Was sind Mischfonds?

Geldanlage mit verschiedenen Anlageklassen


Mischfonds gelten als praktische Komplettlösung für Anleger, die ihr Geld breit streuen möchten, ohne sich selbst laufend um die Auswahl einzelner Wertpapiere kümmern zu müssen. Sie kombinieren verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere, Rohstoffe oder Immobilienwerte in einem Fonds. Das Ziel besteht darin, Renditechancen zu nutzen und gleichzeitig das Risiko durch Diversifikation zu begrenzen. Gleichzeitig sind steuerliche Vorteile, automatisches Rebalancing und die Kosten von Mischfonds genauer zu beleuchten. 

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie Mischfonds funktionieren, welche Arten es gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben und worauf du beim Vergleich achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze:
Alles über Mischfonds

  • Mischfonds investieren breit: Mischfonds kombinieren mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere, Rohstoffe, Edelmetalle oder Immobilienwerte in einem Fonds.

  • Ziel ist eine gute Balance: Aktien sorgen für Renditechancen, während Anleihen und defensive Anlagen für Stabilität sorgen sollen.

  • Aktives Management: In der Regel entscheidet ein Fondsmanagement über die Allokation des Fondsportfolios und passt die Zusammensetzung je nach Strategie und Marktlage an.

  • Das Risiko hängt besonders vom Aktienanteil ab: Je höher der Aktienanteil, desto stärker können Schwankungen und mögliche Verluste ausfallen.

  • Kosten beachten: Mischfonds sind meist deutlich teurer als ETFs. Mögliche Kosten sind Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren, Performance-Gebühren und Depotkosten.

  • Geeignet für: Anleger, die mittel- bis langfristig investieren, breit streuen und ihre Anlageentscheidungen nicht komplett selbst treffen möchten.

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Was ist ein Mischfonds?

Was ist ein Mischfonds?

Ein Mischfonds ist ein Investmentfonds, der in verschiedene Anlageklassen, meist Aktien und Anleihen, investiert. Je nach Strategie und Asset Allocation können auch Geldmarktpapiere, Rohstoffe, Edelmetalle oder Immobilienwerte enthalten sein.

Das Ziel von Mischfonds besteht darin, Renditechancen zu nutzen und das Risiko durch eine breite Diversifikation zu senken. Die genaue Zusammensetzung hängt von der Anlagestrategie, den Anlagebedingungen und dem Risikoprofil des jeweiligen Fonds ab. Ein klassischer Mischfonds ist ein aktiver Fonds. Dagegen werden ETFs, die in mehrere Anlageklassen investieren, Multi-Asset-ETFs genannt. Aktive oder passive ETFs sind möglich.

Übrigens: Mischfonds werden häufig auch als Multi-Asset-Fonds bezeichnet. Streng genommen ist „Multi-Asset” jedoch der übergeordnete Begriff, da er alle Fonds umfasst, die in mehrere Anlageklassen investieren, darunter auch klassische Mischfonds.

Wie funktionieren Mischfonds?

Wie funktionieren Mischfonds?

Bei einem klassischen Mischfonds übernimmt das Fondsmanagement die Auswahl und Gewichtung der Anlagen. Es entscheidet, wie das Fondsvermögen dieses aktiven Fonds auf Aktien, Anleihen oder andere Anlageklassen aufgeteilt wird. Diese Aufteilung wird als Allokation bezeichnet. Je nach Strategie kann die Zusammensetzung fest oder flexibel sein. Flexible Mischfonds passen den Aktienanteil an die Marktlage an. Das kann die Chancen erhöhen, birgt aber auch Managementrisiken. Ein automatisches, regelmäßiges Rebalancing ist ein charakteristisches Kennzeichen von Mischfonds.

Wie bei ETFs gibt es bei Mischfonds, ausschüttende Fonds, bei denen die Erträge regelmäßig ausgezahlt werden oder thesaurierende, bei denen die Erträge automatisch wieder im Fonds angelegt werden.

