Altersvorsorgedepot berechnen: So funktioniert der Rechner
Förderung, Nettorente und Vergleich zum ETF-Sparplan berechnen
Mit dem Altersvorsorgedepot (AVD) gibt es erstmals eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die konsequent auf ETFs setzt. Du erhältst Zulagen von bis zu 540 Euro im Jahr sowie Kinderzulagen und kannst von einem steuerfreien Wachstum in der Ansparphase profitieren.
Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner kannst du berechnen, wie hoch dein Kapital zum Rentenbeginn und deine monatliche Nettorente nach Steuern und Sozialabgaben aufällt. Auf Wunsch stellt der Rechner das Ergebnis auch einem ungeförderten ETF-Sparplan gegenüber.
Was berechnet der Altersvorsorgedepot Rechner?
Der Rechner bildet beide Phasen deiner Altersvorsorge ab: die Ansparphase bis zum Rentenbeginn und die Auszahlphase danach. Genau das unterscheidet ihn von einfachen Zulagenrechnern, die nur die Förderung addieren. Entscheidend ist nicht, wie viel Kapital brutto im Depot liegt, sondern wie viel Nettorente monatlich bei dir ankommt.
Du kannst zwischen zwei Modi wählen:
- Nur Altersvorsorgedepot: Hier siehst du die reine AVD-Entwicklung, also deine Eigenbeiträge, die Zulagen, die Steuererstattung, den Kapitalaufbau und die spätere Auszahlung (Nettorente).
- Vergleich mit ETF-Sparplan: Der Rechner stellt dem AVD einen ungeförderten ETF-Sparplan mit identischer Sparrate, Laufzeit und Bruttorendite gegenüber. Es unterscheiden sich nur Förderung, Kosten und Steuerlogik - so wird der Effekt der Förderung sauber isoliert.
Als Ergebnis erhältst du das Kapital bei Rentenbeginn, die monatliche Nettorente, die monatliche Differenz zwischen beiden Wegen und die Gesamtdifferenz über die gesamte Auszahlphase, aufgeschlüsselt nach gefördertem und ungefördertem Anteil.
So nutzt du den Altersvorsorgedepot Rechner
Persönliche Angaben, Sparrate und Kosten:
- Das Geburtsjahr ist entscheidend für die Ansparzeit und den Rentenbeginn.
- Die monatliche Sparrate darf den Förderhöchstbetrag von 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 150 Euro im Monat, nicht überschreiten. Höhere Sparraten sind möglich (bis zu 6.840 Euro jährlich pro Vertrag), werden aber nicht mehr bezuschusst.
- Die erwartete Bruttorendite ist die Rendite vor Kosten. Als Orientierung dient die langfristige historische Entwicklung breit gestreuter Welt-Aktien-ETFs. Für kurze Restlaufzeiten sind konservativere Annahmen sinnvoll.
- Die Anzahl der Kinder mit ihren Geburtsjahren ist maßgeblich für die Kinderzulage, die nur so lange fließt, wie du Kindergeld beziehst.
- Kosten AVD und Kosten ETF-Sparplan: jeweils TER plus Depotgebühren. Dieser Wert ist für den Vergleich oft entscheidender als die Förderung selbst.
Detaileinstellungen, Auszahlplan-Dauer, Steuererstattung
- KVdR-Pflichtversicherung: Wenn du als Rentner in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert bist, kannst du die Sozialabgaben auf die Auszahlung mit einrechnen.
- Verwendung der Steuererstattung: Wiederanlage in den AVD oder den Sparplan – oder Konsum. Diese Option verändert das Endergebnis erheblich, da eine reinvestierte Erstattung über Jahrzehnte mitverzinst wird.
- Die Auszahlplan-Dauer beträgt 85 bis 100 Jahre. Hinzu kommt eine separate Rendite für die Auszahlphase, die in der Regel niedriger ist als in der Ansparphase.
- Der Basiszinssatz und der Sparerpauschbetrag sind relevant für die Vorabpauschale im ungeförderten Sparplan.
- Das Halbeinkünfteverfahren gilt für den ungeförderten Anteil des AVD.
