21. Februar 2026
Rente: Reichen 500.000 Euro für den Ruhestand?

Rentenlücke bei jedem zweiten Deutschen: Mit ETFs entgehst du der Altersarmut

Mehr als die Hälfte der Deutschen haben eine Rentenlücke von mehr als zehn Jahren. Du solltest frühzeitig gegensteuern, um für das Alter vorzubauen.

Die Rentenlücke greift in Deutschland, aber auch weltweit um sich. Eine Studie von Fidelity International in Zusammenarbeit mit dem National Innovation Centre for Ageing (NICA) zeigt, dass zwei von fünf (42 %) Menschen ab 50 Jahren weltweit eine Rentenlücke von mindestens einem Jahrzehnt haben. Die neue Studie von Fidelity, The Longevity Revolution: Preparing for a New Reality, unterstreicht, dass Menschen sich anders auf ein längeres Leben vorbereiten müssen. Basierend auf einer globalen Untersuchung in 13 Märkten und detaillierten Befragungen von über 11.800 Teilnehmern ab 50 Jahren legt der Bericht die wachsende Kluft zwischen steigender Lebenserwartung und finanzieller Vorsorge offen.

Gefährliche Rentenlücke

Ermittelt wurde die Zehnjahreslücke durch den Vergleich der Lebenserwartung im jeweiligen Land mit der Erwartung der Befragten, wie lange ihre Altersvorsorge reicht. Weltweit planen 42 Prozent um mindestens zehn Jahre zu kurz; in Deutschland sind es sogar mehr als die Hälfte (54 %). Mit der weiter steigenden Lebenserwartung wächst diese Herausforderung. Bis 2050 werden weltweit voraussichtlich 3,67 Millionen Menschen das Alter von 100 Jahren erreichen. Betrachtet man eine potenzielle Lebensspanne von 100 Jahren, haben fast vier von fünf Menschen ab 50 Jahren (81 %) eine Lücke von mehr als einem Jahrzehnt – mit deutlichen Unterschieden je nach Land. In Deutschland steigt dieser Wert sogar auf fast neun von zehn (87 %), die nicht ausreichend vorbereitet sind.

Tipp: Lies dir gleich unseren Wissensbeitrag „Rentenlücke: Wie kann ich meine Wunschrente erzielen?“ durch.

Das große Problem: „Die Menschen leben heute länger als je zuvor. Viele bereiten sich aber immer noch auf einen Ruhestand vor, wie ihn ihre Eltern und Großeltern erlebt haben. Die Diskrepanz zwischen Lebenserwartung und Sparhorizont birgt das Risiko, dass viele schlecht vorbereitet sind. Mit der richtigen Planung kann ein längeres sorgenfreies Leben Realität werden – aber dafür braucht es ein neues Denken und frühzeitiges Handeln“, sagt Susanna Wooders, Deutschland-Chefin bei Fidelity International.

Du solltest frühzeitig handeln

Nicht nur wegen der gestiegenen Lebenserwartung, sondern auch, um die volle Wucht der Aktienmärkte auszuschöpfen, solltest du möglichst früh anfangen. Im besten Fall geht es schon im Kindesalter mit der geplanten Frühstart-Rente los, einem Förderprogramm der Bundesregierung für Kinder. „Eine gut ausgestaltete Frühstart-Rente kann hier den Unterschied machen. Sie legt den Grundstein für eine zukunftsfähige Altersvorsorge und führt Jungen und Mädchen gleichberechtigt an das Thema Vermögensaufbau heran“, sagt Henriette Peucker, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts (DAI).

Tipp: Hier geht es zu unserem Rentenlückenrechner.

„Gerade Mädchen profitieren langfristig von einem frühen Einstieg in die Altersvorsorge“, betont Peucker. Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer und stecken zugunsten von Kindern und der Pflege Angehöriger beruflich und finanziell nach wie vor mehr zurück. „Das macht sich als Rentenlücke bemerkbar“, so Peucker.

Wie Anleger gegensteuern können: ETFs und Sparpläne als Schlüssel

„Wer früh versteht, wie Geldanlage funktioniert und warum sich langfristiges Aktiensparen lohnt, wird später selbstbewusster und erfolgreicher mit Geld umgehen“, meint Peucker. Gerade für Privatanleger bietet sich eine breit streuende Aktienanlage auf lange Sicht an.  „Wer langfristig investiert, kann solide Erträge von durchschnittlich sechs bis neun Prozent pro Jahr erwirtschaften“, fährt Peucker fort. Lege dir also globale ETFs und regelmäßige Sparpläne zu. Das sind praktikable Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und die Rentenlücke zu schließen. Das Wichtigste in Kürze:

  • Breite Diversifikation: Weltweite ETFs wie der MSCI ACWI oder FTSE All-World ermöglichen Investments in tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern – und reduzieren das Risiko einzelner Märkte.
  • Kosteneffizienz: ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds und damit ideal für langfristige Anlagehorizonte.
  • Zinseszinseffekt nutzen: Ein monatlicher Sparplan über 30 oder 40 Jahre kann selbst mit kleinen Beträgen (z. B. 100 Euro pro Monat) ein beachtliches Vermögen aufbauen – insbesondere durch den Zinseszinseffekt.
  • Inflationsschutz: Aktienmärkte haben historisch langfristig eine höhere Rendite als klassische Sparprodukte – und bieten damit Schutz vor Kaufkraftverlust im Alter.
Tipp: Du suchst nach einem Welt-ETF? Schau dir gleich unsere ETF-Empfehlungsliste für den globalen Aktienmarkt an. 

