ROUNDUP: Berlin verteidigt Hybridauto-Initiative der EU gegen China
SEOUL (dpa-AFX) - Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Rouenhoff, hat bei der Asien-Pazifik-Konferenz in Südkorea betont, dass die deutsch-französische Initiative zur Stärkung der europäischen Autoindustrie nur als Schutz "vor einem bestimmten Land" diene. China nannte er dabei nicht ausdrücklich beim Namen, doch seine Stoßrichtung wurde dennoch deutlich. "In einem Markt, der zunehmend mit Autos aus einem bestimmten Land überschwemmt wird, müssen wir Antworten finden", sagte er.
Zugleich betonte der Staatssekretär, dass die deutsch-französische Verständigung nicht gegen Südkorea gerichtet sei. Dort gibt es die Sorge, dass Handelsschutzmaßnahmen der Europäischen Union auch Südkorea - wie Deutschland ebenfalls stark vom Export abhängig - treffen könne.
"Europa muss sich gegen Wettbewerbsverzerrungen aus China wirksam schützen. Gleichzeitig dürfen langjährige und verlässliche Handelspartner wie Südkorea dadurch nicht schlechter gestellt werden", sagte Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Die deutsche Industrie stehe für offene Märkte und regelbasierten Handel, so Gönner. Handelsschutz sei kein Selbstzweck, sondern müsse gezielt Wettbewerbsgleichheit herstellen. "Freier Handel funktioniert nur, wenn alle ähnlich lautende Regeln haben und sich an diese halten", sagte Gönner.
Deutschland und Frankreich pochen auf Schutz der Autobranche
Die EU und China haben sich zu Beginn des Monats auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos verständigt. Die Lieferungen in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach Verhandlungen in Peking. Die Maßnahme geht in großen Teilen auf die Initiative Frankreichs und Deutschlands zurück.
Die EU und auch Deutschland erleiden im Warenhandel mit China ein historisches Handelsdefizit. Allein in den ersten sechs Monaten hat das EU-China-Handelsdefizit laut Sefcovic fast 197 Milliarden Euro erreicht. Nach Analysen von Wirtschaftsexperten geht der ungleiche Handel auch auf übermäßige und flächendeckende Subventionen, Währungsmanipulationen und Wettbewerbsnachteile heimischer Unternehmen in China zurück./fkr/DP/jha