Riester-Vertrag: Behalten, umwandeln oder kündigen? Deine Optionen ab 2027

Die wichtigsten Optionen für deinen Riester-Vertrag nach der Riester-Reform verständlich erklärt.


Millionen Sparer fragen sich: Was passiert mit meinem Riester-Vertrag ab 2027? Die gute Nachricht: Niemand muss wechseln. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und können unverändert weitergeführt werden. Gleichzeitig eröffnet das neue Altersvorsorgedepot neue Möglichkeiten. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt vor allem von Laufzeit, Kosten und Garantien deines Vertrags ab.

Wir erklären dir, welche Option für deinen Riester-Vertrag am besten ist und worauf du dabei achten solltest.

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Das Wichtigste in Kürze:
Alles zum Riester-Wechsel auf einen Blick

  • Kein Zwang, keine Eile: Bestehende Riester-Verträge laufen mit allen bisherigen Konditionen weiter - niemand muss bis zu einem Stichtag wechseln, und Förderansprüche verfallen nicht.

  • Drei Optionen: Vertrag beitragsfrei oder aktiv weiterführen, Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen – oder (meist die schlechteste Wahl) kündigen mit Rückzahlung aller Förderungen.

  • Wechsel-Argumente: Höhere Renditechancen ohne Garantiekorsett, oft niedrigere Kosten und flexiblere Auszahlung im neuen System.

  • Behalten-Argumente: Bestandsschutz bei Auszahlungsalter (ab 62 statt 65), wertvolle Garantien bei kurzer Restlaufzeit und teils gute Altkonditionen.

  • Vorsicht Verkaufswelle: Verbraucherzentralen warnen vor aggressivem Vertrieb neuer Verträge - erst Konditionen vergleichen, dann unterschreiben; Förderung geht auch bei späterem Abschluss nicht verloren.

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Was passiert mit deinem Riester-Vertrag ab 2027?

Was passiert mit deinem Riester-Vertrag ab 2027?

Mit dem Altersvorsorgereformgesetz (in Kraft seit Ende Mai 2026) wird die Riester-Rente ab dem 1. Januar 2027 durch das neue, kapitalmarktorientierte Altersvorsorgedepot abgelöst – ohne Garantiezwang, mit vereinfachter prozentualer Förderung und erstmals offen für alle Selbstständigen (die Grundlagen: Altersvorsorgedepot).

Für Bestandskunden entscheidend: Altverträge genießen Bestandsschutz. Sie können unverändert weitergeführt werden – inklusive der bisherigen Zulagen-Systematik und des Rechts auf Auszahlung ab 62 Jahren (im neuen System: ab 65). Alternativ ist die Überführung des Guthabens in das neue Fördersystem möglich – freiwillig und auch noch Jahre später.

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Option 1: Riester-Vertrag behalten - wann lohnt sich das?

Den bestehenden Riester-Vertrag weiterzuführen, ist für viele Sparer eine sinnvolle Option. Dank des gesetzlichen Bestandsschutzes bleiben alle bisherigen Vertragsbedingungen erhalten - inklusive der Förderungen, Garantien und des vereinbarten Auszahlungsalters. Ob das die richtige Entscheidung ist, hängt vor allem von der Restlaufzeit und den Konditionen deines Vertrags ab.

Wann das sinnvoll ist:

  • Kurze Restlaufzeit: Wer nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, profitiert kaum noch von höheren Aktienrenditen, aber sehr wohl von der 100-Prozent-Beitragsgarantie und dem früheren Auszahlungsalter ab 62. Faustregel: Bei unter etwa 5 Jahren Restlaufzeit spricht viel fürs Behalten.
  • Guter Altvertrag: Einzelne ältere Verträge haben attraktive Konditionen - etwa hohe garantierte Rentenfaktoren oder niedrige Kosten. Solche Zusagen gibt es im Neuabschluss nicht mehr. Daher genau prüfen.
  • Ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis: Wer die Beitragsgarantie psychologisch braucht, findet sie im Altvertrag - im neuen System sind Garantieprodukte (80/100 Prozent) zwar weiter wählbar, aber mit denselben Renditenachteilen.

Die Kehrseite: Viele Riester-Verträge - besonders fondsgebundene mit hohen Kosten und Garantien, die in Niedrigzinsjahren die Aktienquote abgewürgt haben - bleiben auch mit Bestandsschutz das, was sie waren: teuer und renditeschwach. Behalten ist kein Selbstzweck.

