
Gold schwächelt, Bitcoin fällt: Was du jetzt wirklich tun solltest
Gold korrigiert, Bitcoin fällt – doch die Gründe sind entscheidend. Wie solltest du dich jetzt bei Gold und Bitcoin aufstellen?
Der Goldpreis hat in jüngster Vergangenheit nach dem Erreichen eines Rekordhochs wieder deutlich korrigiert. Für dich als Privatanleger stellt sich jetzt die Frage: War das der Anfang vom Ende der Rallye oder nur eine gesunde Pause? Aus Sicht der Sutor Bank spricht vieles für Letzteres. Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibe Gold auf Rekordkurs und biete weiteres Potenzial. „Dabei sind aber durchaus weitere kurze Rücksetzer möglich, wenn die derzeit starke Nachfrage einzelner Notenbanken nachlässt“, sagt Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Sutor Bank.
Entscheidend ist der Blick auf die strukturellen Treiber. Die globale Goldnachfrage hat 2025 ein historisches Niveau erreicht, wie Daten des Branchenverbands World Gold Council (WGC) zeigen. „Für 2025 meldet der WGC erstmals eine globale Nachfrage von über 5.000 Tonnen physischem Gold“, so Beil. Das entspreche einem Gegenwert von rund 555 Milliarden US-Dollar – ein Rekord, getragen von geopolitischen Risiken, einem schwächeren US-Dollar und wachsendem Misstrauen gegenüber US-Staatsanleihen.
Warum Gold gerade jetzt gefragt bleibt
Das Edelmetall profitiert derzeit von mehreren Faktoren gleichzeitig. „Gold profitiert derzeit von einer seltenen Kombination aus politischer Unsicherheit, struktureller Nachfrage und geldpolitischen Fragezeichen“, sagt Beil. Diese Gemengelage habe den Preis nicht nur gestützt, sondern auf ein neues Bewertungsniveau gehoben. Selbst politische Impulse wie die jüngste Personaldebatte um die US-Notenbank führten laut Sutor Bank lediglich zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen. „Doch dies wird nur eine kurze Gewinnmitnahme sein, denn die Risiken und Unsicherheiten bleiben“, meint Beil.
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Eine tragende Rolle spielen dabei die Notenbanken. Sie kaufen Gold gezielt zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Diese Nachfrage wirkt langfristig stabilisierend, auch wenn sie kurzfristig schwanken kann. Sollte sie temporär nachlassen, sieht die Sutor Bank andere Käufer bereitstehen. „Mittelfristig und langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass andere Käufergruppen – etwa aus Asien oder aus dem privaten Vermögensaufbau – bei den jetzt sehr attraktiveren Preisen einspringen“, erklärt Beil.
Bitcoin fällt – und zeigt Parallelen zu Gold
Parallel zur Goldkorrektur steht auch Bitcoin unter Druck, wobei das schon länger zu beobachten ist. „Der Markt befindet sich klar im Risk-off-Modus, wovon auch Bitcoin nicht verschont bleibt“, sagt Johanna Belitz, Head of Nordics beim Krypto-Emittenten Valour.
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Bemerkenswert ist dabei die enge zeitliche Korrelation zwischen dem Edelmetall und Bitcoin. „Die These, dass Kapital aus Gold in Bitcoin umgeschichtet wird, hat sich bislang nicht bestätigt“, so Belitz. Stattdessen zeigt sich ein anderes Muster: „In Phasen knapper Liquidität wird zwischen Assets nicht großartig unterschieden, verkauft wird alles, was schnell liquidierbar ist.“ Ähnlich sieht das auch Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro: „Aktuell dominiert das Verhalten eines Liquiditäts- und Risk-Assets, nicht das eines stabilen Safe Havens. “
Raus aus Hebelpositionen
Verstärkt wird das noch durch das erneute Auflösen von Hebelpositionen. „Das Unterschreiten psychologisch relevanter Kursmarken hat also eine klassische Liquidationskaskade ausgelöst, die mehr als 420.000 Trader zur Schließung ihrer Positionen zwang und den Verkaufsdruck deutlich eskalieren ließ“, sagt Adrian Fritz, Chef-Investment Stratege bei 21Shares. Der Abverkauf sei primär ein Derivate-getriebenes Ereignis gewesen. „Vor allem hoch gehebelte Perpetual Futures (gehebelte Positionen ohne Ablaufdatum) wirkten als Beschleuniger, da Liquidationen unabhängig von Marktmeinung oder Fundamentaldaten ausgelöst werden“, so Fritz.
Für dich bedeutet das: Kurzfristige Kursbewegungen sagen aktuell wenig über den langfristigen Wert einzelner Anlageklassen aus.
Wie du jetzt Gold und Bitcoin behandeln solltest
Sowohl bei Gold als auch bei Bitcoin ist der aktuelle Rückgang möglicherweise weniger ein Signal für ein strukturelles Problem, sondern Ausdruck eines angespannten makroökonomischen Umfelds. Bei Bitcoin sei der Abverkauf laut Valour nicht kryptospezifisch, sondern vor allem durch globale Liquiditätsengpässe und geopolitische Unsicherheiten getrieben. Historisch waren solche Phasen oft von begrenzter Dauer. Daneben gibt es potenziell weitere Hoffnungsschimmer. „Sinkende Inflation, lockerere Finanzierungsbedingungen und Zinssenkungen könnten jedoch eine gute Basis schaffen“, so Wienke.
Gold bleibt aus Sicht der Sutor Bank ein strategischer Baustein im Vermögensaufbau. Nicht als kurzfristige Spekulation, sondern als langfristiger Stabilitätsanker. Entsprechend hält die Bank an ihrem Preisziel fest. „Unser im Sommer 2025 formuliertes Ziel von 6.500 US-Dollar je Feinunze halten wir weiterhin für realistisch“, sagt Beil.
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Für dich als Privatanleger heißt das: Volatilität gehört aktuell dazu – entscheidend ist, ob ein Investment langfristig in deine Vermögensstrategie passt. Gold und Bitcoin reagieren zwar kurzfristig ähnlich auf Liquiditätsstress, erfüllen aber unterschiedliche Rollen. Gerade diese Unterscheidung wird in bewegten Marktphasen besonders wichtig.
Ein neues Produkt auf Bitcoin und Gold
Seit Kurzem kannst du mit einem weiteren ETP sowohl auf Bitcoin und Gold in einem Produkt setzen. Möglich macht das der Bitwise Diaman Bitcoin & Gold ETP (WKN: A4AKW3). Der zugrundeliegende Index verteilt das verwaltete Vermögen dynamisch und regelbasiert zwischen Bitcoin und Gold. „Der Bitcoin & Gold Index wurde entwickelt, um Anlegern ein dynamisches Engagement in zwei knappen, sich ergänzenden Vermögenswerten zu bieten, die zur Diversifizierung des Portfolios beitragen können: Bitcoin und Gold. Die Notierung an Xetra erweitert die Palette der Handelsplätze, an denen BTCG ETP verfügbar ist“, sagt Daniele Bernardi, Geschäftsführer von Diaman Partners, dem Indexbetreiber hinter dem ETF.
Übrigens: Ein vergleichbares Produkt gibt es schon länger von 21Shares. Das stellen wir dir hier vor:
So bewahrst du den Überblick
Wenn du Edelmetalle oder Bitcoin in den Portfolio aufnimmst, solltest du dich nicht verzetteln. Gleiches gilt natürlich auch für Einzelaktien und Themen-ETFs. Um den Gesamtüberblick zu behalten, solltest du also unbedingt den extraETF Portfolio Tracker nutzen.