
Warum Dax-Jahresprognosen auch 2026 wieder scheitern werden
Dax-Prognosen versprechen Orientierung, liefern aber selten Mehrwert. Warum Analysten im Konsens verharren – und Anleger besser auf Buy and Hold setzen.
Hast du schon sämtliche Dax- und Bitcoin-Prognosen für Ende 2026 durchgelesen? Es ist ein etabliertes Ritual der Finanzindustrie zum Jahresauftakt die Prognose für das Jahresende zu veröffentlichen. Doch was ist an Vorhersagen zu Wachstum, Zinspfade und Aktienmärkte dran? Nach Ansicht von Thorsten Fischer, Geschäftsführer und Leiter Portfoliomanagement bei Moventum AM, recht wenig: „Die Trefferquote ist kaum besser als die des Wetterberichts für Januar.“ Warum hält sich diese Tradition dennoch, obwohl – anders als beim Fondue – alle ihren Sinn bezweifeln?
Die Bankhäuser „müssen“ eine Jahresprognose zu Dax & Co abgeben
„Das liegt weniger am Erkenntnisinteresse als an der Marktdynamik. Für Research-Abteilungen gilt: Bei allgemeinen Vorhersagen muss der Anlageexperte dabei sein. Andernfalls könnte das Publikum denken, die Zukunft sei ihm egal“, so Fischer. Und zugegeben: Wir haben auch Experten zu deren Ausblick für 2026 befragt – sei es auf unserem Youtube-Kanal, im Heft (hier geht’s zum Shop) oder auf der Website. Das setzt natürlich Investmenthäuser in gewisser Weise unter Druck, wollen sie nicht irrelevant erscheinen.
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Oft stellt man bei den Prognosen fest: Ist eine Richtung eingeschlagen, positionieren sich die meisten eng darum. Das sehen wir auch diesmal wieder. „Trotz allgemein beklagter „Unsicherheit“ herrscht bemerkenswerter Konsens: rund 2,5 Prozent globales Wachstum, „solide“ Aussichten für US- und Schwellenmärkte, moderate Lockerung der Geldpolitik. Europa profitiert von Staatsausgaben für Rüstung und Infrastruktur, während KI und Produktivitätsfantasien als Storyline durch die Reports geistern. Risiken? Natürlich geopolitisch und fiskalisch, aber weitgehend eingepreist. Nur bei KI ist die Luft dünn geworden“, so Fischer.
Ähnliche Prognosen
Wer eng an der Durchschnittsmeinung liegt, riskiert nicht, am Ende des Jahres als einer der wenigen komplett danebengelegen zu haben. Daneben verbergen sich aber auch handwerkliche Gründe dahinter. Sämtliche Analysehäuser stützen sich auf ähnliche Modelle, Annahmen und Datensätze. „Hinzu kommt der Hang zur Extrapolation – man verlängert den Trend des vergangenen Jahres und nennt das Zukunft. Strukturelle Brüche, politische Schocks oder technologische Sprünge bleiben oft außen vor. Und weil niemand zu stark vom Konsens abweichen will, schauen sich alle Prognostiker gegenseitig über die Schulter. Ein Paradebeispiel für Herdenverhalten“, berichtet Fischer aus seiner Erfahrung.
Dazu gesellt sich ein weiteres Dilemma. Du kennst es vielleicht selbst: Wenn exakte Zielwerte angegeben werden, wirkt eine Prognose besonders fundiert. Um also die flüchtige Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, würden die Prognosen oft als punktgenaue Ziele präsentiert. „Das wirkt knackig. Headlines wie „S&P 500 steigt acht Prozent“ klingen nach Gewissheit, verschleiern aber, dass solche Werte bestenfalls ein Szenario unter vielen repräsentieren. Es handle sich um die Illusion der Präzision. Exaktheit täuscht Gewissheit vor“, so Fischer. Niemand kann jedoch ein komplexes System über Monate auf den Punkt genau erahnen. Wer müsste sonst noch arbeiten?
Setze lieber auf Buy and Hold
Natürlich üben Prognosen eine gewisse Faszination aus. Es ist verständlicherweise auch nicht leicht, sie komplett zu ignorieren oder auch im Fall einer negativen Prognose an der Börse investiert zu bleiben. Das Problem am vorzeitigen Ausstieg ist der richtige Einstieg. Erfahre jetzt, wie dramatisch es ist, die drei besten Dax-Tage zu verpassen. Wir raten daher unbedingt zur Buy-and-Hold-Strategie, also einmal kaufen und dann halten. Um dir das zu vereinfachen, solltest du im ersten Schritt dein Portfolio an deine Neigung und Bedürfnisse anpassen. Dazu nutzt du den Risikokapazitätsrechner. Zur Überwachung der Risiken verwendest du dann den extraETF Portfolio Tracker. Da klappt es mit dem langfristig zu wichtigen Durchhaltevermögen.