Binance-Hack: 6,3 Milliarden Dollar weg – der größte Krypto-Raub aller Zeiten

Hacker haben bei Binance rund 6,3 Milliarden US-Dollar erbeutet. Die Börse will alle Verluste ersetzen, Auszahlungen sind vorerst gestoppt. Was du jetzt wissen musst.
Am 29. Oktober flossen aus den Hot Wallets von Binance Kryptowerte auf zehn Blockchains ab. Hot Wallets sind die mit dem Internet verbundenen Wallets, über die eine Börse Auszahlungen abwickelt. Binance beziffert den Schaden auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar – gut viermal so viel wie beim bisherigen Rekord-Hack der Börse Bybit 2025. In einer ersten Reaktion gaben Krypto-Werte nach.
Erstes Einfallstor war laut Binance der kompromittierte Laptop eines sogenannten DevOps-Engineers. Inzwischen hat die Börse nach eigenen Angaben weitere Sicherheitslücken („additional points of breach“) entdeckt. Private Schlüssel seien nicht abgeflossen, TRM Labs vermutet dagegen eine Kompromittierung der Signatur-Infrastruktur. Das ist noch offen.
Binance-Stellungnahme: Sind Kundengelder sicher?
Die zentrale Botschaft der Börse: „Binance will cover all losses from the SAFU fund and the company's funds. User funds are safe.“ Binance arbeite mit Strafverfolgungsbehörden zusammen und will einen technischen Untersuchungsbericht sowie einen neuen Reservenachweis vorlegen.
- Auszahlungen sind gestoppt, sollen aber binnen 48 Stunden wieder laufen.
- Einzahlungen funktionieren normal.
- Binance.US ist laut eigener Aussage nicht betroffen.
Gründer Changpeng Zhao bestätigte auf X: „it does look like a hack on Binance“. Zur Finanzierung: Der Notfallfonds SAFU umfasst laut Blocktrainer nur gut eine Milliarde US-Dollar. Laut einem späteren Update hat Binance aber mehr als 6,34 Milliarden US-Dollar an Firmenmitteln zur Deckung der Verluste zurückgelegt, wie Yahoo Finance berichtet. Unabhängig bestätigt ist das bislang nicht.
Wer steckt hinter dem Binance-Hack?
Experten ordnen den Angriff der nordkoreanischen Hackereinheit TraderTraitor zu, die auch hinter dem Bybit-Hack stehen soll. Chainalysis-CEO Jonathan Levin kommt zum selben Schluss. Diebstähle dieser Größenordnung finanzierten Waffenprogramme, warnt Ari Redbord, Global Head of Policy bei TRM Labs. Eine behördliche Bestätigung fehlt bislang.
Was jetzt noch passiert ist
Stablecoin-Herausgeber haben schnell reagiert und einen großen Teil der Beute eingefroren. TRM Labs zählt insgesamt rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Andere Börsen halten sich zurück. Ob noch weitere Börsen bzw. Krypto-Broker betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Hier dürften die kommenden Tage für mehr Klarheit sorgen.
Was der Binance-Hack für dich als Anleger bedeutet
Coins auf einer Börse sind nur so sicher wie die Plattform. Eine Einlagensicherung wie bei Banken gibt es nicht.
- Verwahrung prüfen: Bei größeren Beträgen kann eine eigene Wallet sinnvoll sein.
- Anbieter vergleichen: Regulierung und Verwahrung zeigt dir unser Krypto-Broker-Vergleich.
- Krypto-ETPs: Bei Krypto-ETPs musst du dich nicht selbst kümmern, du kannst sie bequem bei deinem Broker kaufen, um alles weitere sorgt sich der Emittent.
Vorsicht vor Betrügern: Gefälschte „Entschädigungs“-Angebote kursieren oft nach solchen Hacks. Vertraue nur den offiziellen Binance-Kanälen.


