
Aktive ETFs: Vergiss den Index, denk in Zielen – wir helfen dir
Outperformance, laufendes Einkommen oder weniger Risiko: Mit der neuen Aktiven ETF-Suche findest du aktive ETFs nach deinem Anlageziel.
Wer einen passiven ETF sucht, denkt in der Regel zuerst an einen Index: MSCI World, S&P 500 oder Euro Stoxx 50. Bei aktiven ETFs funktioniert die Suche anders. Hier steht am Anfang nicht der Index, sondern die Frage: Was soll der ETF für mein Portfolio leisten? Genau an diesem Punkt setzt unsere neue Aktive ETF-Suche an.
Aktive ETFs: Anleger denken in Zielen, nicht in Indizes
Aktive ETFs verbinden die Kostenstruktur und Handelbarkeit klassischer ETFs mit dem Anspruch, mehr zu erreichen als eine reine Indexnachbildung. Für Privatanleger heißt das: Die entscheidende Frage bei der Auswahl ist nicht „Welcher Index?“, sondern „Welcher Zweck?“. In der Praxis lassen sich die meisten Anlageziele auf drei Grundmotive zurückführen.
1. Gezielte Outperformance
Manche Anleger wollen bewusst über die Marktrendite hinauskommen – etwa durch aktives Stockpicking, Sektor-Wetten oder Research-getriebene Ansätze, die stärker vom breiten Markt abweichen als ein klassischer Index-ETF. Hier steht die Chance auf zusätzliche Rendite im Vordergrund, verbunden mit einem entsprechend höheren Abweichungsrisiko gegenüber dem Vergleichsindex.
Ein wesentlicher Indikator für die Freiheit eines Fondsmanager ist das sogenannte Tracking-Error-Ziel. Gemeint ist damit, wie weit sich ein aktiver ETF von seiner Benchmark entfernen darf. Die Ratingagentur Scope und das Beratungsunternehmen FondsConsult unterscheiden in ihrer Klassifizierung aktiver ETFs drei Aktivitätsstufen: „Constrained Active“ mit einem Tracking-Error-Ziel von meist unter zwei Prozent für sehr benchmarknahe Ansätze, „Core Active“ mit zwei bis vier Prozent für Strategien mit akzentuierteren aktiven Positionen und „High Conviction Active“ für benchmarkferne Ansätze mit konzentrierten Portfolios aus wenigen, überzeugenden Anlageideen. Wer gezielt Outperformance sucht, sollte also nicht nur auf die Strategie schauen, sondern auch darauf, wie stark sich ein aktiver ETF überhaupt von seinem Vergleichsindex entfernen darf und kann.
2. Laufendes Einkommen
Für andere Anleger steht ein regelmäßiger Cashflow im Fokus, etwa über Ausschüttungen aus optionsbasierten Einkommensstrategien oder aktiv gemanagten Anleihe-Ansätzen. Diese Anleger suchen weniger nach maximalem Wachstum als nach einem verlässlichen, wiederkehrenden Ertrag – etwa zur Ergänzung der Rente oder als planbarer Bestandteil des Haushaltsbudgets. Eine der am schnellsten wachsenden Produktkategorien in diesem Bereich sind sogenannte „Equity Premium Income“-ETFs, die über den Verkauf von Call-Optionen zusätzliche Erträge generieren.
3. Risikoreduktion
Wieder andere setzen aktive ETFs gezielt ein, um Schwankungen im Portfolio abzufedern – etwa durch aktives Durations- oder Kreditrisikomanagement bei Anleihen oder durch defensiv ausgerichtete Aktienstrategien. Hier steht nicht die Renditemaximierung im Vordergrund, sondern ein stabilerer Wertverlauf. Ähnlich funktionieren sogenannte „Buffer-ETFs“: Auch sie setzen auf Optionsstrategien, um Verluste in fallenden Märkten abzufedern – allerdings zulasten der Kursgewinne nach oben, wenn die Märkte steigen.