Positive Einstellung, aber Handlungsbedarf

Trotz der mangelnden Vorbereitung zeigt die Fidelity-Studie auch einen gewissen Optimismus hinsichtlich des Ruhestands. Zwei von drei (68 %) Rentnern beschreiben ihre Einstellung diesbezüglich als positiv, verglichen mit etwas mehr als der Hälfte (56 %) der Noch-nicht-Rentner. In Deutschland beschreiben 60 Prozent der Rentner ihre Einstellung als positiv, verglichen mit nur 54 Prozent der Noch-nicht-Rentner.

Sieben von zehn der Befragten (70 %) erwartet, länger zu arbeiten – vor allem, um geistig und körperlich aktiv zu bleiben (38 %) und weniger aus finanzieller Notwendigkeit (26 %). Dieser Trend zeigt, dass finanzielle Unabhängigkeit und aktive Lebensgestaltung zunehmend Hand in Hand gehen.

Die vier Säulen für ein langes, stabiles Leben

Finanzielle Stabilität, körperliche Gesundheit, emotionales Wohlbefinden und soziale Kontakte sind entscheidend, um sich auf ein zufriedenes, langes Leben vorzubereiten.
„Wenn die Finanzen gesichert sind, können Menschen in ihre Gesundheit investieren, soziale Kontakte pflegen und dem Ruhestand mit Zuversicht begegnen. Sind sie es nicht, ist das gesamte Gefüge im Ungleichgewicht.“

Tipp: Schau dir gleich den ETF-Sparplan-Vergleich sowie den Depot-Vergleich an.

Mit ETFs und einer frühzeitigen Finanzplanung lässt sich die erste Säule – finanzielle Stabilität – gezielt stärken. Das schafft die Grundlage, auch die anderen Lebensbereiche aktiv zu gestalten.

Erfolgsfaktoren für ein finanziell gesundes Alter

Die Studienverfasser der Fidelity-Studie nennen fünf entscheidende Erfolgsfaktoren, um einen Fahrplan für ein erfülltes Leben im Ruhestand aufzustellen:

  1. Finanzielle Sorgen frühzeitig angehen – Wer sich frühzeitig finanziell weiterbildet und beraten lässt, reduziert Stress und Unsicherheit.
  2. Innovation in Technologie fördern – Digitale Plattformen, KI-gestützte Tools und personalisierte Beratung schließen Lücken in der Finanzkompetenz und ermöglichen eine effektivere Planung.
  3. Gesundheit und Pflege priorisieren – Die frühzeitige Planung von Gesundheit und Pflege ist entscheidend. Wer rechtzeitig für beides vorsorgt, beseitigt große Unsicherheiten, unterstützt seine Selbstständigkeit und verbessert die Lebensqualität.
  4. Vertrauen in öffentliche Systeme und Institutionen stärken – Transparente Kommunikation, verlässliche Produkte und konsistente politische Rahmenbedingungen sind unerlässlich, um Vertrauen in die Rentensysteme zu schaffen.
  5. Ganzheitliches Wohlbefinden unterstützen – Rechtzeitige Maßnahmen in allen vier Säulen – finanziell, körperlich, emotional und sozial – sorgen dafür, dass kein Aspekt des ganzheitlichen Wohlbefindens vernachlässigt wird und Menschen ein längeres, gesünderes und stärker vernetztes Leben genießen können.

Fazit: Jetzt handeln – für finanzielle Freiheit im Alter

„Ein längeres Leben sollte etwas sein, worauf man sich freuen kann – nichts, was Angst macht. Wir können die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen länger und erfüllter im Ruhestand leben. Organisationen und politische Entscheidungsträger, die dieses Thema klug angehen, unterstützen nicht nur Einzelne dabei, Sicherheit und Sinn zu finden, sondern schaffen auch eine Gesellschaft, die wohlhabender, gesünder und stärker ist als je zuvor“, sagt Wooders.

Für Privatanleger bedeutet das: Frühzeitig investieren, regelmäßig sparen, global denken.
Mit einem disziplinierten ETF-Sparplan, automatisiertem Investment und klarer Strategie lässt sich die Rentenlücke schließen – und der Ruhestand nicht nur absichern, sondern aktiv gestalten.