18. Juli 2026
Ausblick: Was können wir 2024 vom Finanzmarkt erwarten?

Zweites Halbjahr 2026: Diese Anlagestrategie könnte sich jetzt auszahlen

Geopolitik, Inflation und KI. Warum Diversifikation jetzt wichtiger denn je ist – und wie Anleger ihre Anlagestrategie optimal im Blick behalten.

Trotz jüngstem Allzeithoch beim Dax dürften die Börsen auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 in einem anspruchsvollen Umfeld bleiben. Zwar gehen viele Experten davon aus, dass eine globale Rezession vermieden werden kann, doch geopolitische Spannungen, eine schwankende Inflation und politische Unsicherheiten könnten die Kapitalmärkte weiterhin beschäftigen. Für Privatanleger bedeutet das vor allem eines: Ruhe bewahren, langfristig investieren und das Portfolio breit diversifizieren.

Ölpreis und Inflation: Die Lage entspannt sich

Ein Hoffnungsschimmer kommt vom Ölmarkt. Nachdem der Konflikt im Nahen Osten die Energieversorgung zeitweise stark belastet hatte, hat sich die Lage schneller entspannt als erwartet. „Seit dem Hoch von 118 US-Dollar je Barrel Brent Ende April ist der Preis um rund ein Drittel gefallen. Prognosen von Energieknappheit und Ölpreisen über 150 US-Dollar haben sich nicht bestätigt. Damit lagen zahlreiche Experten trotz plausibler Berechnungen daneben. Inzwischen gilt für 2027 sogar ein Ölüberschuss als möglich“, sagt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management. Nach Einschätzung von J.P. Morgan Asset Management könnte sich der Ölmarkt in den kommenden Monaten sogar wieder zu einem Überschussmarkt entwickeln. Sinkende Energiepreise würden den Inflationsdruck verringern und den Spielraum der Notenbanken für weitere Zinserhöhungen begrenzen – ein positives Signal für Aktien- und Anleihemärkte. „Die Aussichten für die Aktienmärkte sind unserer Ansicht nach weiter gut“, meint auch DWS-Chefanlagestratege Vincenzo Vedda.

Geopolitik bleibt der größte Unsicherheitsfaktor

Dennoch bleibt Vorsicht geboten. Das Amundi Investment Institute erwartet zwar eine schrittweise Entspannung im Nahen Osten und eine Stabilisierung der Weltwirtschaft, warnt jedoch vor anhaltenden geopolitischen Risiken, steigenden Staatsausgaben und einer Inflation, die über den Zielwerten der Notenbanken liegen könnte.

Breite Diversifikation statt hektischer Umschichtungen

Für Anleger spricht deshalb vieles gegen kurzfristige Richtungswechsel. Stattdessen empfehlen die Experten eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Währungen. Das geht am einfachsten mit einem breiten ETF, erfahre also gleich mehr über das Investieren in Welt-ETFs.

Chancen sehen sie nicht nur bei den großen KI-Unternehmen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Halbleitern über Energie und Infrastruktur bis hin zu Robotik und industriellen Anwendungen. Auch Europa könnte durch höhere Investitionen in Verteidigung, Energieversorgung und Infrastruktur profitieren.

Tipp: Du interessierst dich für das Thema Verteidigung? Dann schau dir gleich unseren DeepDive zu Rüstungs-ETFs an.

Anleihen feiern ihr Comeback

Auch Anleihen gewinnen wieder an Attraktivität. Das aktuelle Zinsniveau sorgt für interessante laufende Erträge, während hochwertige Unternehmensanleihen und inflationsgeschützte Papiere das Depot stabilisieren können. Ergänzend bleiben Gold und andere Sachwerte eine sinnvolle Beimischung, um Portfolios gegen geopolitische Risiken abzusichern. Experten sehen Gold in Zukunft sogar mehr als doppelt so hoch als heute.

KI bleibt ein Megatrend

Künstliche Intelligenz dürfte auch im zweiten Halbjahr einer der wichtigsten Wachstumstreiber bleiben. Allerdings verschieben sich die Chancen zunehmend weg von den wenigen großen Tech-Konzernen hin zu Unternehmen, die die Technologie in der Praxis einsetzen oder die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Davon könnten unter anderem Energieversorger, Rechenzentrumsbetreiber, Halbleiterhersteller oder Robotikunternehmen profitieren.

 „Anlegerinnen und Anleger erleben eine Welt, in der die Unabhängigkeit der Zentralbanken auf die Probe gestellt wird, die Inflation stärker schwankt und Konzentrationsrisiken zunehmen. Die besten Portfolios für dieses neue Umfeld können unterschiedlichen Szenarien standhalten: Sie müssen über verschiedene Währungen diversifizieren, in Sachwerte und Gold investieren und Aktiensektoren sowie strukturelle Themen diszipliniert erschließen“, sagt Monica Defend, Leiterin des Amundi Investment Institute.

Vincent Mortier, Group CIO von Amundi, ergänzt: „Der Fokus der KI-Entwicklung verlagert sich von der Frage, wer neue Grenzen erreichen kann, hin zur Frage, wer sie skalieren kann. Die Geldanlage muss deshalb die gesamte Wertschöpfungskette einbeziehen und durch Diversifizierung technologische, geopolitische und physische Risiken minimieren.“

Portfolio regelmäßig überprüfen

Gerade in einem Marktumfeld mit schwankenden Kursen und wechselnden Zinsaussichten lohnt sich ein regelmäßiger Depot-Check. Stimmen die Gewichtungen noch? Sind einzelne Positionen zu groß geworden? Passen die Investments noch zur eigenen Anlagestrategie? Wer sein Portfolio regelmäßig überprüft, erkennt Risiken frühzeitig und kann bei Bedarf gezielt nachjustieren.

Mit dem extraETF Portfolio Tracker den Überblick behalten

Der extraETF Portfolio Tracker unterstützt dich dabei, sämtliche Depots und Konten an einem Ort zu bündeln. Das Tool zeigt die aktuelle Vermögensentwicklung, die Asset-Allokation sowie die Performance einzelner Wertpapiere und macht dich so auf mögliche Klumpenrisiken aufmerksam. Darüber hinaus erhalten Anleger Auswertungen zu Rendite, Kosten und Dividenden sowie einen transparenten Überblick über ihre gesamte Vermögensstruktur. Gerade in einem volatilen Marktumfeld hilft das dabei, Anlageentscheidungen auf Basis aktueller Daten statt aus dem Bauch heraus zu treffen.