21 Wertpapiere im Depot: Warum Fabian (39) mit einem einzigen ETF besser gefahren wäre

21 Wertpapiere im Depot: Warum Fabian (39) mit einem einzigen ETF besser gefahren wäre
Warum Fabian (39) mit einem einzigen ETF besser gefahren wäre

Mehr ETFs gleich mehr Streuung? Fabians Depot mit 21 Wertpapieren zeigt das Gegenteil. Erfahre, warum ein Welt-ETF oft reicht – und prüfe dein eigenes Portfolio.

16 ETFs, fünf Einzelaktien und eine ausgeklügelte Anlagestrategie: Fabian (39) hat sich intensiv mit seinem Vermögensaufbau beschäftigt. Doch trotz seiner breiten Streuung bleibt sein Depot hinter einem einfachen Welt-ETF zurück. Im extraETF Portfolio Review zeigen wir, warum mehr ETFs nicht automatisch mehr Rendite bedeuten und wie Anleger ihr Portfolio einfacher und effizienter gestalten können.

Fabian ist 39 Jahre alt, arbeitet als Consultant und verdient monatlich rund 5.500 Euro netto. Für seine Altersvorsorge investiert er regelmäßig 550 Euro. Inzwischen hat er ein Wertpapiervermögen von rund 27.000 Euro aufgebaut. 

Seine Strategie klingt zunächst überzeugend: Mit einem Core-Satellite-Ansatz kombiniert er breit gestreute Aktien-ETFs mit gezielten Investments in einzelne Marktsegmente. Doch im Laufe der Zeit ist daraus ein ziemlich komplexes Portfolio geworden.

16 ETFs im Depot – ist das nicht zu viel?

Fabians Depot besteht aus insgesamt 21 Wertpapieren, darunter 16 ETFs und fünf Einzelaktien. Seine Aktienquote liegt bei rund 90 Prozent. Ergänzend investiert er in Rohstoffe, Immobilien, Private Equity und Kryptowährungen.

Die größte Position bildet mit rund 30 Prozent der Gerd Kommer Multifactor Equity ETF. Dieser investiert weltweit in Aktien und berücksichtigt bereits verschiedene Faktoren wie Value, Quality oder Momentum. 

Trotzdem hat Fabian zusätzliche ETFs auf Small Caps, Momentum, Quality, Value und Dividenden im Portfolio.

Tipp

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Genau hier liegt das Problem: Viele dieser Produkte überschneiden sich in ihrer Zusammensetzung. Unternehmen wie Nvidia oder Taiwan Semiconductor finden sich gleich in mehreren seiner ETFs. Die vermeintlich zusätzliche Diversifikation führt damit teilweise lediglich zu einer höheren Gewichtung bereits vorhandener Aktien. 

Auch die Branchenanalyse liefert eine interessante Erkenntnis: Rund elf Prozent seines Vermögens stecken in Halbleiterunternehmen. Das muss nicht schlecht sein, sollte aber eine bewusste Anlageentscheidung sein.

Fabians Beispiel zeigt: Viele ETFs bedeuten nicht automatisch eine bessere Risikostreuung.

21 Wertpapiere gegen einen Welt-ETF: Wer gewinnt?

Besonders interessant wird es beim Performancevergleich. Schließlich verfolgen Anleger mit zusätzlichen ETFs häufig das Ziel, ihre Rendite zu verbessern. Doch bei Fabian zeigt sich ein anderes Bild. Im betrachteten Einjahreszeitraum blieb sein Portfolio gegenüber dem MSCI World um rund 2,5 Prozentpunkte zurück. Auch gegenüber dem breit gestreuten FTSE All-World lag die Rendite etwa einen Prozentpunkt niedriger.

Ein einzelnes Jahr ist natürlich kein ausreichender Maßstab, um eine langfristige Strategie abschließend zu bewerten. Dennoch zeigt der Vergleich, dass eine aufwendige ETF-Auswahl nicht automatisch bessere Ergebnisse liefert.

Auch ein Vergleich mit einem defensiveren Portfolio ist aufschlussreich: Ein Vanguard LifeStrategy ETF mit 80 Prozent Aktienquote erzielte im betrachteten Zeitraum rund 16 Prozent Rendite. Fabians Portfolio kam auf etwa 18 Prozent – allerdings mit einer höheren Aktienquote von rund 90 Prozent und deutlich mehr Einzelpositionen.

Die Frage lautet deshalb: Lohnt sich der zusätzliche Aufwand für Fabian wirklich?

So könnte Fabian sein Portfolio optimieren

Fabian macht bereits vieles richtig. Er investiert regelmäßig, setzt auf eine breite internationale Streuung und beschäftigt sich intensiv mit seiner Altersvorsorge. Sein größtes Optimierungspotenzial liegt deshalb in der Vereinfachung seiner Strategie.

Ein möglicher Ansatz wäre, den Gerd Kommer ETF als zentrales Kerninvestment zu stärken und nur wenige gezielte Satelliten hinzuzufügen. Wer beispielsweise Small Caps oder bestimmte Faktoren bewusst übergewichten möchte, kann das mit einzelnen ergänzenden ETFs umsetzen.

Auch die zahlreichen Kleinstpositionen sollte Fabian hinterfragen. Manche seiner Einzelaktien machen nur einen Bruchteil seines Vermögens aus. Selbst eine Verdopplung ihres Wertes hätte kaum Auswirkungen auf die Gesamtrendite, verursacht aber zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Viel wichtiger wäre es, seine langfristigen Ziele klar zu definieren: Wie viel Vermögen benötigt er später im Ruhestand? Welche Aktienquote passt zu seiner Risikobereitschaft? Und welche Investments tragen tatsächlich dazu bei, diese Ziele zu erreichen?

Fazit: Weniger ETFs können mehr sein

Fabians Portfolio ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus vielen sinnvollen Einzelentscheidungen eine unnötig komplizierte Anlagestrategie entstehen kann. Sein Depot ist grundsätzlich solide aufgestellt. Allerdings sorgen zahlreiche Überschneidungen, zusätzliche Faktor-ETFs und kleine Einzelpositionen für eine Komplexität, die nicht zwangsläufig einen Mehrwert bietet.

Für Anleger gilt deshalb: Nicht die Anzahl der ETFs entscheidet über den langfristigen Anlageerfolg, sondern eine passende Asset Allocation, breite Diversifikation und eine Strategie, die sich konsequent durchhalten lässt. Manchmal ist ein einfacher Welt-ETF eben die bessere Lösung.

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So erhältst du tiefe Einblicke in deine Anlagestrategie und erkennst, wo sich dein Portfolio möglicherweise optimieren lässt.

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