21. September 2026
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526 Milliarden Euro verschenkt: Warum Bargeldhorten dem Altersvorsorgedepot bald weichen muss

Deutsche Haushalte verschenken Milliarden durchs Bargeldhorten. Das neue Altersvorsorgedepot will genau das ändern – mit Förderung statt Zinsverzicht.

Wenn es um private Altersvorsorge geht, hört man oft: Die Deutschen wollen nicht, sie können nicht, sie verstehen es nicht. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeichnet ein anderes Bild. Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat im Auftrag des DIA 2.004 Erwachsene befragt – mit einem eindeutigen Ergebnis: In jeder Altersgruppe zwischen 18 und 59 Jahren würde eine absolute Mehrheit bei dauerhaft 100 Euro mehr im Monat erstmals privat vorsorgen oder eine bestehende Vorsorge aufstocken. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 65 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen immerhin noch 53 Prozent.

Die Vorsorgebereitschaft ist da – jetzt über das Altersvorsorgedepot informieren

„Die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge ist größer, als die Debatte bisweilen vermuten lässt. Was häufig fehlt, sind finanzieller Spielraum und Vertrauen in Vorsorgelösungen. Beim ersten Punkt kann die neue geförderte Altersvorsorge mit 50 Prozent Grund- und zusätzlichen Kinderzulagen zu einem Schub der privaten Altersvorsorge führen“, sagt DIA-Sprecher Peter Schwark.

Genau an diesem Punkt setzt das ab Januar 2027 startende Altersvorsorgedepot (AVD) an – und liefert gleich zwei Antworten auf die beiden größten Hürden, die die Umfrage identifiziert.

Hürde 1: Zu wenig finanzieller Spielraum

Über alle Befragten hinweg nennen 43 Prozent „zu wenig finanziellen Spielraum“ als größtes Hindernis für den Vorsorgeaufbau – bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 1.000 Euro sind es sogar 62 Prozent. Genau hier setzt die staatliche Förderung des Altersvorsorgedepots an: 50 Prozent Grundzulage auf die eigenen Einzahlungen plus zusätzliche Kinderzulagen bedeuten, dass ein Teil des fehlenden Spielraums direkt vom Staat aufgefüllt wird. Wer ohnehin vorhat, monatlich etwas zurückzulegen, bekommt mit dem AVD einen Teil davon geschenkt – ein Hebel, den es in dieser Form bislang nicht gab.

Hürde 2: Fehlendes Vertrauen – und was es wirklich kostet

Die zweite große Hürde ist Vertrauen: 29 Prozent der DIA-Befragten nennen „zu geringes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten“ als Hindernis. Bei Besserverdienenden (4.000 Euro netto und mehr) ist mangelndes Vertrauen mit 38 Prozent sogar der häufigste Grund überhaupt.

Was dieses Misstrauen kostet, zeigt eine aktuelle Studie von Invesco und dem Centre for Economics and Business Research (Cebr). Die Berechnung: Was wäre passiert, hätten Haushalte zwischen 2015 und 2025 die Hälfte ihrer jährlichen Ersparnisse in ein weltweit diversifiziertes Aktienportfolio investiert, statt sie als Bargeld zu horten?

LandEntgangenes Vermögen (gesamt, 10 Jahre)Entgangene Rendite pro Haushalt
Deutschland526 Milliarden Eurorund 12.700 Euro
Großbritannien442 Milliarden Euro (umgerechnet)rund 15.600 Euro (umgerechnet)
Italien192 Milliarden Eurorund 7.200 Euro
Quelle: Invesco/Cebr-Studie, 2026. Werte für Großbritannien in Euro umgerechnet, daher als Näherungswerte zu verstehen. Vergangenheitswerte lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Renditen zu.
Die Folgen des Bargeldhortens

„Unsere Studie macht deutlich, dass heute weniger der Zugang als vielmehr der Schritt vom Interesse zum tatsächlichen Handeln die entscheidende Hürde ist. Verlustängste, fehlendes Vertrauen in die eigene Entscheidung und Unsicherheit halten viele potenzielle Anleger zurück“, erklärt Oliver Bilal, Head of EMEA bei Invesco.