So werden Mischfonds gesteuert:

  • Professionelles Management: Ein Fondsmanager oder ein regelbasiertes Modell überwacht den Mischfonds und passt seine Zusammensetzung an die Marktlage an.
  • Strategische Allokation: Die Aufteilung auf Anlageklassen wie Aktien und Anleihen bestimmt die Renditechancen, das Risiko und die Stabilität des Portfolios.
  • Laufendes Rebalancing: Das Portfolio wird regelmäßig angepasst, damit die gewünschte Gewichtung und das Risikoprofil erhalten bleiben.
Welche Anlageklassen sind in Mischfonds enthalten?

Welche Anlageklassen sind in Mischfonds enthalten?

Mischfonds investieren in der Regel in Aktien und Anleihen. Aktien bieten zwar höhere Renditechancen, unterliegen aber auch stärkeren Schwankungen. Anleihen sollen für mehr Stabilität sorgen. Je nach Fonds können auch Geldmarktpapiere, Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilienwerte oder Währungen enthalten sein. Diese Mischung soll das Risiko breiter streuen. Verluste sind trotzdem möglich.

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Welche Arten von Mischfonds gibt es?

Mischfonds unterscheiden sich vor allem durch ihren Aktienanteil, ihre Flexibilität und ihr Risikoprofil. Investiert wird in mindestens 2 Anlageklassen.

Defensive Mischfonds

Sie setzen stärker auf Anleihen und andere stabilisierende Anlagen. Der Aktienanteil ist eher niedrig. Sie richten sich an Anleger, die weniger Schwankungen wünschen und dafür geringere Renditechancen akzeptieren.

Die Aktienquote liegt meist bei 25-30 Prozent

Ausgewogene Mischfonds

Ausgewogene Mischfonds kombinieren Aktien und Anleihen häufig in einem annähernd ausgewogenen Verhältnis. Sie sollen eine Balance aus Sicherheit und Wachstum bieten. Für viele Anleger können sie eine Alternative zwischen defensiver und offensiver Geldanlage sein.

Die Aktienquote liegt meist bei 30-60 Prozent

Dynamische oder offensive Mischfonds

Offensive Mischfonds haben einen höheren Aktienanteil. Dadurch steigen die Renditechancen, aber auch die Schwankungen. Sie sind eher für Anleger mit höherer Risikobereitschaft und längerem Anlagehorizont geeignet.

Die Aktienquote liegt meist bei mehr als 60 Prozent

Flexible Mischfonds

Flexible Mischfonds dürfen die Gewichtung der Anlageklassen stärker anpassen. Das Fondsmanagement kann den Aktienanteil erhöhen oder senken, je nachdem, wie es die Märkte einschätzt. Diese Flexibilität kann in volatilen Marktphasen von Vorteil sein, macht den Fonds aber auch abhängiger von den Anlageentscheidungen des Managements. Die Nachteile von Market Timing können an Bedeutung gewinnen.

Je nach Marktlage kann die Aufteilung der Anlageklassen angepasst werden

Feste Mischfonds

Bei festen Mischfonds ist die Aufteilung zwischen den Anlageklassen weitgehend vorgegeben. Das schafft mehr Planbarkeit. Dennoch kann das Fondsmanagement innerhalb der einzelnen Anlageklassen Wertpapiere auswählen, etwa bestimmte Aktien oder Anleihen.

Aufteilung der Anlageklassen ist vorgegeben

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Mischfonds oder ETFs: Was ist besser?

Mischfonds werden in der Regel aktiv gemanagt. Das Fondsmanagement trifft Anlageentscheidungen, passt die Allokation an und kann auf veränderte Marktbedingungen reagieren. ETFs bilden dagegen einen Index passiv ab und sind günstiger.

