Weniger USA im Depot: So funktioniert ein MSCI-World-ex-USA-ETF

Weniger USA im Depot: So funktioniert ein MSCI-World-ex-USA-ETF
Die US-Gewichtung lässt sich steuern

Im MSCI World stecken über 70 Prozent US-Aktien. Mit einem Ex-USA-ETF lässt sich der US-Anteil gezielt steuern – so funktioniert der Baustein.

Der MSCI World gilt vielen als das Basisinvestment schlechthin. Hinter dem Namen verbirgt sich aber vor allem ein einzelner Markt: Mehr als 70 Prozent des Index entfallen auf US-Unternehmen. Wer diese Gewichtung nicht einfach hinnehmen, sondern bewusst steuern möchte, kann auf ETFs zurückgreifen, die die USA ausklammern. Was im MSCI World ex USA steckt, wie er sich im Depot einsetzen lässt und was dabei zu beachten ist, zeigt dieser Überblick.

Warum der MSCI World so stark auf die USA setzt

Die hohe US-Quote ist kein Konstruktionsfehler. Sie folgt aus der Marktkapitalisierungsgewichtung: Je höher ein Unternehmen an der Börse bewertet ist, desto größer ist sein Anteil im Index. Die außergewöhnliche Kursentwicklung der großen US-Technologiekonzerne hat diesen Effekt in den vergangenen Jahren immer weiter verstärkt. Ein erheblicher Teil des Index entfällt inzwischen auf wenige Schwergewichte wie Nvidia, Apple und Microsoft, entsprechend hoch ist auch das Gewicht des Technologiesektors.

Wer einen klassischen MSCI-World-ETF bespart, investiert also zwar weltweit, trägt aber zu einem großen Teil das Risiko des US-Marktes und einiger weniger Tech-Werte. Das kann durchaus gewollt sein. Angesichts dieser Konzentration fragen sich viele Anleger jedoch, ob eine breitere Aufstellung sinnvoller wäre.

Was im MSCI World ex USA steckt

Der MSCI World ex USA umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 22 entwickelten Aktienmärkten, verzichtet aber vollständig auf US-Titel. Dadurch verschieben sich die Gewichte deutlich. Die größte Länderposition ist Japan, dahinter folgen Kanada, Großbritannien, die Schweiz und Deutschland.

Auch die Sektoren sehen anders aus. Finanzwerte und Industrieunternehmen haben ein deutlich höheres Gewicht, Technologie spielt eine wesentlich kleinere Rolle. Zu den größten Einzelpositionen gehören der niederländische Chipausrüster ASML sowie Namen wie HSBC, Roche, Royal Bank of Canada, Novartis, Nestlé und Siemens. Die Gewichtung verteilt sich dabei spürbar gleichmäßiger als im MSCI World, weil einzelne Titel den Index weit weniger dominieren.

Hinzu kommt ein Unterschied bei der Bewertung. Aktien außerhalb der USA sind im Schnitt günstiger bewertet. Das ist allerdings kein Garant für eine bessere Entwicklung, weil der Abschlag teils auch das geringere Gewinnwachstum widerspiegelt.

So lässt sich ein Ex-USA-ETF im Depot einsetzen

Ein Ex-USA-ETF ist weniger ein Ersatz für den MSCI World als ein Baustein, mit dem sich die Länderaufteilung selbst bestimmen lässt. In der Praxis gibt es drei typische Einsatzmöglichkeiten.

Zusammen mit einem US-ETF: Wer bereits gezielt in den US-Markt investiert, etwa über einen S&P-500- oder MSCI-USA-ETF, deckt mit einem Ex-USA-ETF den Rest der Industrieländer ab. Die Aufteilung zwischen beiden Bausteinen lässt sich frei wählen, und damit auch die US-Quote im Depot.

Als Ergänzung zum MSCI World: Auch mit einem bestehenden Welt-ETF lässt sich der US-Anteil senken. Je größer der Anteil des Ex-USA-ETFs im Verhältnis zum MSCI-World- oder einem anderen Welt-ETF ist, desto niedriger fällt das US-Gewicht im Gesamtdepot aus.

Als Teil eines Weltportfolios: Mit einer zusätzlichen Beimischung von Schwellenländern lassen sich über einen US-ETF, einen Ex-USA-ETF und einen Emerging-Markets-ETF die Gewichte aller drei Regionen frei festlegen.

Was zu bedenken ist

Wer die USA untergewichtet, trifft eine aktive Entscheidung gegen die Marktgewichtung. Ob sie sich auszahlt, ist offen: In der Vergangenheit gab es längere Phasen, in denen der US-Markt klar vorne lag, aber auch Zeiträume, in denen die übrigen Industrieländer besser abschnitten. Welche Region künftig die Nase vorn hat, lässt sich nicht vorhersagen. Dennoch lässt sich mit einem Ex-USA-ETF das US-Tech-Klumpenrisiko senken.

Hinzu kommt: Viele der weltweit führenden Unternehmen in Zukunftsfeldern wie künstlicher Intelligenz sitzen in den USA. Ein Ex-USA-Portfolio verzichtet auf diese Titel. Wer den US-Markt nur reduzieren und nicht ganz streichen will, kombiniert den Ex-USA-ETF deshalb in der Regel mit anderen Bausteinen, statt ihn allein zu nutzen.

Auch das Währungsrisiko verändert sich, es verschwindet aber nicht. Statt vor allem vom US-Dollar hängt die Entwicklung stärker von Yen, britischem Pfund, kanadischem Dollar und Schweizer Franken ab. 

Der BNP Paribas Easy MSCI World ex USA UCITS ETF im Überblick

BNP Paribas Asset Management hat am 14. April 2026 einen ETF auf den MSCI World ex USA aufgelegt. Seit Mai 2026 ist der BNP Paribas Easy MSCI World ex USA UCITS ETF (WKN: A427P1) auf Xetra handelbar. Er bildet den Index in der Net-Total-Return-Variante physisch nach und legt die Erträge wieder an.

Die Gesamtkostenquote ist in den ersten zwölf Monaten auf 0,07 Prozent pro Jahr reduziert. Ab dem 14. April 2027 steigt sie auf 0,14 Prozent. Die Abweichung vom Index soll laut Anlageziel einen Tracking Error von einem Prozent nicht überschreiten. Der ETF ist mit einem Risikoindikator von drei eingestuft, wobei es insgesamt sieben Stufen gibt. Die empfohlene Haltedauer beträgt mindestens fünf Jahre. Wichtig: Das Währungsrisiko ist im Risikoindikator nicht berücksichtigt.

Bei BNP Paribas Asset Management ergänzt der Fonds eine bestehende MSCI-World-Palette, zu der unter anderem ein klassischer MSCI-World-ETF, eine gleichgewichtete Variante und ESG-orientierte Strategien gehören. Damit bietet BNP Paribas Asset Management Anlegern die Bausteine, um ihre globale Aktienallokation passgenau zusammenzustellen.

Steuerung des US-Anteils

Ein MSCI-World-ex-USA-ETF ist kein Gegenentwurf zum MSCI World, sondern ein Werkzeug, um die Länderaufteilung feiner zu gliedern. Kombiniert mit einem US- oder Welt-ETF lässt sich der US-Anteil auf jede gewünschte Quote bringen. Die Entscheidung sollte allerdings bewusst fallen. Wer die USA untergewichtet, setzt darauf, dass die übrigen Industrieländer gegenüber dem US-Markt aufholen, oder möchte schlicht das Konzentrationsrisiko begrenzen.

Fondsdaten (Stand: 01.09.2026)

  • Name: BNP Paribas Easy MSCI World ex USA UCITS ETF
  • ISIN: LU3256186639
  • Index: MSCI World ex USA (Net Total Return)
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • Replikationsmethode: physisch 
  • Gesamtkostenquote: 0,07 %*
  • Auflegungsdatum: 14.04.2026
  • Fondswährung: EUR
  • Risikoindikator: 3 von 7

* Bis einschließlich 13.04.2027, danach 0,14 %.
 

Rechtliche Hinweise: Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Der Wert von Anlagen und die daraus erzielten Erträge können steigen oder fallen. Es ist möglich, dass Anleger den investierten Betrag nicht vollständig zurückerhalten. Diese Marketingmitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten vor einer Anlageentscheidung das Basisinformationsblatt (PRIIPs KID) und den Verkaufsprospekt lesen.