Zwischenlösung: Den Vertrag beitragsfrei stellen und neue Sparraten ab 2027 ins Altersvorsorgedepot lenken. So bleiben Garantien und Altkonditionen aufs bestehende Guthaben erhalten, während frisches Geld renditestärker arbeitet.

Option 2: Riester-Guthaben ins Altersvorsorgedepot übertragen

Mit dem Altersvorsorgedepot eröffnet sich erstmals die Möglichkeit, das angesparte Riester-Guthaben förderunschädlich in das neue System zu übertragen. Dadurch lassen sich die Renditechancen erhöhen und die laufenden Kosten häufig senken. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt jedoch von den Eigenschaften deines bisherigen Vertrags und deinen persönlichen Zielen ab.

Wann das sinnvoll ist:

  • Lange Restlaufzeit (10+ Jahre): Ohne Garantiekorsett kann das Guthaben voll in Aktien-ETFs investiert werden - über lange Zeiträume der wichtigste Renditehebel.
  • Teurer Altvertrag: Wer heute 2 Prozent und mehr an Effektivkosten zahlt, kann im neuen System (Kostendeckel 1,0 Prozent für Standardprodukte, günstige Anbieter voraussichtlich deutlich darunter) massiv sparen.
  • Wunsch nach flexibler Auszahlung: Das AVD bietet statt der starren Verrentung einen Auszahlplan bis 85, bis zu 30 Prozent Einmalauszahlung und bessere Vererbbarkeit.

Was du beachten musst:

  • Neues Auszahlungsalter: Mit dem Wechsel gelten die neuen Regeln - Auszahlung erst ab 65 statt ab 62.
  • Garantieverlust: Die Beitragsgarantie des Altvertrags erlischt (außer du wählst im neuen System bewusst ein Garantieprodukt).
  • Wechselkosten prüfen: Stornoabzüge des Altanbieters und Abschlusskosten des neuen Produkts können den Vorteil schmälern - Konditionen schriftlich geben lassen.
  • Kein Zeitdruck: Die Übertragung ist auch 2028 oder später möglich. Wer wartet, bis sich der Anbietermarkt sortiert hat und echte Konditionsvergleiche möglich sind, verliert nichts.

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Option 3: Riester-Vertrag kündigen - wann ist das sinnvoll?

Eine Kündigung des Riester-Vertrags erscheint auf den ersten Blick oft als einfacher Ausweg, ist in der Praxis aber nur selten die beste Lösung. Denn dabei gehen nicht nur die staatlichen Förderungen verloren ("förderschädliche Verwendung") du musst auch sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen und es fallen meist Stornokosten an.

Sinnvoll ist die Kündigung nur in seltenen Ausnahmen (Kleinstverträge, akute Notlagen und selbst dann ist Beitragsfreistellung meist besser). Wer aus dem Riester-System raus will, fährt mit der förderunschädlichen Übertragung ins AVD praktisch immer besser.

Riester behalten oder wechseln? Die 4 wichtigsten Prüffragen

  1. Wie lange noch bis zur Rente? Unter 5 Jahre → tendenziell behalten; über 10 Jahre → Wechsel prüfen.
  2. Was kostet mein Vertrag? Effektivkosten aus dem jährlichen Standmitteilungs-/Produktinformationsblatt heraussuchen. Über 1,5 Prozent → starkes Wechselargument; unter 0,5 Prozent → Behalten-Argument.
  3. Wie wertvoll sind meine Garantien wirklich? Garantierter Rentenfaktor und Beitragsgarantie sind bei kurzer Laufzeit Gold wert, bei 25 Jahren Horizont meist Renditebremsen.
  4. Brauche ich die Auszahlung vor 65? Wenn ja → Bestandsschutz behalten.

Lass dich von der erwarteten Vertriebswelle zum Start des Altersvorsorgedepots nicht unter Druck setzen. Es besteht kein Zeitdruck, denn die staatliche Förderung geht nicht verloren, wenn du dein Altersvorsorgedepot erst im Laufe des Jahres 2027 abschließt. 

Fazit:
Fazit: Riester behalten oder ins Altersvorsorgedepot wechseln?

Die meisten Riester-Sparer müssen 2027 überhaupt nichts tun. Erst wenn mehrere Anbieter am Markt sind, lohnt sich ein Vergleich. Prüfe deinen Vertrag in Ruhe: Laufzeit, Kosten und Garantien entscheiden darüber, ob sich ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot wirklich auszahlt.

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Häufige Fragen zum Riester-Wechsel

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