5. Oktober 2023
VanEck Morningstar Global Wide Moat: Ist der ETF noch ein lohnenswertes Investment?

VanEck Morningstar Global Wide Moat: Ist der ETF noch ein lohnenswertes Investment?

Einfach in unangreifbare Unternehmen investieren. Das ist die Idee von Wide Moat. Wir stellen dir nun einen solchen ETF vor.

Die Idee hinter dem Morningstar-Index ist einleuchtend. Die Analysten von Morningstar identifizieren Unternehmen, die aufgrund von Wechselkosten, immateriellen Vermögenswerten, Netzwerkeffekten, Kostenvorteilen und effizienter Skalierung über langfristige Wettbewerbsvorteile verfügen. Der Index besteht aus zwei Teilportfolios mit jeweils 50 Aktien, wobei nur die Aktien mit dem niedrigsten aktuellen Marktpreis im Verhältnis zum von den Analysten berechneten fairen Wert ausgewählt werden.

Der Wide Moat ETF

Anleger können über den VanEck Morningstar Global Wide Moat UCITS ETF (WKN: A2P6EP) in den Index investieren. Die Gesamtkostenquote ist mit 0,52 Prozent im Vergleich zu anderen passiven ETFs relativ hoch, dafür ist das Research von Morningstar im Vergleich zu aktiven Fonds relativ günstig. Tatsächlich führt der Morningstar-Ansatz zu einem recht ungewöhnlichen Portfolio, das relativ stark von den Vergleichsindizes abweicht.

Der US-Anteil war Ende August mit 56 Prozent relativ gering. Im MSCI World dominieren die USA mit 70 Prozent deutlich stärker. Zudem sind die Sektoren Industrie, Finanzdienstleistungen und Basiskonsumgüter deutlich höher gewichtet als im MSCI World. Dagegen verliert der Technologiesektor im Vergleich zum Weltindex deutlich an Bedeutung. Derzeit ist keiner der großen US-Technologiewerte mehr im Wide Moat-Portfolio enthalten.

Die Performance im Blick

Wie derzeit häufig zu lesen ist, waren es vor allem diese Aktien, die einen großen Anteil an der positiven Entwicklung der Indizes hatten. Wenig überraschend liegt der ETF in diesem Jahr deutlich hinter dem iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN: A0RPWH) oder dem iShares Edge MSCI World Quality Factor UCITS ETF (WKN: A12ATE). Seit seiner Auflegung im Juli 2020 kommt der VanEck-ETF auf ein kumuliertes Plus von 26 Prozent, während die beiden iShares-Produkte jeweils über 40 Prozent zulegen konnten.

Das Research von Morningstar gibt aber auch Anlass zur Kritik. Das Portfolio enthält relativ viele Banken. Die Branche durchlebt immer wieder schwere Krisen und die Qualität der Bilanzen ist für Außenstehende kaum überprüfbar. Zudem spiegelt sich die positive Einschätzung des Geschäftsmodells durch die Morningstar Analysten häufig nicht in den Fundamentaldaten der Unternehmen wider. Unternehmen wie Airbus oder Anheuser-Busch erwirtschaften Renditen auf das eingesetzte Kapital im hohen einstelligen Bereich. Das sind keine schlechten Werte, aber sie lassen auch keine übermäßigen Kursgewinne in der Zukunft erwarten.

Tipp: Hier erfährst du mehr über das Investieren in Burggraben-ETFs.

Die Suche nach Alternativen und Fazit

Eine interessante Alternative ist der Quality Factor ETF von iShares. Er berücksichtigt als Qualitätsfaktoren eine hohe Eigenkapitalrendite, ein stabiles jährliches Gewinnwachstum und eine geringe Finanzverschuldung. Dieser ETF schafft es, vergleichbare Produkte auf den MSCI World langfristig zu schlagen, wobei sich die Gewichtung der einzelnen Sektoren stark am MSCI World orientiert. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung möchte ich persönlich nicht auf die Gewinner dieser Entwicklung verzichten.

Insgesamt bietet der VanEck Morningstar Global Wide Moat UCITS ETF ein interessantes und ungewöhnliches Aktienportfolio, das sich deutlich von marktbreiten Indizes abhebt. Allerdings sollte der ETF nur als Beimischung genutzt werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Mehraufwand für die umfangreiche Analyse der Morningstar-Experten langfristig in einer Outperformance gegenüber günstigeren Indexfonds niederschlägt. Angesichts der negativen Performance in diesem Jahr sollten Anleger die Entwicklung in den kommenden Jahren genau beobachten.

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