Bemerkenswert: Laut Invesco-Studie wächst die Verlustangst sogar mit dem Vermögen – fast die Hälfte der Sparer mit mehr als umgerechnet rund 117.000 Euro Bargeldbestand gibt Verlustangst als Investitionshemmnis an, bei kleineren Bargeldpolstern sind es deutlich weniger. Vertrauen ist also kein Nischenproblem einkommensschwacher Haushalte, sondern zieht sich durch alle Vermögensklassen.

Warum das Altersvorsorgedepot beide Hürden gleichzeitig adressiert

Das Altersvorsorgedepot kombiniert genau die zwei Hebel, die laut DIA-Umfrage und Invesco-Studie den Unterschied machen:

  • Finanzieller Spielraum durch Förderung: Die Grund- und Kinderzulagen wirken wie ein sofortiger Renditeaufschlag, unabhängig von der Marktentwicklung.
  • Weniger Vertrauensbarriere durch Struktur: Ein staatlich reguliertes, breit diversifiziertes Depot senkt das Einzeltitelrisiko und damit potenziell auch die gefühlte Unsicherheit gegenüber „dem Kapitalmarkt“ als Ganzem.

Ein dritter Faktor kommt hinzu, den die Studien so nicht messen können, der aber genau an der Vertrauensfrage ansetzt: Transparenz über die eigene Entwicklung. Wer nicht sieht, wie sich sein Geld tatsächlich entwickelt, bleibt im Zweifel eher beim Tagesgeldkonto. Mit dem extraETF Portfolio Tracker lässt sich das AVD-Depot neben ETF-Sparplänen, Depots und anderen Anlagen zentral im Blick behalten – inklusive Wertentwicklung, Kostenquote und Diversifikation auf einen Blick. Gerade für Sparer, die bislang aus Unsicherheit gezögert haben, kann dieser laufende Überblick genau das Vertrauen schaffen, das laut DIA-Umfrage fehlt: Man sieht schwarz auf weiß, dass sich die Förderung und der Kapitalmarkt tatsächlich auszahlen.

Tipp: Das Altersvorsorgedepot kommt bald. Was wird es für dich bringen? Spiele es jetzt mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner durch.

Wer sich fragt, welcher Anbieter für das eigene AVD infrage kommt, findet einen laufend aktualisierten Marktüberblick in unserer AVD-Startliste. Und weil die reine Ankündigung von Zulagen wenig anschaulich ist, lohnt sich der Blick auf konkrete Zahlen: Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner lässt sich in wenigen Schritten überschlagen, wie viel Kapital sich mit Grundzulage und Zinseszinseffekt bis zum Renteneintritt aufbauen lässt – gerade für Sparer, die bislang aus Vorsicht auf dem Tagesgeldkonto geblieben sind, ein guter Realitätscheck. Solche Bankeinlagen dienen eher zum Parken von Geld, auch wenn sich derzeit Neobroker ein Wettrennen um die besten Tagesgeldzinsen liefern.

Aus Bereitschaft muss Handeln werden

Zwei Studien, ein Befund: Es liegt weder am fehlenden Willen noch am fehlenden Wissen, dass so viele Menschen ihre Altersvorsorge aufschieben. Es liegt am Geld, das fehlt, und am Vertrauen, das fehlt – und beides lässt sich angehen. Die Förderung des Altersvorsorgedepots schafft ab 2027 genau den finanziellen Spielraum, den 43 Prozent der DIA-Befragten vermissen. „Wir rechnen damit, dass das neue Altersvorsorgedepot zukünftig ein wichtiger Baustein in der Altersvorsorgeplanung der Bürgerinnen und Bürger sein wird“, sagt Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VerbraucherService Bayern (VSB). Davon gehen wir auch aus und deshalb nochmal der Hinweis: Trage dich jetzt in die AVD-Startliste ein.