Altersvorsorgedepot: So funktioniert die Auszahlung
Auszahlplan, lebenslange Rente oder 30 Prozent auf einmal: Diese Möglichkeiten hast du im Ruhestand
Beim Altersvorsorgedepot geht es nicht nur darum, über viele Jahre Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Genauso wichtig ist die Frage: Wie kommst du später an dein Geld und wie viel bleibt nach Steuern davon übrig?
In der Auszahlphase hast du verschiedene Möglichkeiten. Du kannst dein angespartes Vermögen über einen Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr beziehen, dich für eine lebenslange Leibrente entscheiden oder bis zu 30 Prozent des Kapitals zu Beginn auf einmal entnehmen. Auch eine Kombination dieser Varianten ist möglich.
Wir zeigen dir, welche Auszahlungsmöglichkeiten du hast, wie diese versteuert werden und worauf du bei deiner Entscheidung achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze: Auszahlphase kompakt
Auszahlung zwischen 65 und 70: Du kannst die Auszahlphase grundsätzlich ab 65 Jahren starten, spätestens mit 70 Jahren muss sie beginnen. Beziehst du bereits früher eine gesetzliche Altersrente, kann die Auszahlung auch früher starten.
Zwei Wege für die Auszahlung: Du kannst dein Kapital über einen Auszahlplan mit regelmäßigen Zahlungen entnehmen oder dich für eine lebenslange Leibrente entscheiden.
Bis zu 30 Prozent auf einmal: Zu Beginn der Auszahlphase kannst du bis zu 30 Prozent deines angesparten Kapitals auf einmal entnehmen, ohne dadurch die staatliche Förderung zu verlieren.
Auszahlplan bis mindestens 85: Der Auszahlplan muss mindestens bis zu deinem 85. Lebensjahr laufen. Eine anschließende verpflichtende Verrentung des verbleibenden Kapitals gibt es nicht.
Auszahlungen werden versteuert: Geförderte Auszahlungen unterliegen deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Dieser kann im Ruhestand niedriger ausfallen als während des Berufslebens.
Anbieter rechtzeitig vergleichen: Bis zum Beginn der Auszahlphase kannst du dein Kapital zu einem anderen Anbieter übertragen. Danach ist ein Wechsel nicht mehr vorgesehen.
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Ab wann kann das Altersvorsorgedepot ausgezahlt werden?
Die Auszahlphase deines Altersvorsorgedepots kann grundsätzlich ab dem 65. Lebensjahr beginnen. Spätestens mit 70 Jahren musst du jedoch damit beginnen. Innerhalb dieses Zeitraums kannst du selbst entscheiden, wann du auf dein angespartes Kapital zugreifen möchtest.
Eine Ausnahme gilt, wenn du bereits vor deinem 65. Geburtstag eine gesetzliche Altersrente oder eine vergleichbare Altersversorgung, beispielsweise aus einem berufsständischen Versorgungswerk, erhältst. In diesem Fall kannst du die Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot auch entsprechend früher beginnen.
| Altersvorsorgedepot | Riester-Bestandsvertrag | |
|---|---|---|
| Frühester Auszahlungsbeginn | 65 Jahre, bei früherem Rentenbeginn ggf. früher | In der Regel 62 Jahre, bei älteren Verträgen 60 Jahre |
| Spätester Auszahlungsbeginn | 70 Jahre | Keine gesetzliche Frist |
| Vorzeitige Entnahme | Förderschädlich | Förderschädlich |
Wenn du dein Geld vorzeitig entnimmst, ohne eine der vorgesehenen Ausnahmen zu erfüllen, gilt dies als förderschädliche Verwendung. In diesem Fall musst du die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Zudem werden die erzielten Erträge versteuert.
Eine wichtige Ausnahme besteht für selbst genutztes Wohneigentum. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dafür Kapital entnehmen, ohne die staatliche Förderung zu verlieren.
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Welche Auszahlungsoptionen gibt es beim Altersvorsorgedepot?
