Trade Republic startet Firmendepot: Jetzt können auch GmbHs ihr Geld anlegen

Trade Republic öffnet sein Angebot für alleinige Gesellschafter einer GmbH oder UG: 2,5 Prozent Tagesgeld ohne Obergrenze, günstige Sparpläne und Kryptozugang fürs Firmenvermögen.
Trade Republic erweitert sein Angebot um ein Firmendepot. Mit dem sogenannten „Private Holding Account“ richtet sich der Neobroker erstmals auch an Unternehmer, die das Vermögen ihrer GmbH oder haftungsbeschränkten UG über Trade Republic verwalten und investieren möchten.
Das Angebot ist vor allem für Unternehmer interessant, die größere Liquiditätsreserven in ihrer Gesellschaft halten. Denn nicht investiertes Guthaben wird aktuell mit 2,5 Prozent pro Jahr verzinst – ohne Obergrenze. Damit kann beispielsweise auch Liquidität, die für spätere Investitionen oder Ausschüttungen vorgesehen ist, verzinst werden.
Voraussetzung für die Eröffnung ist derzeit, dass du alleiniger Gesellschafter oder Eigentümer einer deutschen GmbH oder UG bist und bereits ein privates Konto bei Trade Republic besitzt.
Firmendepot: Aktien, ETFs und Anleihen für das Firmenvermögen
Beim Wertpapierhandel orientiert sich Trade Republic an den Konditionen des bekannten Privatkundendepots. Anleger erhalten Zugang zu Aktien, ETFs, Anleihen, Derivaten und Kryptowerten. Sparpläne können ohne Ausführungsgebühr eingerichtet werden. Einzelorders kosten über den Standardhandelsplatz einen Euro Fremdkostenpauschale.
Damit greift Trade Republic einen Markt an, in dem Wertpapierdepots für Kapitalgesellschaften bislang häufig deutlich teurer und aufwendiger zu eröffnen sind als Privatkundendepots. Gerade für kleinere Holdinggesellschaften kann das interessant sein. Statt überschüssiges Firmenvermögen unverzinst auf einem Geschäftskonto liegen zu lassen, lässt es sich verzinsen oder langfristig am Kapitalmarkt investieren.
Sichere dir die hoch Verzinsung auf dein nicht investiertes Guthaben, egal ob privat oder als Firmendepot.
2,5 Prozent Tagesgeld-Zinsen ohne Obergrenze
Besonders auffällig ist die Verzinsung des Guthabens. Seit dem 16. September 2026 zahlt Trade Republic 2,5 Prozent pro Jahr. Die Verzinsung gilt nach Angaben des Anbieters auch für den neuen Private Holding Account und ohne Begrenzung des verzinsten Betrags. Für eine GmbH mit beispielsweise 500.000 Euro freier Liquidität entspräche das bei konstantem Zinssatz 12.500 Euro Zinsertrag pro Jahr vor Steuern.
Allerdings sollte ein Firmendepot nicht mit einem klassischen Geschäftskonto verwechselt werden. Unternehmer sollten daher prüfen, welche Funktionen sie für den operativen Zahlungsverkehr benötigen und welches Firmenvermögen tatsächlich längerfristig verfügbar ist. Hier noch die Vorteile des neuen Angebots von Trade Republic gegenüber konventionellen Firmendepots im Überblick:
| Klassisches Geschäftskonto | Trade Republic Private Holding | |
|---|---|---|
| Verzinsung Guthaben | meist 0 bis 1 Prozent, oft mit Obergrenze | 2,5 Prozent, ohne Obergrenze |
| Ordergebühren | häufig 10 bis 30 Euro pro Order | 1 Euro (Bestpreis) bzw. 2 Euro (Börsenplatz) |
| Sparpläne | selten kostenfrei verfügbar | kostenfrei ausführbar |
| Mindestorder | meist mehrere hundert Euro | ab 1 Euro |
| Zugang zu Kryptowerten | in der Regel nicht möglich | möglich |
| Kontoeröffnung | oft Wochen, viel Papierkram | digital, innerhalb von Minuten |
Hinweis: Die Konditionen klassischer Geschäftsdepots variieren stark je nach Bank – die Angaben in der Tabelle sind typische Richtwerte, keine Erhebung einzelner Institute.
Firmendepots sind noch mehr oder weniger eine Nische: „Milliarden liegen in deutschen Holdings und arbeiten kaum. Investieren ist für viele Gesellschaften noch immer teuer, kompliziert und mit unnötigen Hürden verbunden“, sagt Christian Hecker, Co-Gründer von Trade Republic, zum Start des Angebots.
