29. September 2026
Welt-ETF-Check: Wie viel Welt steckt wirklich in deinem ETF?

Welt-ETF-Check: Wie viel Welt steckt wirklich in deinem ETF?

MSCI World, ACWI oder All-Cap? Unser DeepDive zeigt auf 43 Seiten, welcher Welt-ETF wirklich die ganze Welt ins Depot bringt.

Ein ETF, Tausende Unternehmen, die ganze Welt im Depot. So einfach klingt das Versprechen von Welt-ETFs. Doch „Welt“ ist nicht gleich Welt. Der MSCI World, lange die Standardempfehlung für Privatanleger, bildet nur 23 Industrieländer ab. China, Indien, Taiwan oder Brasilien fehlen darin ebenso wie kleinere Unternehmen. Wie groß die Unterschiede zwischen den Weltindizes tatsächlich sind, zeigt unser neuer DeepDive „Welt-ETFs“ auf 43 Seiten.

Welt-ETF: Vom MSCI World zur All-Cap-Lösung

Der MSCI World umfasst rund 1.300 große und mittelgroße Unternehmen und deckt damit etwa 75 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Rund 70 bis 75 Prozent des Index entfallen auf US-Unternehmen, die zehn größten Titel machen gut ein Viertel aus. Der MSCI ACWI ergänzt 24 Schwellenländer und kommt auf rund 2.500 Unternehmen. Der MSCI ACWI IMI und der FTSE Global All-Cap nehmen zusätzlich Small Caps auf und decken nahezu den gesamten investierbaren Weltaktienmarkt ab.

Wir raten: Ein Welt-ETF sollte aus unserer Sicht mindestens Industrie- und Schwellenländer umfassen. Noch besser, wenn er auch Small Caps enthält.

Die wichtigsten Weltindizes im Überblick:

IndexIndustrieländerSchwellenländerNebenwerteUnternehmen (gerundet)Marktabdeckung
MSCI Worldjaneinnein1.300ca. 75 %
MSCI ACWIjajanein2.500ca. 85 %
FTSE All-Worldjajanein4.300ca. 85 %
MSCI ACWI IMIjajaja8.200ca. 99 %
FTSE Global All-Capjajaja10.100ca. 99 %
Quelle: MSCI, FTSE Russell, extraETF Research

Unsere Empfehlung: so breit wie möglich

Je breiter ein Weltindex den globalen Aktienmarkt abbildet, desto besser verteilt sich das Risiko. Für Privatanleger, die es einfach und effizient halten wollen, sprechen wir uns deshalb in erster Linie für ETFs auf den MSCI ACWI IMI oder den FTSE Global All-Cap aus. Beide Indizes vereinen Industrie- und Schwellenländer sowie Small Caps in einem einzigen Produkt. Damit brauchst du weder einen zweiten ETF noch regelmäßiges Rebalancing.

Ein Milliardenmarkt mit klaren Favoriten

Welt-ETFs, die Industrie- und Schwellenländer in einem Produkt vereinen, verwalten laut unserer Auswertung inzwischen rund 149,7 Milliarden Euro. 2015 waren es noch rund zwei Milliarden Euro. Die Zahl der Produkte ist im selben Zeitraum von sieben auf 44 gestiegen. Standard-Welt-ETFs kommen im Schnitt auf eine TER von 0,17 Prozent.

Auch die extraETF-Community setzt auf Breite. In unserer Umfrage unter 1.135 Teilnehmern würden bei einem Neustart 27 Prozent den MSCI ACWI IMI wählen, 23,3 Prozent den FTSE All-World. Der MSCI World kommt nur noch auf 7,6 Prozent.

Zusätzlichen Schwung bringt der im August gestartete Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M). Er hält über 7.000 Aktien und ist damit der breiteste Welt-ETF für deutsche Privatanleger. Mit einer TER von 0,07 Prozent gehört er zugleich zu den günstigsten. „Der ETF bietet über ein einziges Produkt Zugang zum gesamten Spektrum globaler Aktien und schafft damit eine hervorragende Grundlage für ein langfristig ausgerichtetes Portfolio“, sagt Sebastian Külps, Leiter von Vanguard in Deutschland und Nord-Europa.

Das erwartet dich im DeepDive zu Welt-ETFs

Wir erklären, wie MSCI, FTSE Russell und Solactive die Börsenwelt aufteilen, warum Südkorea und Polen je nach Anbieter unterschiedlich eingestuft werden und weshalb du beim Kombinieren mehrerer ETFs bei einer Indexfamilie bleiben solltest. Dazu vergleichen wir die beliebtesten ETFs auf FTSE All-World, MSCI ACWI und Solactive, stellen ESG-Lösungen vor und nehmen sechs Spezial-ETFs genauer unter die Lupe, vom Gerd-Kommer-ETF (WKN: WELT0A) über den Scalable MSCI AC World Xtrackers (WKN: DBX1SC) bis zum BIP-gewichteten Welt-ETF von Amundi (WKN: ETF345).

Jetzt den DeepDive zu Welt-ETFs lesen.

Breite Streuung auch fürs Altersvorsorgedepot

Die Kernbotschaft des DeepDive gilt auch für die Altersvorsorge: Wer breit streut, macht sich unabhängig von einzelnen Ländern, Branchen und Unternehmen. Wie wichtig das ist, zeigt die Forschung von Hendrik Bessembinder: Rund 59 Prozent aller US-Aktien haben über ihre Lebensdauer Vermögen vernichtet, während nur 46 Unternehmen für die Hälfte des gesamten Vermögenszuwachses verantwortlich waren. Die Gewinner von morgen lassen sich vorab kaum bestimmen. Ein breiter Welt-ETF hat sie automatisch im Portfolio.

Gerade beim ab Januar 2027 geplanten Altersvorsorgedepot, das du über Jahrzehnte besparst, spielt das eine große Rolle. Entscheidest du dich für das Standarddepot, legt der Anbieter Anlagestrategie und Produkte fest. In der Regel dürften die Anbieter dabei auf breit gestreute globale Aktien-ETFs setzen. Prüfen solltest du das trotzdem, ebenso wie die Aktienquote, die Gesamtkosten und das Ablaufmanagement vor Rentenbeginn. Einen Überblick über die Angebote liefert unser Standarddepot-Vergleich.

Willst du dein freies Altersvorsorgedepot selbst gestalten, bietet sich ein breiter Welt-ETF auf den FTSE Global All-Cap, FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI als Kernbaustein an. Welche ETFs sich für die geförderte Altersvorsorge eignen, wie du einen defensiven Baustein ergänzt und wie viele ETFs du überhaupt brauchst, liest du in unserem Ratgeber Welche ETFs fürs Altersvorsorgedepot?

Trage dich jetzt in die AVD-Startliste ein

Welche Anbieter beim Altersvorsorgedepot an den Start gehen, zeigt unsere AVD-Startliste. Was dein Depot bis zum Renteneintritt bringen kann, rechnest du mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner aus. Und wie breit dein bestehendes Depot schon aufgestellt ist, siehst du mit der X-Ray-Analyse im extraETF Portfolio Tracker.

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