20. August 2026
Deshalb raten Experten jetzt: Kauft globale Aktien

Neuer Vanguard-Welt-ETF ist der breiteste – und einer der billigsten

Vanguard hat den breiteste Welt-ETF herausgebracht. Er enthält mehr als 7.000 Unternehmen und ist ein echtes Schnäppchen. Das musst du jetzt wissen.

Ein einziger ETF, der praktisch den gesamten investierbaren Weltaktienmarkt abdeckt – für 0,07 Prozent Gebühren im Jahr: Das ist nun mit dem Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M) möglich, den es auch mit Ausschüttungen gibt (WKN: A42B1N). Wie eine Vanguard-Sprecherin im Vorfeld gegenüber extraETF erklärte, bildet er mehr als 7.000 Unternehmen ab und ist damit der breiteste Welt-ETF, der aktuell in Deutschland verfügbar ist. „Er bietet über einen einzigen ETF Zugang zum gesamten Spektrum globaler Aktien und schafft damit eine hervorragende Grundlage für ein langfristig ausgerichtetes Portfolio“, sagt Sebastian Külps, Leiter von Vanguard in Deutschland und Nord-Europa. Die besondere Kombination für dich: du erhältst den breitesten ETF, den es aktuell gibt – und das auch noch zum Spottpreis. Du deckst also mit nur einem Produkt rund 99 Prozent des weltweiten Aktienmarkts ab. Das setzt die Konkurrenz in Sachen Produkt- und Preisgestaltung unter Druck.

Was den neuen Welt-ETF von anderen abhebt

Bekannte Welt-ETFs – etwa auf den MSCI ACWI oder den FTSE All-World – bilden zwar Industrie- und Schwellenländer ab, dort aber nur große und mittelgroße Unternehmen. Kleinere Unternehmen (Small Caps) bleiben außen vor, obwohl sie einen relevanten Teil des investierbaren Weltaktienmarkts ausmachen und langfristig aufgrund der sogenannten Size-Prämie eine Überrendite versprechen. Wer all dies in einem Produkt haben will, braucht einen ETF auf den MSCI ACWI IMI oder auf den FTSE Global All Cap. Zu ersterem gibt schon länger ein Produkt von SPDR. Zur FTSE-Variante gab es bis dato nur einen ETF in nachhaltiger ESG-Variante. Wie die Tabelle unten zeigt, ist der neue Welt-ETF breiter und kostengünstiger als die beiden vergleichbaren ETFs.

Der neue Vanguard-ETF zielt auf den erweiterten Index zum FTSE All-World (entspricht dem MSCI ACWI) ab. Der zugrundeliegende FTSE Global All Cap Index beheimatet mehr als 10.100 Titel. Das heißt für dich: „Der ETF umfasst nicht nur große und mittelgroße, sondern auch kleine Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern“, so Külps.

Tipp: FTSE Global All Cap vs. FTSE All-World: Welcher ETF passt besser?

Bislang gab es nur zwei ETFs, die diese Lücke schließen und auch Small Caps mit aufnehmen (jeweils erhältlich als thesaurierende und ausschüttende Anteilsklasse):

Welt-ETFs mit Industrie-und Schwellenländern sowie Nebenwerten

ETFIndexTERAktien im ETF (ca.)Titel im Index (ca.)
SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETFMSCI ACWI IMI0,17 %4.9008.200
Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETFFTSE Global All Cap Choice (ESG-gefiltert)0,24 %5.6008.300
Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (neu)FTSE Global All-Cap0,07 %über 7.00010.100
Quellen: MSCI-Factsheet "MSCI ACWI IMI Index (USD)", Stand: 30. Juni 2026. / Vanguard-Datenblatt "Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (USD) Accumulating", Stand: 30. Juni 2026. / Vanguard-Factsheet "Vanguard FTSE Global All Cap Index Fund (Institutional Plus GBP Acc)", Stand: 31. Juli 2026 – bildet denselben Index ab wie der neue UCITS-ETF. / Angabe einer Vanguard-Sprecherin gegenüber extraETF.

Wie du in der Tabelle siehst: Bei allen drei ETFs liegt die tatsächliche Zahl der gehaltenen Aktien unter der Zahl der Indextitel. Das heißt, dass nicht 1:1 repliziert, sondern gesampelt wird (eine repräsentative Auswahl der Indexwerte). Das macht die Verwaltung des ETFs praktikabler und günstiger. Der zugrunde liegende FTSE Global All-Cap Index selbst umfasst über 10.100 Unternehmen – der neue Vanguard-ETF hält gut 7.000. Das ist mehr als jeder andere ETF, den du in Deutschland kaufen kannst.

Der neue Vanguard-ETF übertrifft damit beide bisherigen Spitzenreiter in der Marktbreite – und unterbietet sie gleichzeitig deutlich bei den Kosten. Besonders auffällig: Bislang war die All-Cap-Strategie von Vanguard nur in der ESG-gefilterten Variante erhältlich. Mit dem neuen Produkt bekommen Anleger erstmals Zugriff auf den ungefilterten Index – zu weniger als einem Drittel der bisherigen Kosten. Der ETF ist in thesaurierender und ausschüttender Anteilsklasse verfügbar.

Kostenvergleich mit ähnlichen ETFs

Im direkten Vergleich mit den beiden bislang einzigen ETF-Strategien, die Industrie- und Schwellenländer inklusive Nebenwerten abdecken, ist der neue Vanguard-ETF deutlich günstiger:

  • Gegenüber dem SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (WKN: A1JJTD) mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,17 Prozent TER spart der neue ETF 0,10 Prozentpunkte pro Jahr – die Kosten liegen damit weniger als halb so hoch.
  • Gegenüber dem Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (WKN: A2QL8U) – also der nachhaltigen Variante zum ganz neuen Vanguard-Welt – sind es 0,17 Prozentpunkte weniger – die neuen Kosten betragen weniger als ein Drittel.

