8. Januar 2026
Deutsche Wirtschaft: Schlechte Daten, Dax auf Allzeithoch

Deutsche Aktien 2026: Kommt jetzt die große Outperformance gegenüber Europa?

Gute Aussichten für deutsche Aktien. Experten trauen dem hiesigen Aktienmarkt in diesem Jahr mehr zu als dem übrigen europäischen.

Der deutsche Aktienmarkt könnte vor einer Phase relativer Stärke stehen. Zwar bleibt das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd, doch umfangreiche fiskalische Impulse, geldpolitische Lockerungen und verbesserte Gewinnperspektiven sprechen dafür, dass deutsche Aktien europäische Titel mittelfristig übertreffen könnten. Entscheidend ist dabei weniger die aktuelle Konjunkturlage als der erwartete Wendepunkt ab 2026.

Die Ausgangslage für deutsche Aktien

Die deutsche Wirtschaft stagniert seit Jahren, das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb 2025 nahezu unverändert, und zentrale Industriezweige wie Chemie, Maschinenbau und Automobilindustrie leiden unter hoher Kostenbelastung, geringer Kapazitätsauslastung und internationalem Wettbewerbsdruck. Didier Borowski, Head of Macro Policy Research am Amundi Investment Institute, ordnet die Lage klar ein: „Deutschland befindet sich nach einem schwachen Wachstum 2025 und zwei vorangegangenen Rezessionsjahren in einer Phase struktureller Stagnation, in der Industrie und Exporte in der Krise stecken.“ Hinzu kommt der demografische Gegenwind: Die Erwerbsbevölkerung schrumpft schneller als im Rest der Eurozone, was das langfristige Wachstumspotenzial zusätzlich belastet.

Gleichzeitig markiert die Finanzpolitik einen historischen Bruch mit der Vergangenheit. Mit einem außerplanmäßigen Finanzpaket von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur- und Klimainvestitionen über zwölf Jahre – rund elf Prozent des BIPs von 2025 – sowie zusätzlichen kreditfinanzierten Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben entsteht ein fiskalischer Impuls von erheblichem Ausmaß. Für den Zeitraum 2025 bis 2029 plant der Bund eine kumulierte Nettokreditaufnahme von rund 850 Milliarden Euro, wodurch sich die Bundesverschuldung von 1,7 Billionen Euro Ende 2024 innerhalb von fünf Jahren um etwa 50 Prozent erhöhen dürfte. Borowski verweist auf den konjunkturellen Hebel solcher Maßnahmen: „Wir wissen, dass in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche fiskalische Konjunkturmaßnahmen eine größere Wirkung haben, da die Multiplikatoren am Tiefpunkt des Konjunkturzyklus höher sind.“

Der aktuelle Stand

Kurzfristig bleiben die Effekte allerdings begrenzt. Im Oktober nahm der Sonderfonds für Infrastruktur und Klima nach Zahlen von Amundi Kredite von rund 13 Milliarden Euro auf, ein Drittel der für 2025 geplanten Summe. Vom 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr wurden bislang nur 35 Milliarden Euro ausgegeben. Die Verteidigungsausgaben lagen 2025 bei 45 Milliarden Euro und damit 24 Milliarden Euro unter dem Zielwert. Entsprechend mahnt Borowski zur Vorsicht: „Insgesamt glauben wir, dass die Risiken für das Wachstum kurzfristig weiterhin nach unten tendieren.“ Amundi erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 und für 2027 von 1,1 Prozent, während der Marktkonsens bei bis zu 1,3 bzw. 1,6 Prozent liegt.

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Für den Aktienmarkt sind die Aussichten entscheidend

Für den Aktienmarkt rückt dennoch der mittlere Zeithorizont in den Vordergrund. Ab 2026 dürften höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben das Wachstum um etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte steigern, mit weiteren positiven Effekten ab 2027. In diesem Umfeld sieht Amundi klare Chancen für deutsche Aktien. „Wir glauben, dass deutsche Aktien auch 2026 attraktive Renditen erzielen und sogar europäische Aktien übertreffen könnten.“ Unterstützt werde dies durch fiskalische Impulse, geldpolitische Lockerungen, nachlassende Zollrisiken und ein günstigeres Währungsumfeld.

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Trotz aller Risiken bleibt der mittelfristige Ausblick konstruktiv. Borowski fasst die Perspektive so zusammen: „Wir sind jedoch mittelfristig optimistisch und rechnen ab 2027 mit einer deutlicheren Erholung, sofern das Tempo der Reformen zunimmt.“ Gelingt es, Investitionen konsequent umzusetzen und strukturelle Hemmnisse abzubauen, könnten deutsche Aktien tatsächlich den Schritt von der Aufholbewegung zur nachhaltigen Outperformance gegenüber Europa schaffen.

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