Inflationsgefahr: Was ist dran an der Angst vor der großen Geldschwemme?

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Die Notenbanken drucken Geld als gäbe es kein Morgen mehr. Kritiker warnen eindringlich vor einer massiven Inflationsgefahr. Ist das nur Panikmache?

Kurz nach der Finanzkrise betraten die Notenbanken weltweit Neuland. Mit Null- und Minuszinsen und billionenschweren Wertpapierkaufprogrammen versuchten die Währungshüter, die damalige Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Mit dem sogenannten Quantitive Easing führten die großen Notenbanken wie die EZB und die amerikanische Fed eine ganz neue geldpolitische Marschroute ein, die nach wie vor andauert.

Durch die Coronakrise wurde diese nun sogar noch verschärft. Die Notenbanken pumpen seither noch mehr Geld ins System und versuchen so, die deflationären Tendenzen durch den Corona-Nachfrageschock zu begrenzen. Stetig sinkende Preise aufgrund ausbleibender Nachfrage in Kombination mit einer schweren Rezession wären ein Fiasko für den weltweiten Wohlstand, so das Kalkül der Notenbanker.

Experte über angebliche Inflationsgefahr

„Auf kurze bis mittlere Sicht haben wir es weiter mit einem ausgeprägt disinflationären Umfeld zu tun“, sagt Talib Sheikh, Head of Strategy, Multi-Asset bei Jupiter Asset Management. Gibt es also gar keine Inflationsgefahr? Laut Sheikh sprechen einige Aspekte dagegen. Zum Beispiel „die alternden Bevölkerungen rund um den Globus, die geringe Produktivität, die Globalisierung sowie die technologische Disruption“, so der Experte. Gegen die negativen Folgen dieser deflationären Tendenzen stemmen sich die Notenbanken mit ihren Gelddruckorgien mit aller Kraft.

Solange die Gelder der Notenbanken jedoch auf den Konten der Konsumenten in den USA oder auch in Europa verbleiben, bleiben auch die deflationären Tendenzen erhalten. Denn: Erst wenn das viele Geld in großem Maßstab in den Wirtschaftskreislauf gelangt – über Konsum oder Investitionen – könnte sich die Inflation zurückmelden. Abhängig ist dies wiederum vor allem von der Entwicklung der Coronapandemie, die die Währungshüter mit aller Macht bekämpfen.

Die US-Notenbank Fed jedenfalls hat kürzlich beschlossen, weiter an ihrer expansiven Geldpolitik festzuhalten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des sogenannten Offenmarktausschusse, einem Expertengremium der Fed. Dieses hat weitere Änderungen beschlossen und die Hürden für Zinsanhebungen angehoben.

Künftig müssen drei Kriterien erfüllt sein, damit die Zinsen steigen können. Es bedarf einer Inflation von zwei Prozent, einer Inflationsentwicklung im Sinne der Fed und einer rundum positiven Situation am Arbeitsmarkt. Um alle diese Kriterien zu erfüllen, müsste die Wirtschaft wieder kolossal an Fahrt gewinnen, wonach es aktuell zumindest nicht aussieht. Die Zinsen dürften also noch lange niedrig bleiben.

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Wird die Geldpolitik noch expansiver?

Das sieht auch Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan so: „Alle 17 Währungshüter des Rates erklärten, dass sie damit rechnen, den Leitzins zumindest bis Ende 2021 nahe Null zu halten. 13 von ihnen prognostizierten, dass der Leitzins sogar bis Ende 2023 dort bleiben wird. Obgleich die Währungshüter die Arbeitslosenquote per Ende 2023 wieder auf dem Niveau von Anfang 2020 erwarten, gehen sie dennoch davon aus, dass dann das Inflationsziel noch nicht erreicht sein wird. Die Märkte preisen eine erste Zinserhöhung frühestens im Herbst 2024 ein“, so Stephan.

Eine derart klare Positionierung gibt Anlegern Sicherheit, ihre Strategie an diesen Rahmenbedingungen auszurichten. Zwar blieb der Offenmarktausschuss zuletzt Details zur weiteren Ausgestaltung des Aufkaufprogramms für Wertpapiere schuldig, doch zeigte sich im Rahmen der Sitzung auch, dass die Fed dazu noch keine klare Haltung entwickelt hat. Es könnte also auch in diesem Bereich noch expansiver werden.

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Mit Gold-ETC auf Nummer sicher

Um auf Nummer sicher zu gehen und sein Portfolio gegen das aktuell zumindest unwahrscheinliche Szenario ein kurzfristig stark anziehenden Inflation abzusichern, bietet sich Gold an. Das Edelmetall hat nach Beginn der Maßnahmen gegen die Pandemie ein neues Rekordhoch erreicht.

Um zu investieren, können Anleger unter anderem auf den WisdomTree Physical Swiss Gold (WKN: A1DCTL) setzen. Der ETC ist mit physischem Gold besichert und ermöglicht Anlegern die Rendite des Edelmetalls abzüglich Gebühren. 2020 legte der ETC rund 22 Prozent zu. Die Gesamtkostenquote beträgt schlanke 0,15 Prozent.

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