22. Januar 2026
Aktien aus Deutschland: Das spricht jetzt für Dax und Co

Dax im Wendepunkt-Jahr: Fiskalwende, EZB und die Chance auf 26.000 Punkte

Der Dax verlässt die Stagnation: Fiskalwende, EZB-Spielraum und geknackte 25.000 Punkte nähren die Hoffnung auf eine nachhaltige Neubewertung.

Die Lage der Wirtschaft Deutschlands hellt sich leicht auf. „Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent gewachsen. Nach zwei Jahren schrumpfender wirtschaftlicher Leistung ist das eine erfreuliche Entwicklung. Auch im vierten Quartal ist die Wirtschaft um rund 0,2 Prozent gewachsen“, sagt Martin Moryson, Globaler Leiter Economics der DWS. Oder wie Violeta Todorova, Senior Research Analystin bei Leverage Shares & Income Shares, es auf den Punkt bringt: „Für Europas größte Volkswirtschaft markiert 2026 weniger eine Renaissance als vielmehr einen potenziellen Wendepunkt sowie eine Phase der Neubewertung.“

Aussichten der Wirtschaft lassen Dax-Anleger hoffen

2023 und 2024 waren für die deutsche Wirtschaft harte Jahre: Rezession, schwache Industrieauslastung, hohe Energiekosten und zunehmender Wettbewerbsdruck aus China. Auch 2025 kam kaum Schwung auf. Doch unter der Oberfläche hat sich etwas verändert. Fiskalpolitik und Geldpolitik drehen gleichzeitig in eine unterstützende Richtung. Zwar gingen die Investitionen in Deutschland im Vorjahr zurück. „Für das laufende Jahr gibt es jedoch auch erste Hoffnungsschimmer. Zum einen dürften die staatlichen Investitionen insbesondere in Rüstungsgüter im laufenden Jahr kräftig zulegen, zum anderen gibt es Anzeichen, dass sich die Erholung im Bau fortsetzen sollte. Dieser schloss das vergangene Jahr zwar noch negativ ab, aber der staatliche Tiefbau und der private Wohnungsbau sollte dieses Jahr zulegen“, meint Moryson.

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Für die Börse ist das entscheidend. Denn Aktienmärkte reagieren nicht auf das absolute Wachstum, sondern auf die Richtung. Oder anders gesagt: Wenn jahrelang Stillstand herrschte, reicht schon moderate Dynamik, um Kurse zu bewegen.

Fiskalwende als Rückenwind für den Dax

Besonders wichtig für den Dax ist die neue Rolle des Staates. Lockerungen der Schuldenbremse, ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Klima sowie steigende Verteidigungsausgaben verändern den Ertragshintergrund vieler Indexschwergewichte. Industrie- und Finanzwerte könnten in der Vordergrund rücken.

Todorova betont, dass Märkte nicht auf die perfekte Umsetzung warten: „Doch fiskalische Impulse entfalten ihre stärkste Wirkung an den Märkten häufig nicht dann, wenn sie ihren Höhepunkt erreichen, sondern wenn sich die Erwartungen drehen.“ Genau dieser Punkt rückt 2026 näher.

Risiken bleiben – vor allem von außen

Ganz ohne Gegenwind geht es aber nicht. Handelskonflikte, insbesondere mit den USA, belasten die exportorientierte Wirtschaft. Zölle treffen vor allem die Automobilindustrie, aber auch Maschinen- und Chemieunternehmen. Gleichzeitig wird der stärkere Euro zunehmend zum Problem für international tätige Konzerne. Trotzdem ist die Richtung klar: Deutschland diversifiziert seine Handelsbeziehungen, die Abhängigkeit vom US-Markt sinkt – nicht aus Strategie, sondern aus Notwendigkeit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) streckt bereits seine Fühler Richtung Indien aus, um die Wirtschaftsbeziehungen auszubauen.

Zinsen, EZB und Profiteure im Index

Mit einer Inflation nahe zwei Prozent bekommt die EZB Spielraum. Ein stabileres oder leicht sinkendes Zinsniveau entlastet vor allem Banken, Versicherungen und zyklische Werte – allesamt stark im Dax vertreten. Für dich als ETF-Anleger heißt das: weniger Bewertungsfantasie, aber mehr Ertragssicherheit. „Für den Dax bedeutet dies weniger Bewertungsfantasie, da die Multiplikatoren bereits moderat sind, sondern vor allem höhere Ertragssicherheit“, so Todorova.

Bewertung und Technik: 25.000 geknackt, 26.000 im Blick

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 17 scheint der Dax im internationalen Vergleich moderat bewertet. Eine massive Übertreibung sei nicht zu sehen. Technisch bleibe der langfristige Aufwärtstrend intakt. „Die Marke von 25.000 Punkten wurde zu Beginn des Jahres direkt mal geknackt und ebnet den Weg in Richtung neuer Rekordstände“, fährt die Expertin fort. Der Bereich um 26.000 Punkte rückt damit für den Dax in Reichweite.

Eine Dax-Position?

Oft entstehen die nachhaltigsten Renditen nicht am Höhepunkt des Zyklus, sondern am Beginn einer Neubewertung. Wer diese kommen sieht, kann über eine moderate Dax-Position nachdenken. Beachte: Übertreibe es nicht mit dem heimischen Aktienmarkt. Home-Bias zählt zu den häufigsten Anlegerfehler. Überwache daher stets dein Depot und nutze dazu den extraETF Portfolio Tracker.