Für die Auszahlung deines Altersvorsorgedepots stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Du kannst dein Kapital über einen Auszahlungsplan entnehmen, eine lebenslange Leibrente wählen oder dir zu Beginn bis zu 30 Prozent auf einmal auszahlen lassen. Je nach Angebot des Anbieters können diese Varianten auch miteinander kombiniert werden.
| Auszahlungsoption | So funktioniert sie | Vererbbarkeit | Lebenslange Absicherung |
|---|---|---|---|
| Auszahlplan | Regelmäßige Auszahlungen aus dem weiterhin angelegten Kapital, mindestens bis 85 | Ja, verbleibendes Kapital | Nein |
| Lebenslange Leibrente | Ein Versicherer zahlt dir eine lebenslang, garantierte Rente | Eingeschränkt, z. B. über eine Rentengarantiezeit | Ja |
| Einmalauszahlung | Bis zu 30 % des Kapitals werden zu Beginn einmalig ausgezahlt | Ja | Nein |
| Kleinbetragsrente | Kleine Guthaben können vollständig ausgezahlt werden | Ja | Nein |
Welche Variante für dich am sinnvollsten ist, hängt vor allem davon ab, wie wichtig dir Flexibilität, Vererbbarkeit und eine lebenslange Absicherung sind. Im Folgenden betrachten wir die einzelnen Möglichkeiten genauer.
Option 1: Der Auszahlplan bis mindestens 85
Bei dieser Option bleibt dein Vermögen im Altersvorsorgedepot investiert und du erhältst daraus monatliche Auszahlungen. Der Entnahmeplan muss mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen, kann aber auch darüber hinaus vereinbart werden.
Die Höhe deiner Auszahlungen richtet sich nach dem vorhandenen Kapital und der verbleibenden Laufzeit. Dabei gelten folgende Regeln:
- Regelmäßige Neuberechnung: Die monatliche Auszahlung wird spätestens alle drei Jahre neu berechnet.
- 80-Prozent-Regel: Mindestens 80 Prozent des vorhandenen Kapitals werden auf die verbleibenden Monate verteilt.
- Bis zu 20 Prozent Reserve: Dieser Teil kann zunächst im Depot investiert bleiben.
- Restkapital: Das verbleibende Kapital wird am Ende des Auszahlungsplans ausgezahlt.
Ein Beispiel: Bei einem Kapital von 140.000 Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren ergibt sich bei Berücksichtigung von 80 Prozent zunächst eine monatliche Auszahlung von rund 467 Euro. Je nach Wertentwicklung des investierten Kapitals können die späteren Auszahlungen steigen oder fallen.
Der Vorteil: Dein Kapital kann auch im Ruhestand weiter Rendite erwirtschaften. Zudem ist das verbleibende Vermögen grundsätzlich vererbbar. Dafür trägst du das Langlebigkeitsrisiko selbst. Endet der Auszahlplan, enden auch die Zahlungen.
Option 2: Die lebenslange Leibrente
Alternativ kannst du dein Kapital auch in eine lebenslange Leibrente umwandeln. Ein Versicherer zahlt dir dann bis zu deinem Lebensende eine monatliche Rente, die garantiert ist. Während der Rentenphase darf die Auszahlung nicht sinken.
Dabei gibt es zwei Varianten:
- Vollverrentung: Das gesamte Kapital wird in eine garantierte lebenslange Rente umgewandelt.
- 80/20-Modell: 80 Prozent fließen in die garantierte Leibrente, 20 Prozent bleiben investiert und ermöglichen zusätzliche, variable Auszahlungen.
Zusätzlich kann eine Rentengarantiezeit von zehn oder 20 Jahren vereinbart werden. Stirbst du innerhalb dieses Zeitraums, erhalten deine Hinterbliebenen die Zahlungen weiter.
Der Vorteil der Leibrente ist, dass sie dich vor dem Langlebigkeitsrisiko schützt und dir eine hohe Planungssicherheit bietet. Dafür ist das verrentete Kapital jedoch gebunden und steht dir nicht mehr flexibel zur Verfügung.
Option 3: Die Einmalauszahlung von bis zu 30 Prozent
Zu Beginn der Auszahlungsphase kannst du dir einmalig bis zu 30 Prozent deines angesparten Kapitals auszahlen lassen, ohne die staatliche Förderung zu verlieren. Du kannst das Geld beispielsweise für die Tilgung einer Immobilie, eine Renovierung oder für größere Ausgaben im Ruhestand nutzen. Das verbleibende Kapital fließt in einen Auszahlungsplan oder eine Leibrente.
