Trade Republic baut den Broker um: Mehr Börsen, bessere Preise, neue Profi-Tools

Trade Republic baut den Broker um: Mehr Börsen, bessere Preise, neue Profi-Tools

Trade Republic baut sein Angebot aus: neue Handelstechnologie, Web-Terminal und Bestpreis-Ausführung. Trotz PFOF-Aus bleiben die Konditionen attraktiv.

Seit dem 1. Juli gilt in der Europäischen Union das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF). Viele Beobachter hatten erwartet, dass Neobroker dadurch ihr Geschäftsmodell überdenken und womöglich ihre Preise anheben müssten. Tatsächlich zeigt sich derzeit jedoch ein anderes Bild: Die großen Anbieter investieren weiter in ihre Plattformen und bauen ihre Leistungen sogar aus – ohne die attraktiven Konditionen für Privatanleger aufzugeben. Das ist erstaunlich, denn die PFOF-Praxis hat ursprünglich das Geschäftsmodell der Neobroker möglich gemacht. Gemeint ist damit eine Provisionszahlung für Auftragsvermittlung. Das ging so: Die Neobroker haben vermittelt, Handelsplätze oder Market Maker haben dafür gezahlt. Diese Praxis ist seit 1. Juli Geschichte, der Siegeszug der Neobroker geht weiter.

Trade Republic mit Bestpreis-Garantie

Trade Republic macht nach dem PFOF-Verbot den Anfang und präsentiert eine komplett neue Handelsinfrastruktur. Kernstück ist eine automatische Bestpreis-Ausführung, bei der Orders unabhängig von ihrer Größe zum besten verfügbaren Preis über alle relevanten Börsen ausgeführt werden. Ergänzt wird das Angebot durch Direktpreis-Orders an 30 internationalen Handelsplätzen wie Xetra, Nasdaq oder Euronext, ein aggregiertes Orderbuch mit kostenlosen Live-Daten sowie ein neues Web-Terminal für aktive Anleger.

 „Was unsere Ingenieure entwickelt haben, ist ein bedeutender Schritt für unsere Kunden. Wir verbinden sie mit 30 globalen Börsen, verarbeiten Live-Marktdaten in Echtzeit und übersetzen komplexe Marktinfrastruktur in eine einfache Produkterfahrung“, sagt Christian Hecker, Mitgründer von Trade Republic. Damit wolle das Unternehmen Privatanlegern Werkzeuge zugänglich machen, die bislang vor allem institutionellen Investoren vorbehalten gewesen seien. „Mit über 10 Millionen Kunden können wir Menschen Zugang zu Tools und Marktinfrastruktur geben, die bislang institutionellen Investoren, Banken und Hedgefonds vorbehalten waren. Das ist für uns der Kern der Demokratisierung des Investierens.“

Mehr Auswahl beim Handelsplatz

Neu ist auch die Möglichkeit, den Ausführungsplatz selbst zu bestimmen. Anleger können ihre Orders künftig gezielt an 30 Börsenplätzen platzieren. Wer dagegen keine Auswahl treffen möchte, profitiert automatisch vom Bestpreis-Algorithmus, der die Kurse aller relevanten Börsen in Echtzeit miteinander vergleicht. Die Kosten bleiben dabei überschaubar: Für die automatische Bestpreis-Ausführung fällt weiterhin lediglich eine Abwicklungspauschale von einem Euro pro Trade an, Direktpreis-Orders kosten zwei Euro je Transaktion.

Tipp: Hier geht es zum Depot-Testbericht von Trade Republic.

Zeitgleich startet Trade Republic außerdem ein eigenes Web-Terminal. Es richtet sich insbesondere an aktive Anleger und bietet professionelles Charting, individuell anpassbare Workspaces, Aktien- und Derivate-Screener, Portfolioanalysen sowie kostenlose Live-Marktdaten – ohne zusätzliche Gebühren. Ansonsten bleiben die Konditionen von Trade Republic erhalten. Übrigens: Jüngst hat Trade Republic die Zinsen auf 2,25 Prozent erhöht.

Neobroker setzen auf eigene Infrastruktur

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass das Ende von PFOF keineswegs das Ende günstiger Broker sein muss. Statt auf Rückvergütungen setzen die Anbieter zunehmend auf eigene Technologie, effizientere Prozesse und zusätzliche Dienstleistungen.

Das gilt auch für Scalable Capital. Das Unternehmen hatte das PFOF-Verbot nach eigenen Angaben bereits seit März 2024 umgesetzt und sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. Herzstück ist heute die European Investor Exchange (EIX) an der Börse Hannover. Hinzu kommen eigene Lösungen für Depotführung, Clearing, Settlement und Custody sowie das Market Making auf der eigenen Börse. Dadurch entsteht eine weitgehend integrierte Wertpapierplattform, die Kostenvorteile ermöglicht. Kunden können neben der European Investor Exchange weiterhin auch über Gettex und Xetra handeln.

Tipp: Hier geht es zum Depot-Testbericht von Scalable Capital.

Eine Sprecherin von Scalable Capital erklärt gegenüber extraETF, dass genau diese technologische Integration die Grundlage für dauerhaft günstige Preise sei. „Als Innovations- und Technologieführer ist Scalable Capital damit effizient aufgestellt und kann die Preisvorteile seiner Technologieplattform an die Kunden weitergeben.“ Für Anleger ändere sich durch das PFOF-Verbot daher wenig. „Auch nach dem 1. Juli können Anleger wie gewohnt gebührenfreie Sparpläne neu einrichten und bestehende nahtlos fortführen. Darüber hinaus wird man auch in Zukunft weiterhin zu den vertrauten Konditionen handeln können.“ Apropos Sparpläne: Schau dir gleich den ETF-Sparplan-Vergleich an und lass dein Vermögen wachsen.

Fazit: Mehr Leistung statt höherer Gebühren

Mit den jüngsten Ankündigungen zeigen sowohl Trade Republic als auch Scalable Capital, dass das PFOF-Verbot nicht zu einem Rückschritt für Privatanleger führen muss. Im Gegenteil: Während Trade Republic den Handel um Bestpreis-Ausführung, internationale Handelsplätze und ein leistungsfähiges Web-Terminal erweitert, setzt Scalable Capital auf eine eigene Börseninfrastruktur und eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette. Für Anleger bedeutet das: mehr Auswahl, mehr Transparenz und weiterhin günstige Konditionen.

So behalten aktive Anleger den Überblick

Wer regelmäßig handelt oder mehrere Depots parallel nutzt, verliert schnell den Überblick. Der extraETF Portfolio Tracker bündelt deshalb Depots verschiedener Banken und Broker in einer zentralen Übersicht und wertet Performance, Asset-Allokation und Transaktionen automatisch aus.

Gerade für Vieltrader bietet das einen spürbaren Mehrwert: Käufe, Verkäufe, Dividenden und Ausschüttungen werden zentral dokumentiert, die Entwicklung des Gesamtvermögens lässt sich brokerübergreifend verfolgen und die Performance einzelner Strategien objektiv vergleichen. So behalten Anleger auch bei einer hohen Zahl an Transaktionen jederzeit den Überblick – unabhängig davon, ob sie bei Trade Republic, Scalable Capital oder mehreren Brokern gleichzeitig investieren.