- Zum Rentenbeginn ist eine optionale Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent des Kapitals möglich.
Du siehst alle Ergebnisse als Erklärtext, Chart zur Vermögensentwicklung, Detailtabelle und Jahrestabelle mit Alter, Ein- und Auszahlungen sowie Kapitalständen. Mit dem PDF-Export kannst du die komplette Berechnung inklusive der Berechnungsgrundlagen ausdrucken und speichern.
Tipp: Berechnung speichern und teilen. Du kannst deine Berechnung jederzeit als PDF speichern und ausdrucken – inklusive aller Ergebnisse und Berechnungsgrundlagen. Wenn du dein Ergebnis weitergeben möchtest, klickst du einfach rechts oben auf „Teilen” und verschickst den erzeugten Link. Wer ihn öffnet, gelangt direkt zu deiner Berechnung mit allen Eingaben, ohne etwas nachbauen zu müssen.
Staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot berechnen
Du musst die Zulagen nicht selbst ermitteln, denn der Rechner leitet sie aus deinen Angaben ab.
| Förderbaustein | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundlage (Stufe 1) | 50 Cent je Euro auf die ersten 360 € im Jahr | max. 180 € |
| Grundzulage (Stufe 2) | 25 Cent je Euro von 360 € bis 1.800 € | max. 360 € |
| Grundzulage gesamt | bis zu 540 € pro Jahr | 1.800 € Eigenbeitrag |
| Kinderzulage | 300 € pro Kind und Jahr | Kindergeldbezug, ab 25 € Sparbeitrag monatlich |
| Berufseinsteigerbonus | einmalig 200 € | Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag |
| Mindesteigenbetrag | 120 € pro Jahr (10 € monatlich) | Voraussetzung für jede Zulage |
Günstigerprüfung und Förderquote
Hinzu kommt die Steuererstattung im Rahmen der Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Sonderausgabenabzug für deine Beiträge mehr bringt als die bereits gutgeschriebenen Zulagen. Falls ja, erhältst du die Differenz zurück. Für Sparer mit hohem Grenzsteuersatz sind das schnell mehrere Hundert Euro im Jahr. Der Rechner weist diesen Betrag separat aus.
Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich die Förderquote, also das Verhältnis von staatlicher Förderung zu deinem Eigenbeitrag. Sie ist die aussagekräftigste Kennzahl der Ansparphase, da sie zeigt, welche Rendite du bereits vor der ersten Kursbewegung sicher hast. Bei einer Familie mit zwei Kindern und einer Sparrate von 150 Euro im Monat liegt die Förderquote regelmäßig im hohen zweistelligen Bereich, während sie bei kinderlosen Sparern mit derselben Rate deutlich niedriger ausfällt.
Altersvorsorgedepot: Auszahlung und Besteuerung berechnen
In der Ansparphase wächst dein Kapital im AVD komplett steuerfrei: Es fallen weder Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Dividenden noch Vorabpauschale oder Steuerabzug beim Umschichten an. Dafür wird es später versteuert – nachgelagert und mit deinem persönlichen Steuersatz im Ruhestand.
Wie wird das Altersvorsorgedepot versteuert?
- Der geförderte Anteil (Eigenbeiträge bis 1.800 Euro plus Zulagen samt Erträgen) wird in der Auszahlungsphase vollständig besteuert.
- Der ungeförderte Anteil (Beiträge oberhalb der Förderhöchstgrenze) wird milder behandelt: über das Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung bzw. über den Ertragsanteil bei lebenslanger Rente.
- Ein ETF-Sparplan zahlt dagegen laufend eine Vorabpauschale und am Ende Abgeltungsteuer nur auf die Gewinne - nach einer Teilfreistellung von 30 Prozent effektiv rund 18,5 Prozent.
Ab wann ist die Auszahlung möglich?
Bei den Auszahlungsoptionen kannst du frühestens mit 65 und spätestens mit 70 Jahren beginnen. Wir haben den den Auszahlungstermin im Rechner auf 67 festgelegt. Bis zu 30 Prozent des Kapitals dürfen zu Rentenbeginn auf einen Schlag ausgezahlt werden. Im Rechner ist dies als optionale Teilkapitalauszahlung abgebildet.
Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan: Was lohnt sich mehr?
Vergleich von Förderung und Endvermögen
Bei angespartem Vermögen zum Rentenbeginn gewinnt zwar fast immer das AVD, entscheidend ist jedoch die Nettorente. Zulagen und Steuerstundung führen zwar zu einem höheren Kapitalaufbau, doch durch die spätere Besteuerung wird ein Teil davon wieder genommen. Deshalb rechnet der Rechner bis zur monatlichen Nettorente durch.
Vorteile des Altersvorsorgedepots
- lange Restlaufzeit, weil die Steuerstundung über Jahrzehnte wirkt,
- Kinder, weil 300 Euro Zulage je Kind die Förderquote massiv anheben,
- ein deutlich niedrigerer Steuersatz im Ruhestand als heute,
- ein günstiges AVD-Angebot mit niedrigen Effektivkosten,
- Selbstständige, die erstmals zulagenberechtigt sind.
Vorteile eines freien ETF-Sparplans
- kurze Restlaufzeit bis zum Rentenbeginn,
- hohe Alterseinkünfte, die den Steuersatzvorteil schrumpfen lassen,
- teure Anbieter nahe am gesetzlichen Kostendeckel von 1,0 Prozent,
- der Wunsch nach Flexibilität – AVD-Kapital ist bis mindestens 65 gebunden, das freie Depot jederzeit verfügbar. Dieser Unterschied taucht in keiner Euro-Zahl auf, ist aber real.
Unser Tipp: Ändere testweise die AVD-Kosten um 0,3 Prozentpunkte und die Rendite in der Auszahlphase um einen Punkt. Du wirst sehen, wie stark das Ergebnis darauf reagiert. Für den Vergleich sind nicht die Schlagzeilen-Förderung, sondern deine Produktkosten und deine Steuersituation im Alter entscheidend.
Kombinieren statt entscheiden
Für viele Sparer ist die beste Lösung kein Entweder-oder: Das AVD bis zum Förderhöchstbetrag von 150 Euro pro Monat und alles darüber hinaus in den freien ETF-Sparplan. So kannst du die garantierte Förderrendite vollständig nutzen und behältst für den Rest deines Vermögens volle Flexibilität.
Schritte zu deinem Altersvorsorgedepot
- Versorgungslücke prüfen: Der Rentenlückenrechner zeigt dir, ob dein Ergebnis reicht.
- Sparplan optimieren: Im ETF-Sparplan-Vergleich findest du die günstigste Umsetzung für den freien Baustein.
- Anbieter vergleichen: Sobald die zertifizierten Produkte ab 2027 verfügbar sind, findest du die entsprechenden Konditionen und Effektivkosten in unserem Vergleich von Altersvorsorgedepots. Bis dahin gilt: Ruhe bewahren, die Förderung verfällt nicht.
Alle Details erklären unsere Ratgeber „Altersvorsorgedepot 2027”.
Fazit: Altersvorsorgedepot mit dem Rechner individuell prüfen
Mit einer Grundzulage von bis zu 540 Euro, 300 Euro je Kind und steuerfreiem Wachstum in der Ansparphase bietet das Altersvorsorgedepot eine Förderung, die kein freier ETF-Sparplan bieten kann.
Mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner von extraETF kannst du das für dich beste Szenario berechnen und so eine optimale Entscheidung für deine Altersvorsorge treffen.
Du möchtest mehr über das Altersvorsorgedepot erfahren? In unserem großen Ratgeber erfährst du alles über Förderung, Kosten, Besteuerung und Auszahlung sowie worauf du beim Start im Jahr 2027 achten solltest.
Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot Rechner
Hinweis: Sowohl der Rechner als auch dieser Text dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Berechnung basiert auf vereinfachten Annahmen (u. a. konstante Rendite, konstante Steuersätze, gleichbleibende Sparrate) und der Rechtslage gemäß dem Altersvorsorgereformgesetz. Einzelheiten stehen bis zum Marktstart am 1. Januar 2027 unter dem Vorbehalt konkretisierender Verordnungen und der Produktzertifizierung. Stand: August 2026.
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