Fast 50 Prozent Rendite mit nur vier ETFs: Was du von Björns Depot lernen kannst

Vier ETFs, eine monatliche Sparrate von 400 Euro und rund 1.200 Euro Dividenden pro Jahr: Björn (42) zeigt, wie unkompliziert langfristiger Vermögensaufbau sein kann. Sein Depot liegt bislang knapp 50 Prozent im Plus. Doch hinter der einfachen Strategie stecken bewusste Entscheidungen und einige Risiken, die auch anderen ETF-Anlegern bekannt sein sollten.
Björn ist Angestellter und legt jeden Monat 400 Euro für die Altersvorsorge zurück. Sein Ziel ist es, in mindestens 20 Jahren ein solides Polster für den Ruhestand aufzubauen und bereits heute regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten. Dafür will er sein Depot möglichst einfach halten.
Nach den schwächeren Börsenjahren 2022 und 2023 ging es seit Anfang 2024 aufwärts. Insgesamt steht inzwischen eine Rendite von knapp 50 Prozent zu Buche. Das ist erfreulich, aber keine Garantie für die Zukunft.
Schauen wir uns nun Björns Depot in Ruhe an und sehen dann, was du daraus für deine Geldanlage mitnehmen kannst.
Vier ETFs für ein klares Ziel
Rund 43 Prozent seines Depots sind im Amundi Core MSCI World ETF investiert. Hinzu kommen der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF für Dividendenwerte, der UBS Core MSCI Emerging-Markets-ETF mit rund 20 Prozent Gewicht und ein zusätzlicher Europa-ETF. Alle vier Fonds schütten ihre Erträge aus.
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Diese Mischung ist kein zufälliges ETF-Sammelsurium: Björn möchte weltweit investieren, aber die USA bewusst geringer gewichten. Gleichzeitig will er beobachten, wie sein laufender Dividenden-Cashflow wächst.
Weniger USA – eine bewusste Wette
Die Strategie zeigt sich in der Länderanalyse: Nordamerika macht rund 44 Prozent aus, die USA etwa 41 Prozent. Europa und Asien sind entsprechend stärker vertreten. Damit reduziert Björn auch den Anteil großer US-Technologieunternehmen zugunsten anderer Branchen.
Das kann funktionieren, muss aber nicht. Wer von der weltweiten Marktkapitalisierung abweicht, trifft eine aktive Entscheidung. Wenn sich US-Aktien besser entwickeln, kann Björns Depot hinter einem marktgewichteten Weltportfolio zurückbleiben.
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Aktuell erhält Björn ungefähr 1.200 Euro Dividenden im Jahr, also rechnerisch 100 Euro pro Monat. Die Auszahlung erfolgt jedoch nicht zwingend monatlich. Für ihn ist das ein motivierender Beleg, dass sein Vermögen arbeitet.
Dividenden sind allerdings kein Renditegeschenk: Mit der Ausschüttung sinkt der ETF-Wert entsprechend. Wer die Erträge nicht benötigt, kann sie wieder anlegen. Thesaurierende ETFs erledigen das automatisch. Lies dir an dieser Stelle den Beitrag ETFs: thesaurierend vs. ausschüttend durch.
Wo Björn genauer hinschauen sollte: Vier ETFs bedeuten nicht automatisch vier voneinander unabhängige Bausteine. Unternehmen wie Nestlé, Coca-Cola oder Johnson & Johnson können sowohl im MSCI World als auch im Dividenden-ETF vorkommen. Solche Überschneidungen können die Konzentration auf einzelne Aktien erhöhen, ohne dass dies bewusst wahrgenommen wird.
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Auch die hohe Schwellenländergewichtung und das ausschließlich aus Aktien bestehende Depot verdienen einen Blick. Ob Björn zusätzlich sichere Rücklagen besitzt, ist nicht bekannt. Mit näher rückendem Ruhestand könnte ein risikoärmerer Anteil sinnvoll werden.
Muss er überhaupt etwas ändern?
Nicht unbedingt. Er spart regelmäßig, kennt seine Ziele und bleibt seiner Strategie treu. Wer es noch einfacher möchte, könnte einen FTSE All-Cap- oder einen MSCI ACWI IMI-Indexfonds als Kern mit einem Dividenden-ETF kombinieren. Das würde allerdings die regionale Verteilung verändern.
Außerdem können Verkäufe der bisherigen ETFs steuerpflichtige Gewinne auslösen. Eine Umstellung nur um der Einfachheit willen wäre deshalb nicht automatisch besser.
Fazit: Einfachheit ist eine Stärke
Björns Beispiel zeigt, dass Anleger keine Vielzahl von ETFs benötigen, um langfristig Vermögen aufzubauen. Entscheidend sind eine nachvollziehbare Aufteilung, eine passende Risikostruktur und die Disziplin, den Sparplan auch in schwächeren Marktphasen fortzusetzen.
Prüfe dein Depot mit dem extraETF Portfolio Tracker. Mit diesem Tool kannst du wie Björn deine Wertentwicklung, Ausschüttungen und regionale Verteilung überwachen. Die X-Ray-Analyse zeigt dir zudem, welche Einzelaktien tatsächlich in deinen ETFs stecken und wo Überschneidungen oder Klumpenrisiken entstehen.
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