
MSCI World wächst: Was Anleger über das Griechenland-Comeback wissen sollten
Griechenland kehrt im Mai 2027 in den bekannten MSCI World zurück. Gilt es für ETF-Anleger jetzt etwas zu beachten? Eine kurze Einordnung.
MSCI hat entschieden: Griechenland wird vom Schwellenland wieder in die Kategorie der entwickelten Märkte aufgenommen. Damit kehrt das Land in den MSCI World zurück, den wichtigsten Aktienindex für Industrieländer. Die Umsetzung erfolgt allerdings erst im Mai 2027. Bis dahin bleibt Griechenland Bestandteil der Emerging Markets. Für Anleger bedeutet das: Kurzfristig ändert sich nichts.
Griechenland: Ein Land mehr im Index
Mit der Aufnahme wächst der MSCI World von 23 auf 24 Länder. Anders als man vermuten könnte, wird dafür kein anderes Land abgestuft oder entfernt. Es handelt sich um eine reine Erweiterung des Index. Strukturell bleibt der MSCI World damit nahezu unverändert. Die Gewichtung der großen Märkte verschiebt sich nur minimal.
Warum der Effekt so klein ist
Entscheidend ist nicht, wie viele Länder im Index enthalten sind, sondern wie stark sie gewichtet sind. Und hier spielt Griechenland nur eine Nebenrolle. Der griechische Aktienmarkt ist im internationalen Vergleich sehr klein. Entsprechend dürfte das Gewicht im MSCI World voraussichtlich nur bei rund 0,1 Prozent liegen. Kleinere entwickelte Märkte wie Portugal oder Neuseeland bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung. Die dominante Rolle der USA bleibt dadurch praktisch unberührt. Auch innerhalb Europas verschieben sich die Gewichte nur minimal.
| Tipp: Griechenland rauf, Indonesien runter – erfahre mehr über die Macht der Indexanbieter. |
Welche griechischen Unternehmen relevant sind
Auch wenn das Gesamtgewicht gering ist, konzentriert sich der griechische Aktienmarkt auf einige wenige große Unternehmen. Diese dürften nach der Aufnahme maßgeblich den Griechenland-Anteil im MSCI World stellen:
- National Bank of Greece
- Eurobank Holdings
- Alpha Services and Holdings (Alpha Bank)
- Piraeus Financial Holdings
- OPAP (Glücksspiel/Lotterien)
- OTE (Telekommunikation, Teil der Deutschen Telekom)
- Mytilineos (Industrie & Energie)
- Motor Oil Hellas
Auffällig ist die starke Dominanz des Bankensektors. Finanzwerte machen einen erheblichen Teil des griechischen Aktienmarktes aus, ergänzt durch einzelne Industrie- und Telekommunikationsunternehmen.
Was bedeutet das für ETF-Anleger?
Für Anleger, die über einen MSCI-World-ETF investieren, erfolgt die Anpassung automatisch. Die Indexanbieter nehmen die Umstellung vor, und ETFs folgen entsprechend. Die praktische Auswirkung auf das Portfolio bleibt jedoch kaum messbar. Weder Rendite noch Risiko verändern sich spürbar. Auch Umschichtungseffekte innerhalb der ETFs sind aufgrund der geringen Gewichtung vernachlässigbar.
| Tipp: Noch breiter als mit dem MSCI World kannst du mit ETFs auf den MSCI ACWI anlegen. Erfahre also mehr über das Thema MSCI World vs. MSCI ACWI. |
Mehr Signal als Substanz
Die Rückkehr Griechenlands ist vor allem symbolisch zu verstehen. Nach der Schuldenkrise und der Herabstufung im Jahr 2013 markiert die Entscheidung die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes. Für globale Anleger ist das zwar eine positive Entwicklung, aber keine, die eine Anpassung der eigenen Strategie erfordert.
Die Aufnahme Griechenlands ändert an MSCI-World-ETFs kaum etwas – bei einem erwarteten Gewicht von rund 0,1 Prozent bleibt der Einfluss minimal. Mit dem extraETF Portfolio Tracker lassen sich solche Veränderungen dennoch transparent im eigenen Portfolio nachvollziehen. Und du siehst immer, in welchem Umfang die einzelnen Länder in deinem Depot vertreten sind.