Altersvorsorgedepot: Fast jeder zweite Junge will zugreifen – und du?

Altersvorsorgedepot: Fast jeder zweite Junge will zugreifen – und du?
Junge Familien interessieren sich für das Altersvorsorgedepot

Fast jeder zweite 18- bis 25-Jährige will ein Altersvorsorgedepot, doch vielen fehlt noch das Wissen. So startest du im Januar richtig durch.

Am 1. Januar 2027 startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot – und das Interesse wächst. Das zeigen zwei aktuelle Studien: eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Commerzbank und comdirect sowie eine Marktuntersuchung von Sirius Campus und dem Vorsorgespezialisten Aeiforia. Die Kurzfassung: Viele wollen, aber wenige wissen genau, was sie erwartet.

Altersvorsorgedepot: Bekanntheit steigt, Millionen Verträge erwartet

Laut Commerzbank/comdirect halten 38 Prozent der Befragten einen Abschluss für wahrscheinlich. Sirius Campus misst unter denjenigen, die das Depot kennen, eine Abschlussbereitschaft von 29 Prozent. Die Bekanntheit ist laut Sirius Campus stark gestiegen: 73 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten haben schon davon gehört – 15 Prozentpunkte mehr als im April.

Direkt vergleichbar sind die Werte nicht: YouGov befragte Ende Juli 1.517 Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, Sirius Campus Anfang September 1.081 Förderberechtigte. Die Richtung stimmt aber überein. 

Sirius Campus rechnet konservativ mit rund 2,9 Millionen Verträgen in der ersten Abschlusswelle. Bei durchschnittlich rund 142 Euro Sparbeitrag im Monat ergäbe das inklusive Zulagen etwa 6 Milliarden Euro pro Jahr. Beachte: Das ist eine Schätzung, kein fester Wert.

Junge und Familien greifen eher zum Altersvorsorgedepot

GruppeAbschluss wahrscheinlich
Alle Befragten38 %
Kinderlose33 %
Eltern mit einem Kind42 %
18- bis 25-Jährige47 %
Familien mit zwei oder mehr Kindern55 %
Quelle: YouGov im Auftrag von Commerzbank und comdirect, 1.517 Befragte (18 bis 55 Jahre); Teilwerte basieren auf Teilgruppen.

Familien lockt die Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind. Junge Sparer haben vor allem eines: Zeit. Wer mit Anfang 20 startet, lässt den Zinseszinseffekt über 40 Jahre arbeiten. 

Tipp

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Wissen macht beim Altersvorsorgedepot den Unterschied

Wer sich gut informiert fühlt, würde zu 68 Prozent ein Altersvorsorgedepot eröffnen – fast doppelt so häufig wie der Durchschnitt. Doch zwei Drittel der Befragten sagen, ihnen fehlen noch Informationen. 35 Prozent kennen das Modell gar nicht. Unter denen, die davon gehört haben, fühlen sich 51 Prozent der Männer gut informiert, aber nur 31 Prozent der Frauen.

„Die Umfrage macht den Zusammenhang zwischen Wissen und Handlungsbereitschaft sehr deutlich“, sagt Thomas Schaufler, Vorstand für Privat- und Unternehmerkunden bei der Commerzbank. Die wichtigsten Fakten zu Förderung, Voraussetzungen und Anbieterwahl findest du in unserem Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Rentenlücke: gefühlt groß, selten berechnet

60 Prozent fürchten, sich im Alter einschränken zu müssen. Ihre persönliche Rentenlücke kennen aber nur 39 Prozent. Zur Vorsorge nutzen 34 Prozent bereits Wertpapiere, fast genauso viele (32 Prozent) setzen auf Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch. Gerade für diese Gruppe kann das Altersvorsorgedepot spannend sein: Es kombiniert Kapitalmarktrenditen mit staatlichen Zulagen.

Selbst entscheiden oder Garantie?

Beim Altersvorsorgedepot treffen zwei Wünsche aufeinander: Die meisten Sparer wollen selbst bestimmen, wie ihr Geld angelegt wird – zugleich wünschen sich viele Unterstützung von Fachleuten. Dazu kommt die Frage nach der Sicherheit. Viele hängen an Garantien, während erfahrene Anleger eher zum reinen ETF-Depot mit großer Auswahl tendieren.

Für dich heißt das: Garantien geben Sicherheit, kosten über lange Zeiträume aber meist Rendite. Wer noch Jahrzehnte bis zur Rente hat, kann Schwankungen eines breit gestreuten ETF-Depots in der Regel gut aussitzen.

Für beide Typen gibt es die passende Variante. Im Standarddepot stellt der Anbieter die Anlagestrategie zusammen und übernimmt die Umsetzung – du musst keine ETFs selbst auswählen. Im freien Altersvorsorgedepot entscheidest du dagegen selbst, in welche ETFs dein Geld fließt. Jeder Anbieter eines Altersvorsorgedepots muss zusätzlich ein Standarddepot anbieten. Welche Anbieter schon eins angekündigt haben und worauf du bei Kosten, Aktienquote und Strategie achten solltest, zeigt unser Standarddepot-Vergleich.

„Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ist eine große Chance, aus Sparern Anleger zu machen“, sagt Schaufler.

Anbieter buhlen um deinen Vertrag

58 Prozent der Befragten können sich mindestens 50 Euro im Monat vorstellen – deutlich mehr als den Mindestbeitrag von 10 Euro, den die Commerzbank nennt. 56 Prozent würden das Depot am liebsten bei ihrem bisherigen Anbieter eröffnen. Laut Sirius Campus wurden bereits 28 Prozent der Förderberechtigten von Beratern oder über ihr Online-Banking angesprochen.

„Viele Kunden sind noch unentschlossen“, sagt Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus. Entscheidend für die Verteilung der Verträge seien aktive Ansprache und gute Beratung. Bequemlichkeit sollte trotzdem nicht den Ausschlag geben. Kosten, ETF-Auswahl und Flexibilität unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich – und über Jahrzehnte zählt jeder Zehntelprozentpunkt.

Tipp

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Das Altersvorsorgedepot trifft einen Nerv – vor allem bei Jüngeren und Familien. Bis zum Start bleibt genug Zeit, dich vorzubereiten: Rechne deine Förderung mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner aus, vergleiche die Angebote und behalte dein gesamtes Vermögen im extraETF Portfolio Tracker im Blick.