Der Kostenunterschied zwischen Mischfonds und ETFs ist riesig: So können bei Mischfonds Ausgabeaufschläge von etwa 2 bis 5 Prozent sowie laufende Verwaltungsgebühren von rund 1 bis 2,5 Prozent pro Jahr anfallen. Je nach Fonds können zusätzlich Performance-Gebühren, Transaktionskosten oder Depotkosten hinzukommen. Demgegenüber sind ETFs mit meist weniger als 0,5 Prozent Kosten pro Jahr und ohne Ausgabeaufschlag kostenseitig deutlich im Vorteil.

Schau dir dazu am besten auch unseren Ratgeber zum Unterschied von ETFs und aktiven Fonds an.

Mit Multi-Asset-ETFs in mehrere Anlageklassen investieren

Neben klassischen Mischfonds können Anleger auch Multi-Asset-ETFs nutzen, um breit gestreut zu investieren. Diese ETFs können verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien oder Geldmarktinstrumente in einem Produkt miteinander kombinieren. Sie ermöglichen so eine einfache Streuung über mehrere Märkte und Anlageklassen.

Multi-Asset-ETFs können insbesondere für Anleger interessant sein, die ein diversifiziertes Portfolio aufbauen möchten, ohne selbst mehrere einzelne ETFs auszuwählen und zu gewichten. Je nach Strategie unterscheiden sich die Produkte unter anderem beim Aktienanteil, beim Risikoprofil und bei den Kosten.

Schon gewusst?
Steuerliche Vorteile durch Teilfreistellung

Mischfonds können steuerlich vorteilhaft sein, wenn sie gemäß ihren Anlagebedingungen fortlaufend mindestens 25 Prozent ihres Aktivvermögens in Aktien investieren. Dann bleiben für Privatanleger 15 Prozent der Erträge steuerfrei.

Liegt der Aktienanteil eines Mischfonds bei mehr als 50 Prozent, kann der Fonds als Aktienfonds eingestuft werden. In diesem Fall beträgt die Teilfreistellung für Privatanleger 30 Prozent der Erträge. Während der Anlage ist dieser Vorteil in der Regel jedoch nicht direkt sichtbar, da er meist erst in der Steuerberechnung berücksichtigt wird. Beachte auch die Regelungen zur Vorabpauschale.

Worauf solltest du beim Kauf eines Mischfonds achten?

Beim Kauf eines Mischfonds solltest du vor allem auf die Anlagestrategie, den Aktienanteil, das Risikoprofil und die Kosten achten. Auch die Zusammensetzung des Portfolios und die Bedingungen für das Rebalancing sollte zu deinen Anlagezielen passen. Vermeide Klumpenrisiken.

Wichtig sind außerdem das Fondsvolumen, das Fondsmanagement und die bisherige Wertentwicklung. Im Verkaufsprospekt, im Basisinformationsblatt und in den Anlagebedingungen findest du weitere Details zu ISIN, Gebühren und Risiken.

Beispiele für Mischfonds und Multi-Asset-Portfolios

Zu den bekannten Mischfonds bzw. Multi-Asset-Fonds zählen zum Beispiel der ARERO Weltfonds von Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Weber oder der Global Portfolio One Fonds von Dr. Andreas Beck. Beide kombinieren verschiedene Anlageklassen in einem Fonds.

Auch der norwegische Staatsfonds basiert auf dem Prinzip einer breit gestreuten Multi-Asset-Anlage, ist aber kein klassischer Mischfonds für Privatanleger.

Tipp: Wer verschiedene Anlageklassen selbst kombinieren möchte, findet in den Musterportfolios von extraETF passende Anregungen.