| Anlageziel | Typische Strategie | Was Anleger davon erwarten |
|---|---|---|
| Gezielte Outperformance | Research-getriebenes Stockpicking, Sektor-Wetten, Multifaktor-Ansätze | Rendite oberhalb der Benchmark, bei entsprechend höherem Abweichungsrisiko |
| Laufendes Einkommen | Optionsbasierte Einkommensstrategien (z. B. Equity Premium Income), aktive Anleihe-Ansätze | Regelmäßiger, planbarer Ertrag statt maximales Wachstum |
| Risikoreduktion | Aktives Durations- und Kreditrisikomanagement, defensive Aktienstrategien, Buffer-ETFs | Stabilerer Wertverlauf, abgefederte Verluste in schwachen Marktphasen |
Die neue Aktive ETF-Suche: Filtern nach Strategie statt nach Index
Genau diese Outcome-Logik bildet unsere Aktive ETF-Suche ab. Statt dich durch eine lange Liste von ETFs zu klicken, kannst du gezielt nach Strategiekategorie, Anlageklasse, Region, Ausschüttung und Anbieter filtern und so aktive ETFs vergleichen, die tatsächlich zu deinem Anlageziel passen – ob Outperformance, Einkommen oder Risikoreduktion.
Wenn du dich grundsätzlich noch tiefer mit dem Thema beschäftigen möchtest, lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren kostenlosen Guide zu aktiven ETFs. Er erklärt unter anderem, wie sich aktive ETFs von passiven ETFs und klassischen Fonds unterscheiden, wann aktives Management bei Aktien und Anleihen einen Mehrwert bieten kann und wie sich aktive und passive ETFs in der Wertentwicklung vergleichen lassen.
Auch relevant fürs geplante Altersvorsorgedepot
Ab Januar 2027 soll mit dem Altersvorsorgedepot (AVD) ein neues, staatlich gefördertes Produkt die Riester-Rente ablösen. Nach aktuellem Stand der Gesetzgebung sollen darin ETFs und Investmentfonds bis zur Risikoklasse 5 (nach SRRI/PRIIPS) zulässig sein – unabhängig davon, ob es sich um passive Indexfonds oder aktiv gemanagte ETFs handelt. Ausgeschlossen bleiben sollen dagegen Einzelaktien, Kryptowährungen und Hebelprodukte.
| Tipp: Bleibe in den spannenden Phase am Ball. Jetzt in die Altersvorsorgedepot-Startliste eintragen. |
Für aktive ETFs bedeutet das: Grundsätzlich dürften sie im Altersvorsorgedepot besparbar sein, sofern sie die entsprechende Risikoklassifizierung erfüllen – gerade für Anleger, die schon in der Ansparphase gezielt auf Outperformance setzen wollen, könnte das interessant werden. Ob einzelne aktive ETF-Strategien tatsächlich auf die vom Gesetzgeber vorgesehene Positivliste kommen, ist aber noch nicht abschließend geklärt: Das Altersvorsorgedepot befindet sich weiterhin im Gesetzgebungsprozess, Details können sich bis zum geplanten Start Anfang 2027 noch ändern. Einen Überblick über den aktuellen Stand bieten unser Altersvorsorgedepot-Rechner.
Dein nächster Schritt: Ziel festlegen, ETF finden, Portfolio im Blick behalten
Egal, für welches Anlageziel du dich entscheidest: Ein aktiver ETF wird erst dann wirklich sinnvoll, wenn er auch im Gesamtkontext deines Portfolios funktioniert. Mit dem extraETF Portfolio Tracker siehst du auf einen Blick, wie sich ein neuer aktiver ETF auf deine Gesamtallokation, deine Sektor- und Länderquoten sowie dein Ausschüttungsprofil auswirkt.
So lässt sich zum Beispiel direkt prüfen, ob ein einkommensorientierter aktiver ETF dein bestehendes Ausschüttungs-Timing sinnvoll ergänzt oder ob eine auf Outperformance ausgelegte Strategie dein Portfolio zu stark in Richtung einzelner Sektoren verschiebt. Auch Kosten, Wertentwicklung und Risikokennzahlen laufen im Portfolio Tracker automatisch zusammen – so behältst du auch bei mehreren aktiven ETFs im Depot jederzeit den Überblick.