Steuern: Aktien können in der GmbH besonders interessant sein
Ein weiterer Vorteil kann sich aus der Besteuerung ergeben. Trade Republic verweist darauf, dass Gewinne aus Aktien innerhalb einer Holding unter bestimmten Voraussetzungen effektiv mit rund 1,5 Prozent besteuert werden können.
Hintergrund ist § 8b Körperschaftsteuergesetz. Veräußerungsgewinne aus direkt gehaltenen Aktien sind bei Kapitalgesellschaften grundsätzlich zu 95 Prozent steuerfrei. Lediglich fünf Prozent des Gewinns werden steuerlich berücksichtigt. Daraus kann sich bei Körperschaft- und Gewerbesteuer eine effektive Belastung von ungefähr 1,5 Prozent ergeben.
Allerdings gilt diese Rechnung nicht pauschal für sämtliche Anlagen im Firmendepot. Bei ETFs richtet sich die Besteuerung nach dem Investmentsteuergesetz. Bei Aktienfonds kann für Kapitalgesellschaften eine Teilfreistellung von 80 Prozent greifen. Auch Dividenden aus einzelnen Aktien werden steuerlich anders behandelt als Veräußerungsgewinne. Bei Streubesitzbeteiligungen gelten zusätzliche Einschränkungen.
Auch die 2,5 Prozent Guthabenzinsen sind nicht mit 1,5 Prozent besteuert. Zinserträge gehören grundsätzlich zum steuerpflichtigen Einkommen der Gesellschaft und unterliegen der regulären Besteuerung.
Der steuerliche Vorteil eines Firmendepots liegt deshalb vor allem darin, Kapital innerhalb der Gesellschaft langfristig anzulegen und Erträge dort weiter zu reinvestieren. Werden Gelder später an den privaten Gesellschafter ausgeschüttet, entsteht auf privater Ebene grundsätzlich eine weitere Besteuerung.
Wichtig: Welche steuerliche Gestaltung sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Unternehmens- und Holdingstruktur ab. Vor größeren Investments aus einer GmbH sollte deshalb ein Steuerberater einbezogen werden.
Für wen lohnt sich das neue Trade-Republic-Firmendepot?
Interessant dürfte das Angebot insbesondere für Unternehmer sein, die über ihre GmbH oder Holding größere Liquiditätsreserven aufgebaut haben und diese bislang auf klassischen Bankkonten halten.
Wer das Geld kurzfristig benötigt, kann zunächst von der Guthabenverzinsung profitieren. Für längerfristig verfügbares Kapital kommen Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere infrage. Dabei sollten Unternehmer allerdings klar zwischen operativer Liquiditätsreserve und langfristig investierbarem Firmenvermögen unterscheiden.
Auch die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft spielt eine Rolle. Geld für Steuern, Gehälter oder kurzfristige betriebliche Verpflichtungen gehört nicht ohne Weiteres in schwankungsanfällige Anlagen.
So behältst du mit dem extraETF Portfolio Tracker den Überblick
Mit einem zusätzlichen Firmendepot wird das persönliche Vermögensmanagement allerdings komplexer. Wer künftig ein privates Depot und ein Firmendepot führt, verliert schnell den Gesamtüberblick über das eigene Vermögen. Genau hier hilft der extraETF Portfolio Tracker: Du kannst beide Depots – privat und Firmenvermögen – getrennt anlegen und gleichzeitig in einer konsolidierten Gesamtübersicht auswerten. Das bringt dir:
- Getrennte, aber vergleichbare Performance-Auswertung von privatem Depot und Firmendepot, ohne beide manuell nebeneinander in Excel pflegen zu müssen
- Asset-Allokation über beide Depots hinweg im Blick, um Klumpenrisiken zu vermeiden, wenn du in beiden Töpfen ähnliche Positionen hältst
- Transaktionshistorie und Kursverlauf für Aktien, ETFs und Kryptowerte, unabhängig davon, über welches Konto sie gekauft wurden
- Dividenden- und Ertragsübersicht, die dir hilft, den Überblick über reinvestierte versus entnommene Erträge zu behalten – relevant gerade wegen der oben beschriebenen steuerlichen Unterschiede
Fazit: Ein Mehrwert für Unternehmer
Mit dem neuen Firmendepot macht Trade Republic die Wertpapieranlage für alleinige Gesellschafter von GmbHs oder UGs deutlich einfacher zugänglich. Die Kombination aus 2,5 Prozent Guthabenzins, günstigen Wertpapierorders und digitaler Kontoeröffnung dürfte insbesondere für kleinere Holdinggesellschaften interessant sein. Bei der Anlage von Firmenvermögen sollten Unternehmer jedoch Liquiditätsbedarf, Anlagerisiken und vor allem die steuerlichen Unterschiede zwischen Aktien, ETFs, Dividenden und Zinsen genau berücksichtigen.








