
Vanguard startet extrem breiten Welt-ETF für nur 0,07 % TER
Vanguard hat den breiteste Welt-ETF herausgebracht. Er enthält mehr als 7.000 Unternehmen und ist ein echtes Schnäppchen. Das musst du jetzt wissen.
Mehr als 7.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, inklusive Small Caps und das für nur 0,07 Prozent TER: Mit dem neuen Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M) bringt Vanguard einen der breitesten und günstigsten Welt-ETFs auf den deutschen Markt. Eine ausschüttende Variante ist ebenfalls verfügbar (WKN: A42B1N).
Der ETF bildet den FTSE Global All Cap Index ab. Dieser umfasst rund 10.100 Unternehmen und deckt etwa 99 Prozent des globalen investierbaren Aktienmarkts ab. Mit einem Investment in rund 7.000 dieser Aktien versucht der ETF, die Wertentwicklung des Index möglichst genau abzubilden. Der ETF geht damit einen entscheidenden Schritt weiter als klassische ETFs auf den MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World, da er neben Large und Mid Caps auch Small Caps enthält.
„Der ETF bietet über ein einziges Produkt Zugang zum gesamten Spektrum globaler Aktien und schafft damit eine hervorragende Grundlage für ein langfristig ausgerichtetes Portfolio. Er umfasst nicht nur große und mittelgroße, sondern auch kleine Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern“, sagt Sebastian Külps, Leiter von Vanguard in Deutschland und Nord-Europa.
Was den neuen Welt-ETF von anderen abhebt
Bekannte Welt-ETFs, die beispielsweise den MSCI ACWI oder den FTSE All-World abbilden, enthalten zwar Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, jedoch nur von großen und mittelgroßen Unternehmen. Kleinere Unternehmen (Small Caps) bleiben außen vor, obwohl sie einen relevanten Teil des investierbaren Weltaktienmarkts ausmachen und aufgrund der sogenannten Size-Prämie langfristig eine Überrendite versprechen.
Wer alle Aktien in einem Produkt vereint haben möchte, benötigt einen ETF auf den MSCI ACWI IMI oder auf den FTSE Global All Cap. Zu ersterem gibt es schon länger ein Produkt von SPDR. Zur FTSE-Variante gab es bisher nur einen ETF in nachhaltiger ESG-Ausführung. Wie die folgende Tabelle zeigt, ist der neue Welt-ETF jedoch breiter und kostengünstiger als die beiden vergleichbaren ETFs.
Welt-ETFs mit Industrie-und Schwellenländern sowie Nebenwerten
| ETF | Index | TER | Aktien im ETF (ca.) | Titel im Index (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF | MSCI ACWI IMI | 0,17 % | 4.900 | 8.200 |
| Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF | FTSE Global All-Cap Choice (ESG-gefiltert) | 0,24 % | 5.600 | 8.300 |
| Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF | FTSE Global All-Cap | 0,07 % | 7.000 | 10.100 |
| Quellen: MSCI-Factsheet "MSCI ACWI IMI Index (USD)", Stand: 30. Juni 2026. / Vanguard-Datenblatt "Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (USD) Accumulating", Stand: 30. Juni 2026. / Vanguard-Factsheet "Vanguard FTSE Global All Cap Index Fund (Institutional Plus GBP Acc)", Stand: 31. Juli 2026 – bildet denselben Index ab wie der neue UCITS-ETF. / Angabe einer Vanguard-Sprecherin gegenüber extraETF. | ||||
| Tipp: Hier haben wir die beliebten FTSE Indizes direkt miteinander verglichen. FTSE Global All Cap vs. FTSE All-World: Welcher ETF passt besser? |
Wie die Tabelle zeigt, halten alle drei ETFs weniger Aktien als ihre jeweiligen Referenzindizes. Anstatt sämtliche Indexwerte eins zu eins nachzubilden, setzen die Anbieter auf sogenanntes Sampling. Dabei wird eine repräsentative Auswahl der im Index enthaltenen Aktien gehalten, um dessen Wertentwicklung möglichst genau abzubilden und gleichzeitig den Verwaltungs- und Handelsaufwand zu reduzieren. So umfasst der FTSE Global All-Cap Index mehr als 10.100 Unternehmen, während der neue Vanguard-ETF gut 7.000 Aktien tatsächlich hält. Damit ist er dennoch breiter aufgestellt als jeder andere derzeit in Deutschland erhältliche ETF.
Damit übertrifft der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF beide bisherigen Spitzenreiter in der Marktbreite und unterbietet sie gleichzeitig deutlich bei den Kosten.
Kostenvergleich mit ähnlichen ETFs
Im direkten Vergleich mit den beiden bislang einzigen ETF-Strategien, die Industrie- und Schwellenländer inklusive Small-Caps abdecken, ist der neue Vanguard-ETF deutlich günstiger:
- Gegenüber dem SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (WKN: A1JJTD) mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,17 Prozent TER spart der neue ETF 0,10 Prozentpunkte pro Jahr – die Kosten liegen damit weniger als halb so hoch.
- Gegenüber dem Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (WKN: A2QL8U) – also der nachhaltigen Variante zum ganz neuen Vanguard-Welt – sind es 0,17 Prozentpunkte weniger – die neuen Kosten betragen weniger als ein Drittel.