Bei einer Anlage von 10.000 Euro bedeutet das über die TER gerechnet: Sieben Euro Kosten pro Jahr beim neuen ETF, gegenüber 17 Euro beim SPDR-Produkt und 24 Euro bei der ESG-Variante von Vanguard.

Das heißt für dich: Bei einer Anlage von 10.000 Euro bedeutet das über die TER gerechnet: Sieben Euro Kosten pro Jahr beim neuen ETF, gegenüber 17 Euro beim SPDR-Produkt und 24 Euro bei der ESG-Variante von Vanguard.

Blickt man über diese engere Vergleichsgruppe hinaus auf alle Welt-Aktien-ETFs, ist der neue Vanguard-ETF nicht ganz konkurrenzlos günstig: Zwei ETFs auf den MSCI World – der reine Industrieländer-Index ohne Schwellenländer und Small Caps – liegen mit 0,05 Prozent (Invesco) und 0,06 Prozent (UBS) sogar noch etwas niedriger. Auch der BNP Paribas Easy MSCI ACWI UCITS ETF (WKN: A41XQA) (0,06 Prozent), der Industrie- und Schwellenländer abdeckt, aber ohne Small Caps, unterbietet den neuen ETF leicht.

Wichtig für dich: Wer allerdings Small Caps mit ins Depot holen will, findet aktuell kein günstigeres Produkt als den neuen Vanguard-ETF.

Warum das für Privatanleger relevant ist

Wer bislang einen klassischen Welt-ETF im Depot hält, deckt in der Regel nur einen Teil des investierbaren Aktienmarkts ab. Der neue ETF ermöglicht es, mit einem einzigen Produkt nahezu den gesamten globalen Aktienmarkt abzubilden – Large, Mid und Small Caps inklusive. Bei einer TER von 0,07 Prozent ist das zudem günstiger als praktisch jeder etablierte Welt-ETF, auch günstiger als Vanguards eigener FTSE All-World mit 0,14 Prozent nach der jüngsten Senkung.

Teil einer größeren Produktoffensive

Parallel brachte Vanguard den thesaurierenden Vanguard FTSE Global Small-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1P) bzw. die ausschüttenden Anteilsklasse (WKN: A42B1Q) zu 0,22 Prozent TER auf den Markt. Zudem ging der Vanguard FTSE All-World ex-U.S. UCITS ETF (WKN: A42B1R) bzw. die ausschüttenden Variante (WKN: A42B1S) zu 0,12 Prozent TER an den Start. Damit gibt es zwei weitere globale Aktien-ETFs für gezieltere Engagements – etwa für Anleger, die ihre US-Gewichtung separat steuern möchten.

Auch diese Produkte haben ihre Daseinsberechtigung, doch im Zentrum steht aus unserer Sicht klar der neue allumfassende günstige Welt-ETF auf den FTSE Global All-Cap Index. Külps fasst die Kostenstrategie hinter dem Launch entsprechend so zusammen: „Besonders wichtig ist uns bei Vanguard dabei, dass möglichst viel von der Marktrendite beim Anleger ankommt. Deshalb haben wir die laufenden Kosten mit 0,07 Prozent bewusst sehr niedrig gehalten.“

Wer wissen möchte, wie stark sich die Wahl des zugrunde liegenden Welt-Index langfristig auf Rendite und Risiko auswirkt, kann sich schon jetzt auf einen ausführlichen DeepDive freuen, der Ende September bei uns auf extraETF.com erscheint.

Lohnt sich ein Wechsel für bestehende Welt-ETF-Anleger?

Wer bereits einen Welt-ETF im Depot hält, sollte einen Wechsel nicht überstürzen. Beim Verkauf bestehender Anteile werden angefallene Kursgewinne in der Regel steuerpflichtig – die Kapitalertragsteuer fällt sofort an, während die Kostenersparnis durch die niedrigere TER sich erst über Jahre summiert. Bei einem bereits gut laufenden Depot kann der steuerliche Nachteil eines Komplettverkaufs die Ersparnis durch die günstigeren laufenden Kosten leicht übersteigen.

Hinzu kommt: Der neue ETF hat noch keine Kurshistorie und ist gerade erst gestartet. Wie zuverlässig er den Index tatsächlich nachbildet (Tracking-Differenz) und wie sich Spread und Handelsvolumen im Alltag entwickeln, lässt sich erst nach einigen Monaten seriös beurteilen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass ein derart breiter Welt-ETF gut angenommen wird. 

Wer ohnehin regelmäßig neu investiert – etwa über einen Sparplan – kann den bisherigen ETF einfach halten und ausschließlich neue Sparraten in den günstigeren, breiteren ETF umleiten. Das vermeidet den steuerlichen Nachteil eines Verkaufs und sorgt trotzdem dafür, dass das Depot schrittweise breiter aufgestellt wird. Schaue also gleich zum ETF-Sparplan-Vergleich. Du kannst dir auch überlegen, den Steuerfreibetrag auszuschöpfen, um dann Schritt für Schritt auf den günstigeren ETF umzusteigen.

Gerade, wenn du nicht ausschließlich auf einen derart breiten Welt-ETF setzen, solltest du unbedingt den extraETF Portfolio Tracker nutzen. Er zeigt dir, wie stark das eigene Depot bereits über Regionen, Sektoren und Unternehmensgrößen gestreut ist. Du siehst dann auch, wie sich die Hinzunahme neuer Produkte, wie etwa einem Welt-ETF, auf das Gesamtgefüge auswirkt.