Ein neuer Burggraben-ETF mit Size-Prämie

Seit Kurzem gibt es einen Burggraben-ETF, der auf Mid- und Small-Caps setzt. Damit können Anleger gleich auf zwei aussichtsreiche Strategien setzen.
Ein Burggraben stellt eine nahezu uneinnehmbare Festung dar. Das war im Mittelalter äußerst erstrebenswert. Doch was hat das nun mit deiner Geldanlage zu tun? Ganz einfach: Sogenannte Burggraben-ETFs bzw. die entsprechenden Indizes versprechen nur Unternehmen aufzunehmen, deren Marktposition besonders robust ist.
Das Konzept hinter dem Burggraben-ETF
Die Strategie hinter diesen Fonds basiert auf dem Konzept des „Economic Moat“, einem Begriff, der erstmal von Warren Buffet geprägt wurde, und beabsichtigt in solche Unternehmen zu investieren, die sich und ihre Marktanteile mit einem „Burggraben“ (englisch: moat) von der Konkurrenz abgrenzen können. Solche Gräben sind zum Beispiel Kostenführerschaft, Skalierungsvorteile, Netzwerkeffekte, immaterielle Vermögenswerte wie eine hohe Markenbekanntheit oder auch hohe Wechselkosten für die Nutzer, so dass für Wettbewerber hohe Markteintrittsbarrieren bestehen. Viele dieser Faktoren können auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen vorhanden sein.
Burggraben plus Size-Prämie
Der VanEck Morningstar US SMID Moat UCITS ETF (WKN: A3ELCX) verbindet das beschriebene Burggraben-Konzept (Moat) mit der Size-Prämie. Hierbei ist die Idee wiederum, dass kleinere Börsenunternehmen, zwar riskanter sind, aber langfristig höhere Renditen versprechen. „Mit seiner sorgfältigen Aktienauswahl war der Morningstar Wide Moat Focus IndexSM in der Vergangenheit über längere Zeiträume betrachtet erfolgreicher als der breite US-Aktienmarkt“, sagt Martijn Rozemuller, Geschäftsführer bei Vaneck Europa.
Doch sind Burggraben-Unternehmen nicht eher Großkonzerne? Widerspricht sich das nicht? „Ich vergleiche es gerne mit den in Deutschland eher bekannten Hidden Champions. Es sind oft Unternehmen, die nicht in erster Reihe stehen und dennoch Spezialisten in einem Bereich sind“, sagt Dominik Schmaus, Stellvertretender Direktor bei Vaneck in Deutschland und Österreich. Man denke also hierzulande an eine Reihe von Konzernen im MDax.
„In Bezug auf die Marktkapitalisierung weist der Index eine Tendenz zu Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung auf. Im Allgemeinen erhalten mittelgroße Unternehmen eine günstigere Bewertung des Burggrabens als kleine Unternehmen, da sie oft etwas reifer sind und eher dauerhafte komplementäre Vorteile entwickelt haben“, so Schmaus. Es gäbe jedoch immer noch viele Small-Cap-Unternehmen mit einem Moat-Rating, und das Engagement in diesen Aktien habe in Zeiten attraktiver relativer Bewertungen zugenommen.


