US-Midterms: Startet die Börse nach der Wahl durch?

US-Midterms: Startet die Börse nach der Wahl durch?
US-Midterms: Startet die Börse nach der Wahl durch?

Die USA wählen ihren Kongress. Prognosemärkte sehen die Demokraten bei den Midterms klar vorn. Was die Börsenhistorie für Anleger bedeutet.

Am 3. November wählen die USA alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und ein Drittel des Senats neu. Das beherrschende Wahlkampfthema: die Bezahlbarkeit des Alltags. „Die Wahl wird faktisch zum Referendum über Inflation und Lebenshaltungskosten“, sagt Thorsten Fischer, Head of Portfolio Management bei Moventum AM. Für Anleger zähle aber etwas anderes: „Für die Märkte zählt weniger der Gewinner als vielmehr, dass die Unsicherheit endet.“

Midterms: Demokraten im Aufwind

Noch halten die Republikaner beide Kammern, im Repräsentantenhaus allerdings nur mit fünf Sitzen Vorsprung. Die Umfragen sprechen gegen sie: Trumps Zustimmungswerte liegen bei 37 bis 38 Prozent, im Generic Ballot führten die Demokraten Anfang Oktober mit acht bis neun Punkten.

Die Prognosemärkte gehen noch weiter. Auf Polymarket werden die Demokraten fürs Repräsentantenhaus mit 92 Prozent gehandelt, und auch beim Senat liegen sie vorn. Fischer selbst hält dagegen einen geteilten Kongress für am wahrscheinlichsten. Klar ist: Quoten sind Momentaufnahmen, keine Prognosen. 

SzenarioWahrscheinlichkeitFolgen
„Blaue Welle“: Demokraten gewinnen beide Kammern65 ProzentMehr Druck auf Trumps Zoll- und Nahostpolitik, aber Veto und Dekrete bleiben möglich
Geteilter Kongress: Demokraten im Repräsentantenhaus, Republikaner im Senat27 ProzentStillstand bei Gesetzen, mehr Untersuchungsausschüsse, harte Haushaltsverhandlungen
Republikaner halten beide Kammernunter 10 ProzentGrößte Überraschung, würde Dollar und zyklische Werte kurzfristig stützen
Quelle: Polymarket, Stand 26. Oktober 2026, Folgen laut Moventum AM

Das eigentliche Risiko sieht Fischer beim Haushalt. Das Defizit lag zuletzt bei sechs Prozent der Wirtschaftsleistung, die Übergangsfinanzierung läuft nur bis zum 11. Dezember. Ein neuer „Government Shutdown“ droht, was ein Stolperstein sein könnte.

Was die Geschichte zeigt

Midterm-Jahre sind die schwankungsreichsten im Präsidentschaftszyklus. Laut Carson Investment Research fiel der S&P 500 in Midterm-Jahren seit 1950 zwischenzeitlich im Schnitt um 17,5 Prozent. Danach folgte regelmäßig die Erholung: Zwölf Monate nach der Wahl lag der Index im Schnitt 16,6 Prozent höher, egal welche Partei gewonnen hatte.

2026 ist allerdings ein Sonderfall, denn der typische Rücksetzer blieb aus. „Ohne den üblichen Rücksetzer fehlt ein Teil des Aufholpotenzials“, sagt Fischer. Sorgen macht er sich trotzdem nicht: „Auch in den Midterm-Jahren, in denen der Markt nahe seinem Hoch stand, lag er zwölf Monate später nie im Minus.“

Gewinner und Verlierer nach Sektoren

Banken profitieren von der Deregulierung nur, solange die Republikaner den Senat halten. Energiewerte stützt der hohe Ölpreis, politische Preisbremsen könnten sie aber belasten. Erneuerbare Energien dürften von einem demokratischen Sieg profitieren, wobei Trumps Vetorecht das Potenzial begrenzt. Healthcare bleibt in jedem Fall ein Regulierungsrisiko, Rüstung gilt als sicher, weil beide Lager höhere Verteidigungsausgaben tragen.

Tipp

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Was heißt das für dich?

„Anleger müssen sich bis zur Wahl auf erhöhte Kursschwankungen einstellen, das ist normal und kein Verkaufssignal“, sagt Fischer. Auf ein Wahlergebnis zu wetten, hält er für keine gute Strategie. Die Historie zeigt eher: Die Wochen nach der Wahl boten oft gute Einstiegsgelegenheiten.

Wenn du einen Welt-ETF hast, musst du nicht extra eine Midterms-Wette eingehen. Globale ETFs haben bereits einen relativ hohen US-Anteil. Wie stark dein Depot in den USA und einzelnen Sektoren engagiert ist, zeigt dir der extraETF Portfolio Tracker.