
Trade Republic erhöht nach EZB-Entscheidung die Zinsen auf 2,25 Prozent
EZB erhöht die Zinsen: Trade Republic gibt die Anhebung auf 2,25 Prozent weiter. Doch Chase und Norisbank locken aktuell mit deutlich mehr.
Trade Republic gibt die jüngste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut direkt an seine Kunden weiter. Ab dem 17. Juni steigt die Verzinsung des nicht investierten Guthabens von 2,0 auf 2,25 Prozent pro Jahr. Hintergrund ist die Anhebung des EZB-Einlagenzinses um 0,25 Prozentpunkte – die erste Zinserhöhung seit 2023.
Für viele Anleger klingt das zunächst nach einer guten Nachricht. Doch ein Blick auf den aktuellen Tagesgeldmarkt zeigt: Die attraktivsten Angebote liegen inzwischen deutlich höher.
Trade Republic bleibt seinem Prinzip bei Zinsen treu
Die Nachricht von Trade Republic folgt einem bekannten Muster. Der Broker orientiert sich bei der Verzinsung seines Cash-Guthabens direkt am EZB-Einlagenzins und passt die Konditionen entsprechend an. Für Bestandskunden ist das positiv: Es gibt keine zeitliche Befristung, keine Neukundenaktion und keine komplizierten Bedingungen. Wer Geld auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, profitiert automatisch vom höheren EZB-Zins.
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Chase und Norisbank sorgen für neuen Wettbewerb
Während Trade Republic den EZB-Zins weiterreicht, hat sich am Tagesgeldmarkt zuletzt ein echter Wettbewerb entwickelt. Erst vor wenigen Wochen startete die neue deutsche Direktbank Chase von J.P. Morgan mit einem Tagesgeldangebot von 4,0 Prozent pro Jahr für Neukunden. Die Aktion gilt für vier Monate und katapultierte die Bank direkt an die Spitze vieler Tagesgeldvergleiche. J.P. Morgan mit Spitzenzins: Chase startet mit vier Prozent auf Tagesgeld.
Kurz darauf konterte die Norisbank mit ebenfalls 4,0 Prozent Zinsen, allerdings über einen längeren Zeitraum von sechs Monaten und zusätzlich mit einer Wechselprämie für Neukunden.
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Was bedeutet das für Anleger?
Die entscheidende Frage lautet nicht, welcher Anbieter aktuell den höchsten Zinssatz bewirbt, sondern wie viel Aufwand Anleger betreiben möchten.
Trade Republic eignet sich vor allem für Anleger, die eine einfache Lösung bevorzugen. Das Guthaben liegt ohnehin beim Broker, die Verzinsung erfolgt automatisch und orientiert sich am EZB-Zins. Wer Liquidität für den nächsten ETF-Kauf oder den Sparplan vorhält, erhält nun wieder 2,25 Prozent ohne weiteres Zutun.
Tagesgeld-Aktionen wie bei Chase oder Norisbank bieten dagegen höhere Renditen, verlangen aber mehr Aufmerksamkeit. Die Spitzenzinsen gelten nur für einen begrenzten Zeitraum. Danach fallen die Konditionen häufig deutlich niedriger aus. Bei Chase liegt der anschließende Standardzins aktuell bei 2,0 Prozent, bei der Norisbank sinkt die Verzinsung nach Ablauf der Aktion sogar deutlich stärker. Somit liegt das Angebot auf lange Sicht darüber.
Ein Signal für die gesamte Branche
Bemerkenswert ist vor allem das Timing. Noch vor wenigen Wochen hatten viele Marktbeobachter mit weiter sinkenden Sparzinsen gerechnet. Stattdessen hebt die EZB den Einlagenzins wieder an, während gleichzeitig neue Anbieter wie Chase mit aggressiven Neukundenangeboten in den Markt drängen.
Für Sparer ist das eine erfreuliche Entwicklung: Der Wettbewerb um Einlagen nimmt wieder Fahrt auf. Die Erhöhung bei Trade Republic zeigt zwar, dass sich auch Broker-Kunden über höhere Zinsen freuen können. Die eigentliche Dynamik spielt sich derzeit jedoch im Tagesgeldmarkt ab – und dort setzen Chase und Norisbank aktuell die Maßstäbe.
Die Anhebung auf 2,25 Prozent macht Trade Republic wieder etwas attraktiver. Wer jedoch bereit ist, für einige Monate das Konto zu wechseln oder zusätzliche Tagesgeldkonten zu nutzen, findet aktuell Angebote mit bis zu 4,0 Prozent Zinsen und damit nahezu der doppelten Rendite.