
Dann steigt der Bitcoin bis 2050 auf mehr als 53 Millionen Dollar
Ein Bitcoin könnte bis 2050 mehr als 53 Million Dollar wert sein, wie die Experten von Vaneck meinen. Das sind die Voraussetzungen dafür.
Bitcoin wirkt derzeit alles andere als spektakulär. Seit Monaten steht die Kryptowährung unter Druck, die Kurse sind gefallen und das öffentliche Interesse hat spürbar nachgelassen. Längst notiert der Bitcoin unterhalb seiner Produktionskosten von rund 87.000 US-Dollar. Historisch gesehen stellt das eine „weiche Untergrenze“ für den Preis dar, da unrentable Schürfer bei anhaltend niedrigen Kursen den Markt verlassen müssen.
„Der Markt erlebt derzeit einen ausgeprägten Abbau von spekulativen Risikopositionen“, berichtet Adrian Fritz, Chef-Investment Stratege bei 21Shares. „Hinzu kommt ein neuer Wettbewerbsfaktor: tokenisiertes Gold. Immer mehr Investoren erhalten Zugang zu Blockchainbasierten goldgedeckten Produkten in Form von ETPs (XAUt) und Token, die on-chain abgewickelt werden und direkt an den Goldpreis gekoppelt sind“, sagt Johanna Belitz, Leiterin Nordics beim Krypto-ETP-Emittenten Valour. Damit entstehe erstmals ein Anlageinstrument, das die klassischen Eigenschaften von Gold – Knappheit, langfristige Wertstabilität und Inflationsschutz – mit der Effizienz und Zugänglichkeit der Blockchain verbinde.
Doch genau in solchen Phasen entstehen oft die spannendsten langfristigen Investmentthesen. Der Vermögensverwalter Vaneck sorgt mit einer davon für Aufsehen: In einem extremen Zukunftsszenario könnte Bitcoin auf mehr als 53 Millionen US-Dollar pro Coin steigen.
Dabei handelt es sich nicht um eine kurzfristige Prognose, sondern um langfristige Kapitalmarktannahmen mit einem Zeithorizont bis 2050. Vaneck betrachtet Bitcoin nicht als reines Spekulationsobjekt, sondern als potenziellen monetären Vermögenswert, der im globalen Finanzsystem eine deutlich größere Rolle einnehmen könnte als heute.
Drei Szenarien für den Bitcoin bis 2050
Vaneck unterscheidet drei mögliche Entwicklungspfade. Im negativen Szenario setzt sich Bitcoin nur begrenzt durch und erreicht langfristig etwa 130.000 US-Dollar. Im Basis-Szenario etabliert sich Bitcoin als digitales Wertaufbewahrungs- und Abwicklungssystem, was rechnerisch zu einem Preis von rund 2,9 Millionen US-Dollar führen würde. Im extrem bullischen Szenario wird Bitcoin Teil einer globalen monetären Infrastruktur und überschreitet die Marke von 53 Millionen US-Dollar pro Coin. Gerade dieses dritte Szenario wirkt heute weit entfernt – doch Vaneck leitet es aus strukturellen Annahmen ab, nicht aus kurzfristiger Marktstimmung.
Kapital sucht gerade neue Ziele
Die aktuelle Schwäche bei Bitcoin fällt zeitlich mit starken Gewinnmitnahmen bei Edelmetallen zusammen. Vor allem Silber zeigte zuvor extreme Kursbewegungen, die auf eine Überhitzung hindeuteten. Und was ist bei Kryptowährungen los? „Der Kryptomarkt erlebt dabei keinen Zusammenbruch, sondern eher eine Phase außerhalb des Rampenlichts“, ordnet Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro, ein.
| Tipp: Jüngst sah es nicht so gut aus. Lies also gleich weiter: Bitcoin-ETFs unter Druck: Was die Abflüsse jetzt für dein Portfolio bedeuten. |
Wenn überlaufene Märkte an Dynamik verlieren, beginnt Kapital häufig zu wandern. „In solchen Marktphasen beginnt Kapital häufig, weiterzuwandern“, so Wienke. Märkte, die zurückgeblieben sind und bei denen das Sentiment gedämpft ist, rücken dann wieder stärker in den Fokus – darunter auch Bitcoin.
Kurzfristig Risiko, langfristig Option
Derzeit verhält sich Bitcoin weniger wie ein sicherer Hafen und stärker wie ein klassisches Risiko-Asset. Wienke beschreibt das klar: „Aktuell dominiert das Verhalten eines Liquiditäts- und Risk-Assets, nicht das eines stabilen Safe Havens.“ Dennoch könnten sinkende Inflation, lockerere Finanzierungsbedingungen und mögliche Zinssenkungen mittelfristig ein Umfeld schaffen, in dem Bitcoin wieder an Attraktivität gewinnt.
Vaneck geht in seinen Modellen davon aus, dass Bitcoin langfristig als Abwicklungs- und Reserve-Asset genutzt wird. Schon eine moderate Rolle im globalen Handel könnte hohe Bewertungen rechtfertigen. Im extremen Szenario, in dem Bitcoin ähnlich relevant wird wie Gold, sorgt die begrenzte Menge von 21 Millionen Coins für einen massiven Preiseffekt.
Was das für dich als Anleger bedeutet
Für dich als privater Anleger ist ein Bitcoin-Preis von 53 Millionen Dollar kein Versprechen, sondern eine Denkübung. Die Szenarien zeigen, welches Potenzial entstehen könnte, wenn sich bestimmte Entwicklungen durchsetzen. Gleichzeitig bleibt Bitcoin volatil, politisch sensibel und stark abhängig von Vertrauen und Regulierung.
| Tipp: Du willst immer wissen, wie der Bitcoin gerade steht? Das kannst du auf der Bitcoin-Profilseite stets verfolgen. |
Gerade in ruhigen Marktphasen kann es sinnvoll sein, strategisch nachzudenken statt emotional zu reagieren. Du musst nicht All-in gehen, um von möglichen langfristigen Trends zu profitieren. „Bitcoin und Ethereum gewinnen, auch mit Blick auf die Portfolio-Allokation, immer stärker an Bedeutung“, sagt Michael Mohr, Globaler Leiter der Xtrackers Produkte. Bitcoin wird also zunehmend als Beimischung zur Diversifikation betrachtet – vor allem von Anlegern, die bereit sind, Zeit, Schwankungen und Unsicherheit auszuhalten.
„Strukturell spricht jedoch vieles dafür, dass digitale Assets nach der Auflösung der aktuellen Spannungen zu den größten Profiteuren eines neuen Liquiditätszyklus zählen werden. In einem zunehmend digitalen, fragmentierten und geopolitisch angespannten globalen System erscheint ein nachhaltiger Rückzug aus digitalen Wertspeichern wenig plausibel“, meint Belitz.
53 Millionen Dollar pro Bitcoin klingen heute unrealistisch. Doch Vanwck zeigt, dass solche Bewertungen unter bestimmten Bedingungen rechnerisch möglich werden. Während Bitcoin aktuell außerhalb des Rampenlichts steht, könnte genau das der Moment sein, in dem langfristige Geschichten entstehen. Ob sie sich bewahrheiten, wird die Zukunft zeigen – ignorieren lassen sie sich jedenfalls kaum noch.
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