Wichtig: Die Einmalauszahlung muss im Jahr der Auszahlung vollständig versteuert werden. Eine größere Entnahme kann deinen persönlichen Steuersatz erhöhen. Die steuerlichen Auswirkungen solltest du daher vorab prüfen.
Sonderfall: Die Kleinbetragsrente
Wenn das angesparte Kapital sehr gering ist, kann der Anbieter das gesamte Guthaben auf einmal auszahlen. Voraussetzung ist, dass die daraus resultierende monatliche Rente die gesetzliche Grenze für eine Kleinbetragsrente nicht überschreitet.
Die Einmalauszahlung ist steuerpflichtig, wird aber steuerlich begünstigt behandelt. Um die Steuerbelastung zu reduzieren, kann die Auszahlung zudem auf den Beginn des folgenden Jahres verschoben werden.
Auszahlplan bis 85: Was passiert danach?
Ein wichtiger Unterschied zum Riester-Sparen: Beim Altersvorsorgedepot gibt es keine verpflichtende Verrentung ab 85 Jahren. Wenn dein Auszahlplan mit 85 endet, wird das noch vorhandene Restkapital ausgezahlt. Danach erhältst du aus diesem Auszahlplan keine weiteren Zahlungen.
Wenn du dich auch für die Zeit danach absichern möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten:
- Du kannst den Auszahlplan beispielsweise bis 90 oder 95 laufen lassen. Dadurch sinkt die monatliche Auszahlung, dein Kapital reicht aber länger.
- Leibrente ergänzen: Ein Teil des Kapitals kann für eine lebenslange Rente verwendet werden, sofern dein Anbieter entsprechende Kombinationen ermöglicht.
- Andere Renteneinkünfte einplanen: Die gesetzliche Rente, eine Pension oder eine Betriebsrente können die lebenslange Basisversorgung übernehmen. Das Altersvorsorgedepot dient dann als zusätzliche Versorgung im Ruhestand.
Steuern in der Auszahlphase: Nachgelagert – und meist milder als gedacht
Für das Altersvorsorgedepot gilt die nachgelagerte Besteuerung. Während der Ansparphase bleiben Erträge und Umschichtungen innerhalb des Depots steuerfrei. Dafür werden die geförderten Auszahlungen im Ruhestand mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
Das kann vorteilhaft sein, wenn dein Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als während des Berufslebens. Wie groß dieser Vorteil ausfällt, hängt jedoch von deinen gesamten Einkünften im Alter ab.
| Auszahlungsform | Steuerliche Behandlung |
|---|---|
| Auszahlplan | Auszahlungen werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert |
| Lebenslange Leibrente | Auszahlungen werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert |
| 30-Prozent-Einmalauszahlung | Voll steuerpflichtig im Jahr der Auszahlung; dadurch kann der Steuersatz steigen |
| Kleinbetragsrente | Steuerpflichtig, mit besonderer steuerlicher Behandlung |
| Ungeförderte Beiträge | Abweichende Besteuerung; grundsätzlich werden nur die Erträge besteuert |
Achtung bei der 30-prozentigen Einmalauszahlung: Eine höhere Auszahlung erhöht dein zu versteuerndes Einkommen und kann somit zu einer höheren Steuerbelastung führen. Es kann daher sinnvoll sein, den Zeitpunkt und die Höhe der Auszahlung steuerlich zu planen, beispielsweise für ein Jahr, in dem kein Arbeitseinkommen mehr anfällt.
Ob auf die Auszahlungen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen, hängt von deinem Versicherungsstatus ab. Für pflichtversicherte Rentner, freiwillig gesetzlich Versicherte und Privatversicherte können unterschiedliche Regeln gelten. Bei größeren Auszahlungen solltest du die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen vorab prüfen.
Mehr Rente mit dem Altersvorsorgedepot?
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- Berechne deine staatliche Förderung
- Ermittle dein Vermögen zum Rentenbeginn
- Berechne deine monatliche Nettorente nach Steuern
- Vergleiche Altersvorsorgedepot und ETF-Sparplan
Was passiert mit dem Altersvorsorgedepot im Todesfall?
