
Krypto-Schock für Anleger? Bundesregierung will Steuerfreiheit abschaffen
Die Bundesregierung will die einjährige Haltefrist für Kryptowährungen abschaffen. Für Krypto-Anleger könnte das weitreichende steuerliche Folgen haben.
Die Bundesregierung will die Besteuerung von Kryptowährungen neu ordnen. Im Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 kündigt sie eine „Anpassung der Besteuerung von Kryptowährungen“ an. Zudem heißt es, man wolle „Besteuerungslücken im Bereich der Plattformökonomie und beim Handel mit Kryptowerten schließen sowie bekannte Vollzugsdefizite abstellen.“
Krypto-Haltefrist vor dem Aus
Nach Einschätzung von Steuerexperten und Branchenbeobachtern dürfte dies auf die Abschaffung der bisherigen einjährigen Haltefrist für Kryptowährungen hinauslaufen. Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen könnten damit künftig unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig werden.
Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Kryptomarkt ohnehin weiter reguliert. Erst zum 1. Juli 2026 sind die letzten Übergangsfristen der europäischen MiCA-Regulierung (Markets in Crypto-Assets Regulation) ausgelaufen. Während MiCA vor allem Kryptobörsen und andere Krypto-Dienstleister betrifft, würde die nun geplante Steuerreform unmittelbar private Anleger treffen. Hier geht es zu unserem Krypto-Broker-Vergleich.
Das gilt aktuell in Sachen Krypto-Besteuerung
Nach derzeitiger Rechtslage gelten Kryptowährungen im Privatvermögen als private Veräußerungsgeschäfte. Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen länger als zwölf Monate hält, kann Gewinne aus dem Verkauf grundsätzlich steuerfrei realisieren. Verkäufe innerhalb dieser Frist unterliegen dagegen dem persönlichen Einkommensteuersatz.
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Die Haltefrist gilt als einer der größten steuerlichen Vorteile für langfristig orientierte Krypto-Anleger und hat Deutschland im internationalen Vergleich zu einem attraktiven Standort gemacht.
Warum die Bundesregierung handeln will
Die geplante Reform ist Teil des Haushaltsentwurfs 2027. Ziel ist es, zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren und die Besteuerung von Kryptowährungen stärker an andere Kapitalanlagen anzugleichen. Gleichzeitig sollen nach Angaben der Bundesregierung Steuerlücken geschlossen und Vollzugsdefizite beseitigt werden.
Der Haushaltsentwurf enthält allerdings noch keine konkreten gesetzlichen Regelungen. Er beschreibt zunächst die politische Zielrichtung.
Viele Details sind noch offen
Ob und wie die Reform umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Bislang ist unter anderem unklar,
- ob künftig die Abgeltungsteuer oder weiterhin der persönliche Einkommensteuersatz gelten soll,
- ob bestehende Krypto-Bestände unter einen Bestandsschutz fallen,
- ab wann die neuen Regelungen greifen,
- und wie Verluste künftig steuerlich berücksichtigt werden.
Gerade der Bestandsschutz dürfte für viele Anleger die wichtigste Frage sein. Schließlich wurden zahlreiche Krypto-Investments unter den bislang geltenden steuerlichen Rahmenbedingungen getätigt.
Deutschland könnte einen Wettbewerbsvorteil verlieren
Mit der einjährigen Haltefrist verfügt Deutschland bislang über eine im internationalen Vergleich attraktive Regelung für langfristige Krypto-Investments. Fällt diese Steuerbefreiung weg, könnte das den Standort für private Anleger weniger interessant machen.
Gleichzeitig würden Kryptowährungen steuerlich stärker wie andere Kapitalanlagen behandelt. Ob dadurch tatsächlich ein einfacheres und gerechteres Steuersystem entsteht, dürfte Gegenstand der politischen Diskussionen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sein.
Jetzt den Überblick behalten
Auch wenn derzeit noch keine Gesetzesänderung beschlossen ist, verdichten sich die Anzeichen für ein Ende der Krypto-Haltefrist. Für dich als Anleger heißt das: Du solltest deine Transaktionen sorgfältig dokumentieren. Sollten Übergangsregelungen oder ein Stichtag für Altbestände eingeführt werden, sind Anschaffungsdaten, Kaufkurse und Transaktionshistorien von zentraler Bedeutung.
Mit dem extraETF Portfolio Tracker lassen sich Kryptowährungen gemeinsam mit ETFs, Aktien und weiteren Anlageklassen in einem zentralen Portfolio verwalten. Historische Anschaffungsdaten, Käufe und Verkäufe bleiben jederzeit nachvollziehbar. Gerade bei möglichen Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen schafft eine vollständige Dokumentation die notwendige Transparenz und erleichtert die spätere Aufbereitung für steuerliche Zwecke.
Noch ist nichts beschlossen
Für Anleger besteht aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Die bisherige Rechtslage gilt unverändert weiter. Erst wenn Bundestag und Bundesrat eine entsprechende Gesetzesänderung verabschieden, könnte die Haltefrist tatsächlich entfallen.
Fest steht jedoch: Mit dem Haushaltsentwurf hat die Bundesregierung ihre Pläne erstmals konkret formuliert. Sollte die Reform umgesetzt werden, wäre dies eine der bedeutendsten Änderungen der Krypto-Besteuerung in Deutschland seit Einführung der bisherigen Regelung.
Die geplante Abschaffung der Haltefrist würde langfristig orientierte Krypto-Anleger unmittelbar betreffen und könnte Deutschlands Attraktivität als Krypto-Standort verändern. Noch ist die Reform nicht beschlossen. Anleger sollten die politische Entwicklung daher aufmerksam verfolgen und ihre Transaktionen lückenlos dokumentieren. Ein zentrales Portfolio-Management – etwa mit dem extraETF Portfolio Tracker – hilft dabei, auch bei veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen den Überblick zu behalten.