Vorteile von Mischfonds

  • Breite Streuung: Mischfonds investieren in mehrere Anlageklassen und können dadurch Risiken meist besser verteilen.
  • Einfache Geldanlage: Anleger erhalten mit einem Fonds ein breit aufgestelltes Portfolio aus unterschiedlichen Anlageklassen in einem Produkt.
  • Professionelles Management: Das Fondsmanagement übernimmt die Auswahl, Gewichtung und Anpassung der Anlagen. Das kann, je nach Ausrichtung und Marktlage, vorteilhaft sein.
  • Flexible Strategien: Manche Mischfonds können ihre Allokation je nach Marktlage verändern. Ein individuelles Rebalancing durch den Anleger ist dann oft nicht mehr nötig.
  • Passendes Risikoprofil: Es gibt defensive, ausgewogene und offensive Mischfonds für unterschiedliche Anlageziele.
  • Steuervorteil durch Teilfreistellung: Je nach Aktienquote kann ein Teil der Erträge des Mischfonds steuerfrei bleiben. Die Fondsklassifizierung spielt dabei auch eine Rolle.

Nachteile von Mischfonds

  • Höhere Kosten: Mischfonds sind meist deutlich teurer als ETFs und können Ausgabeaufschläge oder weitere hohe Gebühren enthalten.
  • Managementrisiko: Falsche Anlageentscheidungen des Fondsmanagements können die Rendite belasten.
  • Kursschwankungen: Ein hoher Aktienanteil kann besonders zu stärkeren Wertschwankungen führen.
  • Verlustrisiko: Auch breit gestreute Mischfonds können bei einer schlechten Marktlage an Wert verlieren.
  • Komplexität: Die Zusammensetzung, Strategie und Gewichtung sind nicht immer leicht nachvollziehbar.
  • Geringere Renditechancen: Aufgrund des Anteils an Anleihen oder defensiven Anlagen kann die Rendite von Mischfonds hinter der von reinen Aktienfonds oder Welt-Aktien-ETFs zurückbleiben.

Für wen eignen sich Mischfonds?

Mischfonds eignen sich für Anleger, die breit gestreut investieren möchten und eine einfache Lösung suchen. Sie können eine sinnvolle Option darstellen, wenn man sich nicht selbst um einzelne Wertpapiere, Fonds oder die laufende Gewichtung im Portfolio kümmern möchte. Wichtig ist, dass der Fonds zur eigenen Risikobereitschaft, zum Anlageziel und zum gewünschten Aktienanteil passt.

Die meist bessere Alternative: Für langfristige Sparziele wie die Altersvorsorge sind breit gestreute Welt-Aktien-ETFs jedoch meist die bessere Basisanlage, da sie deutlich günstiger sind. Das Risiko lässt sich dabei über die Asset Allocation steuern, also über das Verhältnis zwischen dem risikoreichen Teil, beispielsweise einem Welt-Aktien-ETF, und dem sicheren Baustein, zum Beispiel Tagesgeld.

Wie bei jeder Geldanlage gilt: Ein solides finanzielles Wissen ist die Grundlage für jede Investition.

Wie kannst du in Mischfonds investieren?

Mischfonds kannst du über ein Wertpapierdepot kaufen. Möglich sind Einmalanlagen oder regelmäßige Investitionen per Sparplan.

Ein Sparplan eignet sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau. Investiere nur Geld, das du nicht kurzfristig benötigst.

Fazit:
Eine bequeme Lösung mit höheren Kosten

Mischfonds können eine einfache Lösung sein, wenn du mit nur einem Fonds in verschiedene Anlageklassen investieren möchtest. Sie verbinden Renditechancen mit breiter Streuung und können je nach Strategie defensiv, ausgewogen oder offensiv ausgerichtet sein.

Trotzdem solltest du die Kosten, Risiken und die Zusammensetzung von Mischfonds genau prüfen. Besonders wichtig ist, dass der Mischfonds zu deinem Anlageziel, deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft passt.

Doch unabhängig davon, in was du anlegst, solltest du dein gesamtes Portfolio stets im Blick behalten. Mit dem extraETF Portfolio Tracker kannst du deine Geldanlage analysieren, deine Asset Allocation prüfen und sehen, wie gut deine Investments zu deiner Strategie passen und sich entwickeln.

Weitere Fragen zu Mischfonds

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