21. Juli 2026
Studie: 59,1 Prozent aller Aktien sind ein Verlustgeschäft – ETFs die bessere Wahl

Studie: 59,1 Prozent aller Aktien sind ein Verlustgeschäft – ETFs die bessere Wahl

Eine 100-Jahres-Studie zeigt, wie unwahrscheinlich es ist, die nächste Kursrakete zu finden – und was stattdessen wirklich funktioniert.

59,1 Prozent aller US-Aktien haben seit 1926 weniger Rendite gebracht als eine risikofreie Geldanlage. Das zeigt eine der umfangreichsten Studien zur langfristigen Aktienmarktrendite aller Zeiten – und sie liefert ein starkes Argument für ETFs.

Viele Anleger träumen davon, mit der nächsten Apple (WKN: 865985), Nvidia (WKN: 918422), Amazon (WKN: 906866) oder neuerdings auch mit SpaceX den großen Börsenerfolg zu feiern. Doch die Realität an der Börse sieht häufig deutlich ernüchternder aus. Eine relativ aktuelle Studie des US-Finanzprofessors Hendrik Bessembinder zeigt, dass die Mehrheit aller Aktien langfristig schlechter abschneidet als eine nahezu risikofreie Geldanlage. Das heißt: Sehr viele Aktien bringen dir weniger als Tages- oder Festgeld. Aktien sind immer noch die renditestärkste, solide Anlage, doch das gilt nur in ihrer Gesamtheit. Wer also dauerhaft erfolgreich investieren möchte, sollte sich nicht auf einzelne Unternehmen verlassen – sondern auf eine möglichst breite Streuung mit ETFs.

Was zeigt die Bessembinder-Studie über Aktien?

Für seine Untersuchung analysierte Hendrik Bessembinder die Entwicklung von 29.754 US-Aktien über einen Zeitraum von fast 100 Jahren – von 1926 bis 2025. Damit gehört die Studie zu den umfangreichsten Untersuchungen über die langfristige Wertentwicklung von Aktien.

Die wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst:

  • 59,1 Prozent aller Aktien vernichteten langfristig Vermögen im Vergleich zu einer Anlage in kurzfristige US-Staatsanleihen.
  • Die Medianrendite einer einzelnen Aktie lag bei minus 6,9 Prozent über ihre gesamte Börsenlebensdauer.
  • Insgesamt entstand an den US-Aktienmärkten zwar ein Vermögenszuwachs von rund 91 Billionen US-Dollar, doch dieser wurde nur von einer kleinen Gruppe außergewöhnlich erfolgreicher Unternehmen erwirtschaftet.
  • Lediglich 46 Unternehmen waren für die Hälfte des gesamten Vermögenszuwachses verantwortlich.

Die Studie bestätigt damit, was viele frühere Untersuchungen bereits gezeigt haben: Der langfristige Erfolg an den Aktienmärkten verteilt sich äußerst ungleich. Einige wenige Unternehmen erzielen enorme Wertsteigerungen, während die Mehrheit der Aktien mittel- bis langfristig unterdurchschnittlich abschneidet oder sogar ganz vom Markt verschwindet.

Das eigentliche Problem: Die Gewinner kennt niemand im Voraus

Rückblickend erscheint es oft selbstverständlich, auf Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Nvidia zu setzen. Doch vor 20 oder 30 Jahren war keineswegs klar, welche Unternehmen heute zu den größten Gewinnern gehören würden.

Genau darin liegt das Risiko einer Einzelaktienstrategie. Wer nur auf einige wenige Unternehmen setzt, muss nicht nur gute Titel auswählen – sondern auch diejenigen identifizieren, die über Jahrzehnte hinweg außergewöhnlich erfolgreich bleiben. Das gelingt selbst professionellen Investoren nur selten zuverlässig.

Hinzu kommt: Unternehmen können durch technologische Veränderungen, neue Wettbewerber oder Managementfehler schnell an Bedeutung verlieren. Selbst bekannte Börsenstars sind nicht davor geschützt. Es ist keinesfalls ausgemachte Sache, dass die Überflieger von heute auch in 20 Jahren noch den Ton angeben.

Was das MSCI-World-Renditedreieck zeigt

Während einzelne Aktien laut der Bessembinder-Studie oft enttäuschen, zeigt der Blick auf den breiten Weltmarkt ein anderes Bild. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) für den MSCI World macht das sichtbar: Wer über einen Zeitraum von 20 Jahren regelmäßig per Sparplan in den MSCI World investiert hat, konnte im Durchschnitt eine Rendite von 8,6 Prozent pro Jahr erzielen – mit einer Bandbreite von 2,2 Prozent im schlechtesten bis 15,4 Prozent im besten Fall. Wer 1976 bis 2025 investiert hat, konnte sich über eine Jahresrendite von 9,7 Prozent freuen.

Langer Atem und globale Streuung zahlen sich aus

Bei einem Anlagehorizont von mehr als 15 Jahren zeigte in der Vergangenheit beim MSCI World kein einziger Zeitraum Verluste. Wer also lange genug breit gestreut investiert bleibt, hat historisch betrachtet nie Geld verloren – ganz anders als bei den knapp 60 Prozent der Einzelaktien aus der Bessembinder-Studie.

