
Zu viel USA im Depot? Warum ETFs ex USA jetzt eine echte Alternative sind
US-Aktien dominieren viele Depots. Doch Risiken steigen – und Chancen außerhalb der USA nehmen zu. Warum Anleger jetzt umdenken sollten.
Wer in einen MSCI World ETF investiert, setzt stark auf die USA. Mehr als zwei Drittel des Index entfallen inzwischen auf US-amerikanische Unternehmen. Diese Dominanz ist das Ergebnis jahrelanger Outperformance, getrieben vor allem durch große Technologiekonzerne und ein starkes Gewinnwachstum. Doch genau diese Entwicklung führt zu einem Problem: Viele Anleger sind deutlich einseitiger investiert, als ihnen bewusst ist. Ein „Weltportfolio“ ist oft in Wahrheit ein USA-Portfolio mit Beimischungen. Daneben sorgt US-Präsident Donald Trump immer wieder für Verunsicherung.
„Im vergangenen Jahr mussten Investoren eine Menge Lärm und Unsicherheit aufgrund der globalen Ereignisse bewältigen. Auch wenn man aus den Marktdaten eines einzigen Jahres niemals umfassende Schlüsse ziehen sollte, ist unsere Analyse doch interessant und erinnert daran, dass Schlagzeilen nicht immer die ganze Geschichte erzählen“, sagt Ben Ritchie, Head of Developed Markets Equities bei Aberdeen Investments. Selbst in einer Zeit, in der Märkte und Geopolitik verflochtener wirken als je zuvor, können die Zahlen laut Ritchie manchmal auf etwas anderes hindeuten. „Unsere wichtigste Empfehlung an Investoren war es, ihre Aktienallokationen zu diversifizieren, und in diesem Sinne ist es erfreulich zu sehen, dass in einer Zeit erheblicher Unsicherheit andere Märkte als die USA die Führung übernehmen“, so Ritchie. Immer mehr Privatanleger wollen daher „ex USA“ – also unter Ausschluss der USA anlegen.
USA mit zwei Wahrheiten gleichzeitig
Ein Kommentar von Wellington Management bringt die Lage auf den Punkt: „Die US-Sonderstellung besteht nach wie vor – und sie nimmt ab.“ Diese Einschätzung beschreibt ein Spannungsfeld, das für Anleger entscheidend ist. Die USA bleiben wirtschaftlich stark, innovativ und kapitalmarktnah. Gleichzeitig entstehen neue Risiken und Konkurrenz. Bewertungsniveaus sind hoch, geopolitische Spannungen nehmen zu und andere Regionen holen auf.
Für Anleger bedeutet das: Die Vergangenheit lässt sich nicht einfach in die Zukunft fortschreiben.
Politische Risiken rücken stärker in den Fokus
Neben wirtschaftlichen Faktoren spielen auch politische Entwicklungen eine größere Rolle. Die insgesamt protektionistischere Politik von Donald Trump sowie seine Außenpolitik verunsichern einige Investoren. Handelskonflikte, geopolitische Spannungen oder innenpolitische Polarisierung können sich direkt auf Märkte auswirken.
Das verstärkt den Wunsch vieler Anleger, ihr Portfolio breiter aufzustellen und weniger abhängig von einer einzelnen Volkswirtschaft zu sein.
| Tipp: Wie sieht es bei dir aus? Zu viel USA im Depot? So gehst du mit diesem Problem richtig um. |
ETFs ex USA: Mehr Balance im Portfolio
Genau hier setzen ETFs ex USA an. Sie investieren gezielt – in der Regel in Industrieländer – außerhalb der Vereinigten Staaten und reduzieren damit automatisch das Klumpenrisiko. Das ist etwa bei diesem ETF der Fall:
Statt einer starken Konzentration auf US-Technologie erhalten Anleger Zugang zu anderen Wirtschaftsstrukturen. Europa bietet beispielsweise mehr klassische Industriewerte, Japan punktet mit global aufgestellten Konzernen, und auch andere Regionen eröffnen zusätzliche Chancen.
Diese breitere Streuung kann helfen, das Portfolio robuster gegenüber einzelnen Marktbewegungen zu machen.
Neue Chancen jenseits der USA
Die Weltwirtschaft wird zunehmend multipolar. Lieferketten verändern sich, neue geopolitische Allianzen entstehen und viele Länder investieren gezielt in ihre eigene wirtschaftliche Stärke. Wellington formuliert es so: „Anleger tun möglicherweise gut daran, ihre Portfolios in den Bereichen abzusichern, in denen sich die US-Sonderstellung unserer Meinung nach am deutlichsten verringert.“
Das spricht für einen bewussteren Blick auf Regionen außerhalb der USA. Gerade weil die Unterschiede zwischen Märkten wieder zunehmen, können sich dort neue Renditechancen ergeben.
Transparenz wird entscheidend
Wer sein Portfolio neu ausrichten möchte, sollte zunächst verstehen, wie hoch der tatsächliche USA-Anteil ist. Genau hier setzt der extraETF Portfolio Tracker an. Das Tool zeigt auf einen Blick, wie stark einzelne Länder, Regionen und Sektoren im eigenen Depot gewichtet sind. Anleger erkennen sofort, ob sie unbewusst ein Klumpenrisiko aufgebaut haben und können gezielt gegensteuern.
Gerade bei der Beimischung von ETFs ex USA hilft diese Transparenz enorm. Veränderungen in der Allokation lassen sich nachvollziehen und die gewünschte Balance zwischen USA und Rest der Welt kann aktiv gesteuert werden.
Global investieren heißt mehr als MSCI World
Die USA bleiben ein wichtiger Baustein in jedem Portfolio. Doch ihre Dominanz bringt auch Risiken mit sich. Gleichzeitig steigen die Chancen außerhalb der Vereinigten Staaten.
| Tipp: Welt-ETFs sind echte Klassiker. Schau dir gleich unseren Wissensbeitrag MSCI World vs. MSCI ACWI an. |
ETFs ex USA bieten Privatanlegern eine einfache Möglichkeit, ihr Depot breiter aufzustellen. Wer zusätzlich seine Allokation im Blick behält, kann fundiertere Entscheidungen treffen und sein Portfolio langfristig stabiler ausrichten.