Bei einer Anlage von 10.000 Euro bedeutet das über die TER gerechnet: Sieben Euro Kosten pro Jahr beim Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF, gegenüber 17 Euro beim SPDR-ETF und 24 Euro bei der ESG-Variante von Vanguard.
Im Vergleich mit anderen günstigen Welt-ETFs zeigt sich, wie attraktiv die Kosten des Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF sind. Zwar gibt es einige Produkte mit einer noch niedrigeren TER, diese bilden den globalen Aktienmarkt jedoch weniger umfassend ab. So kosten die günstigsten ETFs auf den MSCI World von Invesco und UBS lediglich 0,05 beziehungsweise 0,06 Prozent pro Jahr. Sie investieren allerdings ausschließlich in Industrieländer und enthalten weder Schwellenländer noch Small Caps.
Der BNP Paribas Easy MSCI ACWI UCITS ETF (WKN: A41XQA) ist mit 0,06 Prozent ebenfalls minimal günstiger und bezieht zusätzlich Schwellenländer ein – Small Caps bleiben aber auch hier außen vor.
Besonders interessant ist auch der Vergleich mit ETFs auf den FTSE All-World. Diese investieren ebenfalls weltweit in Industrie- und Schwellenländer, berücksichtigen jedoch nur große und mittelgroße Unternehmen. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF kostet nach der jüngsten Gebührensenkung 0,14 Prozent pro Jahr und damit doppelt so viel wie der neue FTSE Global-All-Cap-ETF. Selbst mit dem bislang besonders günstigen Xtrackers-ETF auf den FTSE All-World, der eine TER von 0,07 Prozent aufweist, zieht Vanguard nun gleich – bietet mit der zusätzlichen Abdeckung von Small Caps aber eine noch breitere Diversifikation.
Teil einer größeren Produktoffensive
Parallel dazu brachte Vanguard den thesaurierenden Vanguard FTSE Global Small-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1P) sowie die ausschüttende Anteilsklasse (WKN: A42B1Q) mit einer TER von 0,22 Prozent auf den Markt. Zudem wurde der Vanguard FTSE All-World ex-U.S. UCITS ETF (WKN: A42B1R) bzw. die ausschüttende Variante (WKN: A42B1S) mit einer TER von 0,12 Prozent aufgelegt. Damit gibt es zwei weitere globale Aktien-ETFs für gezieltere Engagements, beispielsweise für Anleger, die ihre US-Gewichtung separat steuern möchten.
Auch diese Produkte haben ihre Daseinsberechtigung, doch im Zentrum steht aus unserer Sicht klar der neue, allumfassende, günstige Welt-ETF auf den FTSE Global All-Cap Index. Külps fasst die Kostenstrategie hinter dem Launch wie folgt zusammen: „Besonders wichtig ist uns bei Vanguard dabei, dass möglichst viel von der Marktrendite beim Anleger ankommt. Deshalb haben wir die laufenden Kosten mit 0,07 Prozent bewusst sehr niedrig gehalten.”
Wer wissen möchte, wie stark sich die Wahl des zugrunde liegenden Welt-Index langfristig auf Rendite und Risiko auswirkt, kann sich schon jetzt auf einen ausführlichen Deep Dive freuen, der Ende September erscheint.
Lohnt sich ein Wechsel für bestehende Welt-ETF-Anleger?
Wer bereits einen Welt-ETF im Depot hält, muss nicht sofort wechseln. Ein Verkauf bestehender Anteile kann steuerliche Folgen haben: Auf realisierte Kursgewinne fällt Kapitalertragsteuer an, sofern diese nicht durch den Sparerpauschbetrag oder vorhandene Verlustverrechnungstöpfe aufgefangen werden. Die Ersparnis durch eine niedrigere TER macht sich dagegen erst über viele Jahre bemerkbar. Gerade bei größeren Buchgewinnen kann ein kompletter Wechsel deshalb wirtschaftlich wenig sinnvoll sein.
Zudem ist der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF gerade erst gestartet. Erfahrungswerte zur tatsächlichen Tracking-Differenz, zu den Spreads und zur Handelsliquidität müssen sich erst noch entwickeln. Eine niedrige TER allein sagt schließlich noch nicht aus, wie effizient ein ETF seinen Index in der Praxis abbildet. Hier lohnt es sich, die Entwicklung des neuen Produkts in den kommenden Monaten zu beobachten.
Eine interessante Alternative zum Komplettwechsel gibt es für Anleger, die regelmäßig per Sparplan investieren: Der bestehende Welt-ETF kann einfach im Depot bleiben, während künftige Sparraten in den neuen Vanguard-ETF fließen. So lassen sich steuerpflichtige Verkäufe vermeiden und Neuanlagen zugleich breiter und kostengünstiger investieren. In unserem ETF-Sparplan-Vergleich kannst du prüfen, bei welchen Brokern der ETF als Sparplan verfügbar ist. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, bestehende Positionen schrittweise zu verkaufen und dabei den verfügbaren Sparerpauschbetrag gezielt zu nutzen.
Wer mehrere ETFs oder weitere Wertpapiere im Depot kombiniert, sollte außerdem das Gesamtportfolio im Blick behalten. Der extraETF Portfolio Tracker zeigt dir, wie dein Vermögen über Regionen, Branchen und weitere Merkmale verteilt ist. So kannst du auch überprüfen, wie sich ein neuer Welt-ETF auf die Diversifikation deines gesamten Portfolios auswirkt.