Genau dieser Kontrast ist der eigentliche Kern des Arguments: Einzelaktien sind ein Glücksspiel mit schlechten Erfolgsaussichten. Der breite Weltmarkt in seiner Gesamtheit hingegen hat sich über lange Zeiträume als verlässlich erwiesen.

So investierst du noch breiter als der MSCI World

Der MSCI World ist dabei nicht die einzige Möglichkeit, breit gestreut in den Weltmarkt zu investieren. Wer noch etwas breiter aufgestellt sein möchte, findet mit Indizes wie dem MSCI ACWI IMI oder dem FTSE All-World Alternativen, die zusätzlich Schwellenländer und Nebenwerte abdecken. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag „Vergiss den MSCI World? Warum Finanztip jetzt einen anderen Welt-ETF empfiehlt“.

Warum ETFs das Problem lösen

Weltweit gestreute ETFs verfolgen einen anderen Ansatz. Statt auf einzelne Gewinner zu setzen, investieren sie automatisch in hunderte oder sogar tausende Unternehmen weltweit. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass die großen Gewinner der Zukunft bereits im Portfolio enthalten sind. Gleichzeitig fallen Unternehmen, die dauerhaft an Bedeutung verlieren oder aus einem Index ausscheiden, automatisch weniger ins Gewicht oder werden ersetzt.

Tipp: Du möchtest auch die Kräfte des globalen Aktienmarkts in deinem Depot wirken lassen? Investiere in Welt-ETFs.

Genau dieser Mechanismus macht ETFs aus unserer Sicht für Privatanleger so attraktiv. Denn du musst nicht vorhersagen, welche Unternehmen in Zukunft die größten Erfolge feiern werden. Du investierst einfach in den gesamten Markt und profitierst automatisch von den Unternehmen, die sich langfristig durchsetzen. Und genau die sind schließlich für die langfristigen tollen Renditeerwartungen des Aktienmarkts entscheidend.

Weltweite Diversifikation reduziert Risiken

Ein weiterer Vorteil von Welt-ETFs ist ihre breite Diversifikation. Statt dein Vermögen auf enige Unternehmen oder einzelne Branchen zu konzentrieren, verteilst du dein Investment über verschiedene Regionen, Länder und Wirtschaftszweige.

Das bietet gleich mehrere Vorteile:

  • geringeres Risiko durch breite Streuung
  • Beteiligung an mehreren tausend Unternehmen weltweit
  • automatische Anpassung an Veränderungen in den Aktienindizes
  • kein zeitaufwendiges Stock Picking
  • kostengünstige und transparente Geldanlage

Natürlich können auch ETFs kurzfristig deutliche Kursschwankungen aufweisen. Langfristig sorgt die breite Diversifikation jedoch dafür, dass das Risiko einzelner Unternehmenspleiten oder Fehlentwicklungen deutlich geringer ausfällt als bei einem konzentrierten Aktienportfolio.

Die Studie liefert ein starkes Argument für ETFs

Die Ergebnisse der Bessembinder-Studie zeigen eindrucksvoll, warum breit gestreutes Investieren mit Buy-and-Hold-Strategie langfristig so erfolgreich sein kann. Während viele Anleger versuchen, die wenigen Gewinner von morgen zu identifizieren, setzen ETFs auf einen einfacheren Ansatz: Sie kaufen den gesamten Markt.

Dadurch sind die großen Gewinner automatisch im Portfolio enthalten – ganz ohne aufwendige Analysen oder spekulative Wetten auf einzelne Unternehmen, die langfristig in vielen Fällen eh nicht aufgehen.

Steige jetzt tiefer ein

Du möchtest wissen, ob ETF oder Einzelaktien besser zu deiner Anlagestrategie passen? In unserem Wissensbereich findest du den ausführlichen Vergleich „ETF oder Aktien?„.

Wenn du einen passenden Welt-ETF suchst, hilft dir außerdem unsere Welt-ETF-Übersicht weiter. Alternativ kannst du verschiedene Robo-Advisor vergleichen, wenn du deine Geldanlage professionell verwalten lassen möchtest.

So behältst du deine Geldanlage im Blick

Eine breit gestreute ETF-Strategie ist ein wichtiger Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau. Genauso wichtig ist es, die Entwicklung des eigenen Portfolios regelmäßig zu überprüfen.

Mit dem extraETF Portfolio Tracker verwaltest du alle deine Depots und Konten an einem Ort. Du analysierst deine Vermögensstruktur, erkennst Klumpenrisiken frühzeitig und behältst jederzeit den Überblick über die Wertentwicklung deiner ETFs und Aktien.

So kannst du sicherstellen, dass dein Portfolio dauerhaft breit diversifiziert bleibt und deine Anlagestrategie konsequent umgesetzt wird – ganz ohne aufwendige Tabellen oder manuelle Auswertungen. Gerade für langfristig orientierte ETF-Anleger ist das ein wertvolles Werkzeug für den erfolgreichen Vermögensaufbau.

Fazit: Breite Streuung schlägt Einzelwette

59,1 Prozent aller Aktien verlieren langfristig gegen eine risikofreie Geldanlage – die nächste Kursrakete zu finden, ist reine Glückssache. Der MSCI World zeigt dagegen: Wer über 15 Jahre oder länger investiert, hat historisch noch nie Geld verloren. Die Lösung liegt also nicht im Stock Picking, sondern in einem weltweit gestreuten ETF und Geduld. Hier noch ein Investitionsbeispiel: