Alternative zu ETFs: Wie sinnvoll sind Aktiensparpläne wirklich?

Alternative zu ETFs: Wie sinnvoll sind Aktiensparpläne wirklich?

Apple, Microsoft, Amazon, SAP – all diese Einzeltitel können Anleger über Aktiensparpläne besparen. Ist Aktiensparen eine lohnenswerte Alternative zu ETFs?

Privatanleger können auf tausende Einzelaktien Sparplänen abschließen – bei etlichen sogenannter Neobroker ist das sogar völlig kostenfrei möglich. Vorreiter war vor etwa sechs Jahren Trade Republic, die jüngst auf die Kritik rund um den Kundenservice reagiert haben.

Als ETF-Fan fragst du dich nun: Ist es es sinnvoll, auch Aktiensparpläne zu führen? Dieser Beitrag beleuchtet die relevantesten Vor- und Nachteile von Aktiensparplänen und zeigt, worauf Anleger bei der Entscheidungsfindung achten sollten.

Was sind Aktiensparpläne?

Ein Aktiensparplan ist das Gegenstück zum Einmalkauf einer Aktie. Als Anleger investieren Sie monatlich in ein von Ihnen vorher ausgewähltes Unternehmen – beispielsweise Apple (WKN: 865985). Aktiensparpläne können bereits ab einem Euro im Monat eingerichtet werden, was sie besonders dann attraktiv macht, wenn Anleger sich an Unternehmen beteiligen wollen, die aufgrund des hohen Aktienkurses bislang unzugänglich waren. Darunter fallen ohne Zweifel Technologiewerte wie Amazon (WKN: 906866) oder Microsoft (WKN: 870747).

Bei einem Sparplan werden analog zum ETF-Sparplan regelmäßig kleine Sparbeträge in Wertpapiere investiert, um sukzessive Vermögen aufzubauen. Anstatt also eine ganze Aktie zu besitzen, werden monatlich Bruchteile erworben. Wer auf Aktiensparpläne vertraut, glaubt nicht an Market-Timing, sondern an das langfristige Wachstum des jeweiligen Unternehmens.

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Aktiensparpläne: Worauf muss man achten?

Der Kostenfaktor ist durch das Aufkommen der Neobroker heute nicht mehr entscheidend. Wie du im Aktiensparplan-Vergleich siehst, sind Gebühren für den Aktiensparplan längst nicht mehr nötig. So bieten etliche Neobroker eine große Auswahl – und alles zum Nulltarif. Anders ist das immer noch bei einigen Direktbanken. Bei einigen lohnen sich Sparpläne mit kleinen Beträgen (ab einem Euro) einfach nicht. Einige Direktbanken verlangen rund 1,5 Prozent je Ausführung. Das macht bei 25 Euro 0,38 Euro (bei 100 Euro: 1,50 Euro). 

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Neben den Kosten zeigen sich auch in Sachen Bruchstück-Handel Fortschritte. Auch Bruchstücke sind somit längst Standard, du musst also keine ganzen Aktien kaufen. Wer 25 Euro monatlich anlegen möchte und dafür beispielsweise die Mircrosoft-Aktie kaufen will, die aktuell bei mehr als 350 Euro notiert, kann dies also auch mit kleineren Beträgen problemlos tun. Klug ist es sicherlich nicht, sein gesamtes Geld in eine Aktie zu investieren, aber es ist grundsätzlich machbar.

Aktiensparpläne: Diese Vorteile bieten sie!

Einer der größten Vorteile von Sparplänen ist die geringe Einstiegshürde. Bereits ab einem Euro kann in ausgewählte Unternehmen investiert und Vermögen aufgebaut werden. Das ist (je nach Unternehmen) in jedem Fall besser als reines Nichtstun. Besonders für Studenten oder Eltern, die Geld für ihre Kinder ansparen wollen, eignen sich Sparpläne. 

