Neuer Prozess gegen Ex-Milliardär René Benko
INNSBRUCK (dpa-AFX) - In Österreich steht der Ex-Milliardär René Benko erneut vor Gericht. Bei der Verhandlung im Landesgericht Innsbruck geht es am Mittwoch (8.45 Uhr) unter anderem um den Verdacht des schweren Betrugs. Laut Anklage soll Benko die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner um rund fünf Millionen Euro betrogen haben, indem er dem Investor eine "wahrheitswidrige Garantie" zur Rückzahlung der Millionensumme gegeben habe. Haselsteiner und Benko waren jahrelang geschäftlich eng verbunden.
Der 82-jährige Haselsteiner, Ex-Chef des Baukonzerns Strabag (Profil), ist am ersten von zwei geplanten Prozesstagen als Zeuge geladen. Benko wird erstmals nicht aus dem Gefängnis in den Gerichtssaal kommen. Seit Mitte Oktober darf er seine Untersuchungshaft mit einer Fußfessel in einer Privatwohnung absitzen.
Es geht auch um ein teures Gewehr
Der 49-Jährige ist außerdem erneut wegen Schädigung seiner Gläubiger angeklagt. Er hat laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen. Der Strafrahmen der Anklagepunkte beträgt ein bis zehn Jahre Haft. Benko, der seit Januar 2025 in Untersuchungshaft ist, bestreitet alle Vorwürfe. Ihm drohen weitere Anklagen.
Benko hatte den Immobilienkonzern Signa gegründet, den er im Lauf von rund zwanzig Jahren zu einer als Top-Adresse geltenden Firma ausbaute. Der Einstieg in den stationären Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben die Signa schließlich in die Insolvenz./mrd/DP/zb