Aktive ETFs sind auf dem Vormarsch: Sind damit Überrenditen drin?
Welcher Anleger hatte noch nie diesen Traum: Endlich den Markt schlagen. Mit genau diesem Versprechen gehen aktive ETFs an den Start.
Der Traum vieler Anleger ist es, den Markt dauerhaft zu schlagen. Klassische ETFs, die einen Index passiv nachbilden, haben in den vergangenen Jahren einen enormen Zulauf erfahren. Doch wer höhere Renditen anstrebt, stößt schnell auf aktive ETFs. „Zum einen ermöglichen die Transparenz und Effizienz von ETFs aktiven Anlegern, sich auf die Performance des Fondsmanagers bei der Erreichung ihrer angestrebten Ziele zu konzentrieren. Es steht genau fest, was das Halten des Investments kostet und was es kosten würde, es zu kaufen oder zu verkaufen“, sagt Michael John Lytle, Chief Executive Officer, Tabula Investment Management, eine Tochtergesellschaft von Janus Henderson Investors. Im Großen und Ganzen lässt sich festhalten, dass aktive ETFs meist nur unerheblich teurer sind als passive, häufig sind sie ähnlich teuer.
Neben der Möglichkeit, den „Markt schlagen zu können“, gibt es ein weiteres Argument. „Zum anderen sind aktive ETFs eine hervorragende Möglichkeit, um ein Engagement in Anlageklassen zu erreichen, das derzeit in den Portfolios der Anleger fehlt, aber passiv nicht ohne weiteres angeboten werden kann“, so Lytle.
Was sind aktive ETFs?
Anders als klassische ETFs, die einfach nur einen Index nachbilden, werden aktive ETFs von einem Fondsmanagement verwaltet. Diese Manager treffen gezielte Anlageentscheidungen, mit dem Ziel, eine höhere Rendite als der Markt zu erzielen. Dabei nutzen sie verschiedene Strategien. Klassischerweise geht es dabei etwa um Stock Picking, was die gezielte Auswahl einzelner Aktien mit hohem Wachstumspotenzial meint. Es geht auch darum, günstige Phasen zu erwischen, also Market Timing zu betreiben. Aktive ETFs kombinieren also die Flexibilität von klassischen Investmentfonds mit der Transparenz und Handelbarkeit von ETFs.
Können aktive ETFs den Markt schlagen?
Die große Frage lautet: Sind aktive ETFs tatsächlich in der Lage, langfristig bessere Renditen zu liefern als ein einfacher S&P 500 oder MSCI World ETF? Bei großen Indizes dürfte es schwer sein, den Markt langfristig zu schlagen, zu effizient sind diese Märkte. Das belegen Studien immer wieder. Doch gerade in kleineren oder exotischeren Märkten kann aktives Management seine Vorteile ausspielen. Dein Kerninvestment sollten daher durchaus passive Welt-ETFs sein, aktive ETFs kannst du beimischen in der Hoffnung, dass sie dir den Kursturbo zünden.
Übrigens: Wir arbeiten derzeit an einer Studie zu aktiven ETFs. Diese werden wir bald auf unserer Website veröffentlichen. Solange kannst du dir unserem Wissensbeitrag „Was du alles über aktive ETFs wissen solltest“ ansehen.
Fazit: Überrenditen sind theoretisch drin
Die Geschichte aktiver ETFs ist in Deutschland noch relativ jung. Studien zu klassischen Investmentfonds im Vergleich zu passiven ETFs legen nahe: In weniger liquiden Aktienmärkten könnten aktive ETFs aussichtsreich sein. Je größer der Markt, desto schwieriger ist es, diesen zu übertreffen. Daher können aktive ETFs eine interessante Ergänzung zu einem breit aufgestellten Portfolio sein. Sie bieten die Möglichkeit, gezielt in Marktchancen zu investieren und Risiken flexibler zu steuern. Allerdings sind sie mit oft mit leicht höheren Kosten verbunden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich der Mehraufwand und die höheren Kosten bei aktiven ETFs lohnen.
Autor Thomas Brummer
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich.
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