Was im Todesfall mit deinem Altersvorsorgedepot passiert, hängt vor allem von der gewählten Auszahlungsform ab. Ein wichtiger Vorteil des Auszahlungsplans ist, dass das vorhandene Restkapital grundsätzlich vererbbar bleibt.
| Situation | Auszahlplan | Leibrente |
|---|---|---|
| Tod vor Auszahlungsbeginn | Depot geht an die Erben | Depot geht an die Erben |
| Tod während der Auszahlung | Restkapital geht an die Erben | Zahlungen enden grundsätzlich mit dem Tod |
| Ehe- oder Lebenspartner | Förderunschädliche Übertragung auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag möglich | Weiterzahlung bei vereinbarter Rentengarantiezeit |
| Andere Erben | Förderung muss grundsätzlich zurückgezahlt werden | Keine Vererbung des verrenteten Kapitals |
Ehe- oder eingetragene Lebenspartner können unter bestimmten Voraussetzungen das vorhandene Guthaben auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen, ohne die Förderung zu verlieren. Bei anderen Erben müssen die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile grundsätzlich zurückgezahlt werden. Bei einer Leibrente hängt die Absicherung der Hinterbliebenen hingegen von der vereinbarten Rentengarantiezeit ab.
Anbieterwechsel: Rechtzeitig vergleichen
Bis zum Beginn der Auszahlungsphase kannst du dein angespartes Kapital zu einem anderen Anbieter übertragen. Sobald die Auszahlungen beginnen, ist ein Wechsel nicht mehr möglich.
Vergleiche deshalb die Konditionen rechtzeitig vor dem Rentenbeginn. Achte dabei insbesondere auf Kosten, Anlagemöglichkeiten im Auszahlplan, Konditionen der Leibrente und mögliche Kombinationen der Auszahlungsformen. Idealerweise berücksichtigst du die Konditionen der Auszahlphase bereits bei der Auswahl deines Altersvorsorgedepots.
Auszahlplan oder Leibrente: So triffst du die Entscheidung
Welche Auszahlungsform für dich am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wie gut du bereits durch lebenslange Einkünfte abgesichert bist und wie wichtig dir Flexibilität und Vererbbarkeit sind.
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Gesetzliche Rente, Pension oder Betriebsrente vorhanden | Ein flexibler und vererbbarer Auszahlplan kann eine gute Ergänzung sein. |
| Wenig lebenslange Einkünfte | Eine Leibrente kann zumindest für einen Teil des Kapitals zusätzliche Sicherheit bieten. |
| Größere Ausgaben zum Rentenstart geplant | Die Einmalauszahlung kann sinnvoll sein. Steuerliche Folgen beachten. |
| Vererbbarkeit ist dir wichtig | Der Auszahlplan bietet mehr Flexibilität für das verbleibende Kapital. |
| Du möchtest Sicherheit und Flexibilität kombinieren | Eine Kombination aus Auszahlplan, Einmalauszahlung und Leibrente kann sinnvoll sein. |
Wichtig: Die Auszahlungsform musst du erst zu Beginn der Auszahlungsphase festlegen. Wenn du zusätzlich ein freies ETF-Depot hast, solltest du dessen Entnahme separat planen.
Fazit: Mehr Freiheit bei der Auszahlung
Im Vergleich zur bisherigen Riester-Rente bietet dir das Altersvorsorgedepot bei der Auszahlung deutlich mehr Wahlmöglichkeiten. Du kannst zwischen einem Auszahlungsplan, einer lebenslangen Leibrente und einer Einmalauszahlung von bis zu 30 Prozent wählen und die verschiedenen Varianten miteinander kombinieren.
Ein Auszahlplan bietet dir Flexibilität und ist vererbbar, während eine Leibrente ein lebenslanges Einkommen absichert. Welche Variante für dich am besten geeignet ist, hängt vor allem von deinen weiteren Alterseinkünften, deinem Sicherheitsbedürfnis und deinen persönlichen Plänen für den Ruhestand ab.
Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner kannst du berechnen, wie viel Kapital du bis zum Rentenbeginn aufbauen kannst.
Häufige Fragen zur Auszahlphase des Altersvorsorgedepots
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- Welche Auszahlungsoptionen gibt es beim Altersvorsorgedepot?
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- Steuern in der Auszahlphase: Nachgelagert – und meist milder als gedacht
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