Timing: So lange brauchen Sie, um Verluste an der Börse aufzuholen

Warum Timing so wichtig ist? Weil Verluste oftmals sehr schwer wieder aufzuholen sind. Unser neuer Gewinn- und Verlustrechner zeigt Ihnen, wie lange es braucht.
Das ging schnell. Nur vier Handelstage benötigte der Nasdaq 100, um Anfang September seinen kompletten Monatsgewinn vom August wieder herzugeben. Um sieben Prozent ging es abwärts. In der Folge gab der Index sogar noch weiter nach und notierte am 21. September rund 13 Prozent im Minus verglichen mit seinem Höchststand vom 2. September. Einem Anleger mit langfristigem Anlagehorizont kann dieser kleine Knick egal sein. Dennoch zeigt sich: Timing ist ein Faktor an der Börse, den man nicht unterschätzen sollte.
Der Grund liegt auf der Hand. Gerade für Börsenneulinge ist es wichtig, mit Momentum einzusteigen. Wer zu Höchstkursen kauft, läuft Gefahr in die nächstbeste Korrektur hinein zu schlittern – und der Börse möglicherweise wieder frustriert den Rücken zu kehren, im schlimmsten Fall mit Verlusten!
Warum Timing auch für ETF-Anleger wichtig ist
Nun ist eine Korrektur von zehn bis 15 Prozent wie im Falle des Nasdaq 100 keine Seltenheit an der Börse. Und die meisten Anleger sind in der Lage, solch kleinere Rücksetzer problemlos zu verkraften. Besonders ETF-Anleger wissen: Nicht jeder kleine Einbruch ist gleich ein gefährliches Risiko oder gar der Tod des Portfolios.
Schwieriger wird es hingegen bei heftigeren Korrekturen jenseits von 30 Prozent und mehr. Denn dann muss Ihre Anlage bereits um 40 Prozent im Wert steigen, um den Break-Even wieder zu erreichen. Das kann durchaus eine Weile dauern. Der Lyxor S&P 500 UCITS ETF (WKN: LYX0FS) benötigte drei Jahre, um diese Performance zu erwirtschaften. Auch Verluste von 70 Prozent können in schlechten Börsenphasen drin sein – auch bei ETF-Investments. Der sogenannte Maximum Drawdown des Dax aus dem Jahr 2003 liegt bei 67 Prozent.
Nach solchen Abstürzen ist das Depot um zwei Drittel schlanker. Bis das wieder aufgeholt ist, gehen oft mehrere Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte ins Land. Das Schlimme ist: Die Erholung kann um ein Vielfaches länger dauern, als der Absturz selbst. Denn: Schon bei einem Rücksetzer von 50 Prozent muss sich der Kurs verdoppeln, um den Break-Even wieder zu erreichen. Zur Verdeutlichung: Für eine Rendite von 100 Prozent hat der Dax rund zehn Jahre gebraucht.
Anders herum gilt jedoch dasselbe Prinzip: Wenn Sie schon seit ein paar Jahren in einen Welt-ETF investieren und 60 Prozent Gewinn erwirtschaftet haben, dann kann Ihr ETF um 37,5 Prozent fallen, ohne dass Sie in den Verlustbereich abrutschen.
So viel Rendite brauchen Sie, um Verluste aufzuholen
Keine Frage, wer lange genug wartet, kommt irgendwann wieder auf 0. Das ETF-Risiko Totalverlust ist so gut wie nicht vorhanden. Doch wie lange eine solche Erholung dauert, hängt in hohem Maße davon ab, wie teuer gekauft wurde. Kurz gesagt: Je tiefer der Fall, desto höher der Wiederaufstieg. Daher bietet es sich für viele Anleger an, nicht ihr gesamtes Kapital auf einmal zu investieren. Oder aber sofort mit einer Anlagedauer von zehn Jahren plus x zu planen.


