31. Januar 2026
Bitcoin-ETFs unter Druck: Was die Abflüsse jetzt für dein Portfolio bedeuten

Bitcoin-ETFs unter Druck: Was die Abflüsse jetzt für dein Portfolio bedeuten

Rekordabflüsse bei Bitcoin-ETFs verunsichern Anleger. Ist das nur ein kurzfristiger Rücksetzer – oder ein Warnsignal für dein Portfolio?

Die Stimmung am Kryptomarkt hat sich zuletzt spürbar eingetrübt. Jüngst kam es bei Bitcoin-ETFs zu massiven Mittelabflüssen, die ein neues Rekordniveau erreicht haben. Viele Investoren reduzieren ihr Engagement – ein klares Zeichen dafür, dass Risikoanlagen derzeit kritisch hinterfragt werden. Doch was heißt das für dich als Privatanleger?

Warum ziehen Anleger jetzt Kapital aus Bitcoin-ETFs ab?

Die Abflüsse sind weniger ein Votum gegen Bitcoin selbst als vielmehr Ausdruck eines vorsichtigeren Marktumfelds. „Die Kursentwicklung von Bitcoin wird derzeit vor allem von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Diese führen erfahrungsgemäß zu einem Kapitalabfluss aus risikoreicheren Anlageklassen“, sagt Joshua Krüger, Head of Growth bei der dEURO Association. Dazu gesellen sich steigende Zinsen und Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung. Spekulativere Anlageklassen geraten derzeit in dieser Gemengelage unter Druck. Bitcoin-ETFs – die es allerdings in Deutschland in dieser Form nicht gibt – gelten dabei häufig als schnell handelbare Position – und werden in turbulenten Phasen zuerst verkauft. 

Übrigens: Bei Gold verhält es sich derzeit genau umgekehrt zum Bitcoin. Lies also gleich weiter: Gold jenseits aller Rekorde: Was Privatanleger jetzt wissen müssen.

Ist Bitcoin noch eine sinnvolle Beimischung?

Trotz der aktuellen Turbulenzen lohnt sich ein Blick auf die langfristige Rolle von Bitcoin im Portfolio. Nicolas Cohen-Addad, Head Investment Solutions APAC & Head Portfolio Management bei LGT Private Banking, sieht digitale Vermögenswerte zunehmend als Teil moderner Vermögensallokationen. Zwar würden sie keine laufenden Erträge liefern, doch hätten sie dennoch ihren Platz: Digitale Assets gelten laut Cohen-Addad „zunehmend als legitimes Mittel zur Wertaufbewahrung, das in der langfristigen Vermögensallokation berücksichtigt werden sollte und zu resilienteren Portfolios beitragen kann.“

Tipp: Du willst immer wissen, wie der Bitcoin gerade steht? Das kannst du auf der Bitcoin-Profilseite stets verfolgen.

Gerade im Kontext der Diversifikation könne Bitcoin daher eine Rolle spielen. „Es ist zudem bemerkenswert, dass Bitcoin inzwischen ausreichend verbreitet ist, um in klassischen Portfolio-Analysen berücksichtigt zu werden. Eine entsprechende Studie kam zu dem Ergebnis, dass bereits eine geringe Beimischung von Bitcoin die Rendite eines diversifizierten Portfolios erhöhen kann“, so Cohen-Addad.

Nicht für jedes Risikoprofil geeignet

Kryptoanlagen sind eindeutig nicht für jeden Anleger geeignet. Ob eine Beimischung sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Risikotoleranz und der Struktur des Gesamtportfolios ab. Während Aktien oder Anleihen laufende Erträge wie Dividenden oder Zinsen liefern können, zählen Bitcoin, physische Währungen oder Gold zu den Anlageklassen ohne laufenden Cashflow – ein Aspekt, der die Bewertung deutlich erschwert.

Volatil – aber zunehmend etabliert

Ein weiterer Punkt bleibt die Volatilität. Dieser Aspekt war schließlich der Anlass für diesen Beitrag. Das ist aber nicht neu: Historisch musste Bitcoin immer wieder massive Rückschläge verkraften, teils in der Größenordnung vorheriger Höchststände. Dennoch beobachtet Cohen-Addad zuletzt eine Veränderung: Die Schwankungen haben sich laut dem LGT-Experten verringert, was Bitcoin als Baustein in diversifizierten Portfolios attraktiver machen könne. Gründe dafür seien unter anderem der Eintritt institutioneller Investoren sowie die Einführung von Bitcoin-ETFs, die den Zugang zur Anlageklasse erleichtert haben. Zudem habe die zunehmende Regulierung in wichtigen Finanzmärkten wie den USA dazu beigetragen, Bitcoin stärker im Mainstream zu verankern und aus der Nische zu holen. Wir erinnern uns: Dort gibt es schon seit Januar 2024 Bitcoin-ETFs, was den Zugang wesentlich erleichtert. In Deutschland gibt es jedoch Bitcoin-ETNs, wie diesen:

Kleine Dosis statt großes Risiko

Besonders interessant für Privatanleger ist ein zentrales Ergebnis aus klassischen Portfolioanalysen: Bereits eine geringe Beimischung von Bitcoin kann die Rendite eines breit diversifizierten Portfolios verbessern – ohne die Volatilität überproportional zu erhöhen. Investieren kannst du am leichtesten über einen Krypto-Broker oder über Bitcoin-ETPs.

Tipp: In der Extra-Magazin-Ausgabe 5/2025 zeigen wir dir, wo es sich lohnt, in Kryptowährungen zu investieren.

Cool bleiben und Gesamt-Portfolio im Blick behalten

Die aktuellen Rekordabflüsse bei Bitcoin-ETFs sind ein deutliches Signal für Nervosität am Markt – aber kein zwingender Grund zur Panik. Für dich als Privatanleger kommt es jetzt darauf an, deine Anlagestrategie nüchtern zu überprüfen. Bitcoin bleibt volatil, kann aber in kleiner Dosis einen Diversifikationsbeitrag leisten. Entscheidend ist, dass dein Investment zu deinem Risikoprofil passt – und nicht von kurzfristigen Marktbewegungen getrieben ist. Um Risiken in deinem Depot frühzeitig aufzuspüren, solltest du unbedingt den extraETF Portfolio Tracker nutzen.

Du musst die Marketing-Cookies akzeptieren um dieses Video ansehen zu können. Jetzt akzeptieren