Warum der Nuklearsektor noch Wachstumspotenzial haben könnte

Seit der Ankündigung, dass Microsoft mit Constellation Energy zusammenarbeitet, um einen Reaktor im Kernkraftwerk Three Mile Island wieder in Betrieb zu nehmen, haben mehrere börsennotierte Unternehmen aus dem Nuklearsektor Kursveränderungen verzeichnet. Anleger verfolgen die nukleare Renaissance genau und prüfen, welche Folgen das wachsende Interesse an Kernenergie haben könnte.
Der landesweite Ausbau hat noch nicht begonnen
Anfang dieses Jahres kündigte TerraPower den Bau des ersten fortschrittlichen Reaktors im Versorgungsmaßstab der USA an. Geplant ist ein gemeinsam mit GE Vernova Hitachi Nuclear Energy entwickelter Reaktor mit 345 Megawatt Leistung. Zusammen mit dem integrierten Energiespeicher soll er bis zu 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können.
Im Juni 2026 kündigte das US-Energieministerium eine bedingte Darlehenszusage von bis zu 17,5 Milliarden US-Dollar an. Sie soll Westinghouse den Kauf von Komponenten mit langen Vorlaufzeiten für bis zu 10 AP1000-Reaktoren ermöglichen. Die Zusage steht unter technischen, rechtlichen, ökologischen und finanziellen Vorbehalten. Das AP1000-Programm stützt sich auf eine spezialisierte nukleare Lieferkette; konkrete Lieferverträge für diese Projekte wurden bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Reaktoranlagen kosten mehrere Milliarden US-Dollar, wobei ein großer Teil der Kosten auf Bau und Anlagenkomponenten entfällt. Sollte der geplante Ausbau voranschreiten, könnten Unternehmen entlang der nuklearen Lieferkette in den kommenden Quartalen neue Großaufträge erhalten. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie schnell angekündigte Projekte tatsächlich umgesetzt werden.
Viele Bundesprogramme stehen noch am Anfang
Die US-Regierung hat mehrere Programme zur Unterstützung des heimischen Nuklearsektors angekündigt. Ein großer Teil der zugesagten Mittel ist bislang jedoch noch nicht bei Unternehmen angekommen:
- 17,5 Milliarden US-Dollar für die AP1000-Lieferkette.
- 2,5 Milliarden US-Dollar für Reaktor-Neustarts durch Constellation und Holtec.
- 80 Milliarden US-Dollar für AP1000-Reaktoren im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der US-Regierung, Cameco und Brookfield.
- Bis zu 40 Milliarden US-Dollar aus Japan für kleine modulare Reaktoren von GE Vernova.
Die Größenordnung dieser Programme zeigt das politische Interesse am Ausbau der Kernenergie. Dennoch handelt es sich teilweise um langfristige Vorhaben, bedingte Zusagen oder Programme, deren Mittel erst noch ausgezahlt werden müssen.
Private und öffentliche Märkte im Vergleich
Börsennotierte Unternehmen aus der Reaktorentwicklung und nuklearen Brennstofflieferkette haben erhebliche Volatilität und Kursrückgänge erlebt. Viele Anleger verbinden die nukleare Renaissance mit dem Ausbau künstlicher Intelligenz und neuer Rechenzentren, deren steigender Strombedarf die Nachfrage nach verlässlicher Energieversorgung erhöhen könnte. Entsprechend schwankt auch die Einschätzung des langfristigen Potenzials des Nuklearsektors mit der Stimmung rund um KI.
An den privaten Märkten zeigt sich zuletzt ein anderes Bild. Private Anlagen sind typischerweise weniger liquide als börsengehandelte Investments und können daher schwerer veräußert werden. Dennoch haben mehrere Reaktorentwickler große Finanzierungsrunden abgeschlossen. Antares Nuclear, das kleine Reaktoren für militärische Anwendungen entwickelt, sammelte 470 Millionen US-Dollar ein. Valar Atomics, das kleine Reaktoren für kommerzielle Energie- und Wasserstoffproduktion entwickelt, erhielt in seiner jüngsten Series-B-Runde mehr als 1 Milliarde US-Dollar.
Diese Finanzierungen deuten darauf hin, dass trotz schwankender Stimmung an den Börsen weiterhin privates Kapital in neue Nukleartechnologien fließt. Ob daraus langfristig erfolgreiche Projekte entstehen, hängt jedoch unter anderem von Genehmigungen, Baukosten, Zeitplänen und der tatsächlichen Nachfrage ab.
Weitere Informationen zur nuclearen Renaissance finden Sie auf der Website von HANetf.
Für Anleger, die sich für dieses Thema interessieren, besteht eine Möglichkeit darin, in einzelne Aktien zu investieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Anlage in einen auf den Nuklearsektor ausgerichteten Exchange Traded Fund (ETF). Dieser kann ein diversifiziertes Engagement in mehreren Unternehmen ermöglichen und dadurch die Abhängigkeit von der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens verringern. Anleger, die sich für das Thema interessieren, können die über ihre Anlageplattform verfügbaren Möglichkeiten prüfen oder die verschiedenen Ansätze mit einem Finanzberater besprechen.
Dieses Material stellt kein Marketingdokument dar. Es ist keine Aufforderung zur Investition, sondern dient ausschließlich zu Bildungszwecken.