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Das Sparplan-System spart Zeit. Anstatt sich jeden Monat mit dem nächsten Kauf zu beschäftigen, kann über die Einrichtung eines Aktiensparplans die Geldanlage automatisiert werden. Die Investmententscheidung für eine Aktie fällt einmal.

Der Disziplinierungseffekt bei Sparplänen ist ein wesentlicher Faktor, weshalb ich das Sparplan-Prinzip sehr befürworte. Anstatt wöchentlich oder gar täglich zu kaufen oder zu verkaufen, ist das System vollautomatisiert und baut bei Privatanlegern eine Routine auf, die sie vor Impulskäufen schützt. Außerdem sind die Flexibilität von Sparplänen und die Anpassungsmöglichkeit an die persönliche finanzielle Situation große Vorteile.

Aktiensparpläne: Diese Nachteile haben sie!

Trotz der ganzen Vorteile haben Aktiensparpläne auch einige Nachteile. Der wohl relevanteste Nachteil ist der Mangel an Diversifikation. Mit Sparplänen auf bestimmte Unternehmen erhöhen Anleger das Klumpenrisiko in ihren Portfolien und gehen teilweise riskante Einzelwetten ein. Außerdem ist die Auswahl sparplanfähiger Aktien beschränkt. Keine optimalen Voraussetzungen also, wenn es um die private Altersvorsorge geht.

Ein weiterer Punkt sind – gerade bei Direktbanken – die Gebühren. Je nach Anbieter können die Kosten deutlich höher sein, als beim Einzelkauf der Aktie. Darüber sollten sich Anleger bewusst sein. Allerdings gibt es heute etliche Neobroker mit kostenlosen Aktiensparplänen.

Aktiensparpläne werden zudem in der Regel am 1., 7., 14. oder 28. Tag des Monats ausgeführt. Man hat als Investor wenig Einfluss auf den Kaufzeitpunkt der Aktie.

Fazit: So sinnvoll sind Aktiensparpläne

Die Vorteile von Sparplänen liegen auf der Hand. Im Allgemeinen können sie sinnvoll sein, da sie Anlegern die Möglichkeit geben, bereits mit kleinen Beträgen ihren Vermögensaufbau zu starten. Sie machen gerade dann Sinn, wenn man die Zeit für Unternehmensanalysen mitbringt, denn blind sollte man nicht in Einzelwerte investieren.

Dass Einzelaktien keinen Sinn machen, soll an dieser Stelle nicht behauptet werden. Bei größeren Depots mit ausreichender Streuung und einem Depotanteil von rund zwei bis drei Prozent pro Aktie, ist die Einbindung von Einzeltitel durchaus empfehlenswert. Der Privatanleger, der ausschließlich auf wenige Aktien setzt, sollte sich aber der damit verbundenen Risiken bewusst sein.

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Wer Einzeltitel monatlich (automatisiert) besparen möchte, ist mit Aktiensparplänen gut beraten. Hier sollten Anleger auf die Kosten achten. Bestimmte Gebührenmodelle eignen sich erst ab größeren Sparraten. Alleinig auf Aktiensparpläne zu setzen, ist nicht empfehlenswert.

ETF-Sparplan geht vor

Es geht nichts über Streuung. Das geht am besten mit einem ETF-Sparplan, etwa auf den Weltindex MSCI World ACWI, seit Kurzem gibt es auch einen ETF auf den MSCI World IMI. Dann wird einer der größten Nachteile von Aktiensparplänen – und zwar der Mangel an Diversifikation – umgangen. Natürlich ist beim MSCI World die Allokation nicht perfekt. Allerdings bricht der Index auch nicht ein, wenn ein Einzelwert in Schieflage geraten sollte. Eine ausreichende Streuung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage, der nicht unterschätzt werden darf.

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Sparpläne im Blick behalten

Ob du Aktien- oder ETF-Sparpläne – oder beides hast – es gilt immer: Bewahre den Überblick. Das ist nur mit bisschen Bauchgefühl schwierig und mit Excel-Listen aufwendig. Nutze also sofort den extraETF Portfolio Tracker – so hast du immer den vollen Durchblick.