazit: Kleine Gold-Position ist vernünftig
Nach der außergewöhnlichen Kursentwicklung der vergangenen Jahre stellt sich weniger die Frage, ob Gold weiterhin als Krisenschutz dient. Vielmehr geht es darum, welche Rolle das Edelmetall künftig in einem breit diversifizierten Portfolio spielen kann.
„Gold wirft weder Dividenden noch Zinsen ab. Diese entgangenen Erlöse bezeichnen Ökonomen als die Opportunitätskosten von Gold und werden häufig als Einwand gegen den Kauf von Gold angeführt. Doch diese Opportunitätskosten treten unserer Einschätzung nach in einem Szenario steigender Realzinsen in den Hintergrund, während die Eigenschaften des Metalls als Diversifikator an Gewicht gewinnen“, sagt Peter Reichel, Chief Investment Officer ODDO BHF. Denn die Beimischung von Gold könne unter bestimmten Marktbedingungen zur Diversifikation beitragen und ein Portfolio gegen etwaige Marktturbulenzen besser schützen.
Die Autoren des In Gold We Trust Reports 2026 sehen Gold vor einer strukturellen Aufwertung innerhalb des globalen Finanzsystems. Ob diese Einschätzung eintritt, bleibt abzuwarten. Für Anleger liefert die Studie jedoch zahlreiche Denkanstöße, warum sich eine strategische Goldquote langfristig auszahlen könnte. Eine kleine Gold-Position kann dein Portfolio stabiler machen. Konzentriere dich dabei auf solche Gold-ETCs, die dir Steuerbefreiung ermöglichen.