
KI treibt die Börsen an – doch ausgerechnet dieser Faktor könnte die Rallye stoppen
KI treibt US-Aktien auf Rekordhoch, während der Nahost-Konflikt neue Risiken schafft. Was das für ETF-Anleger und ihr Portfolio bedeutet.
Die Börsen befinden sich aktuell in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite sorgt der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) für neue Rekorde an den US-Aktienmärkten. Auf der anderen Seite belasten die Eskalation im Nahen Osten und die Sorge vor steigenden Energiepreisen die Stimmung der Anleger. Für ETF-Investoren stellt sich deshalb die Frage, wie sie ihr Portfolio in diesem Umfeld einordnen sollten.
Warum US-Aktien derzeit die Nase vorn haben
Die US-Wirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer Unsicherheiten erstaunlich robust. Viele Konjunkturindikatoren entwickeln sich positiv, Unternehmen berichten von steigenden Gewinnen und die Investitionen in KI-Technologien nehmen weiter zu.
Besonders die großen Technologiekonzerne profitieren von der Entwicklung. Unternehmen wie Microsoft, Nvidia, Alphabet oder Amazon investieren Milliarden in Rechenzentren, Chips und KI-Anwendungen. Da diese Konzerne in globalen Aktienindizes wie dem MSCI World oder dem FTSE All-World stark gewichtet sind, profitieren viele ETF-Anleger automatisch von diesem Trend.
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Trotz des anspruchsvollen Makroumfelds, etwa durch die jüngste Eskalation im Nahen Osten, bleiben die US-Unternehmensgewinne stark. Im Zuge der Berichtssaison für das erste Quartal meldeten die Unternehmen des S&P 500 laut Moventum AM ein Gewinnwachstum von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr; mehr als 80 Prozent übertrafen die Analystenschätzungen.
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Allerdings hat die starke Kursentwicklung auch eine Kehrseite: Die Bewertungen vieler US-Technologiewerte sind inzwischen anspruchsvoll. Enttäuschungen bei Unternehmenszahlen oder eine weitere Zunahme geopolitischer Spannungen könnten daher schneller zu Kursrückgängen führen als noch vor einigen Jahren.
Europa kämpft mit Gegenwind
Während die USA vom KI-Boom profitieren, sieht die Lage in Europa nach Ansicht der Experten von Momentum deutlich schwieriger aus. „Die europäische Marktstruktur ist stärker von Industrie, Finanzwerten, Energie und klassischen Value-Segmenten geprägt“, sagt Thorsten Fischer, Managing Director und Head of Portfolio Management bei Moventum AM. Die Gewinne würden sich sich daher insgesamt weniger dynamisch entwickeln.
Die Region ist stärker von Energieimporten abhängig und reagiert deshalb empfindlicher auf steigende Öl- und Gaspreise. Zugleich haben sich die Wachstumserwartungen zuletzt eingetrübt, in Deutschland haben die Wirtschaftsweisen die Prognose für dieses Jahr von 0,9 auf 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum gesenkt. Höhere Inflationserwartungen könnten zudem den Spielraum für weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank begrenzen. Das belastet Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen.
Ein weiterer Unterschied: Europäische Aktienmärkte verfügen bislang über keinen vergleichbaren KI-Treiber wie die USA. Viele europäische Indizes werden von Industrie-, Finanz- und Energieunternehmen dominiert, deren Gewinnwachstum derzeit weniger dynamisch ausfällt.
Doch die Experten von J.P. Morgan Asset Management halten dagegen und sehen die Lage in Europa positiver, zumal es in jüngerer Zeit zumindest am Aktienmarkt aufwärts ging. Erfahre also mehr über: Abseits von KI und Big Tech: Europa-Aktien feiern ihr Comeback.
Warum Diversifikation wichtiger denn je bleibt
Die aktuelle Marktlage zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich sich Regionen und Branchen entwickeln können. Während Technologieaktien in den USA neue Höchststände erreichen, kämpfen andere Marktsegmente mit wirtschaftlichen und geopolitischen Belastungen.
Für ETF-Anleger spricht das weiterhin für eine breite Diversifikation. Globale ETFs ermöglichen es, an den Wachstumschancen verschiedener Regionen teilzuhaben und gleichzeitig das Risiko einzelner Märkte oder Branchen zu reduzieren.
Das eigene Portfolio im Blick behalten
Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit ist es für Anleger wichtig, die Entwicklung ihres Depots regelmäßig zu überprüfen. Mit dem extraETF Portfolio Tracker lassen sich sämtliche ETFs, Aktien und Wertpapierdepots zentral erfassen und analysieren.
Anleger sehen auf einen Blick, wie stark ihr Portfolio beispielsweise von US-Technologiewerten abhängig ist, welche Regionen besonders stark gewichtet sind und wie sich einzelne Positionen auf die Gesamtentwicklung auswirken. Darüber hinaus helfen Performance-Auswertungen, Risikoanalysen und die Portfolioaufteilung dabei, die eigene Anlagestrategie auch in volatilen Marktphasen konsequent umzusetzen.
Einfach breit streuen
Der KI-Boom sorgt weiterhin für Rückenwind an den US-Börsen, während geopolitische Risiken und steigende Energiepreise vor allem Europa belasten. Für ETF-Anleger bedeutet das jedoch nicht, hektisch auf Schlagzeilen reagieren zu müssen.
Wer breit diversifiziert investiert und sein Portfolio regelmäßig überprüft, kann auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld langfristig auf Kurs bleiben. Gerade jetzt lohnt es sich, die Zusammensetzung des eigenen Depots genau zu kennen – denn die Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern an den Märkten dürften in den kommenden Monaten eher größer als kleiner werden. Dividenden können helfen, einer Geldanlage die Treue zu halten. Schau dir gleich unseren Dividenden-DeepDive und das folgende Video an: