
Deshalb solltest du Schwellenländeranleihen-ETFs 2026 auf dem Schirm haben
Schwächerer US-Dollar, sinkende Inflation und hohe Realrenditen: Warum Schwellenländeranleihen-ETFs 2026 wieder attraktive Chancen bieten.
Nach einem Jahrzehnt der US-Dollar-Dominanz verändern sich die weltweiten Marktbedingungen und eröffnen neue Chancen für Schwellenländeranleihen. „Wenn der US-Dollar schwächer wird, sinkt die Last der Fremdwährungsschulden, die Währungen der Schwellenländer werden stabiler und die Nachfrage nach Rohstoffen nimmt zu“, stellen Thomas Christiansen, Head of Emerging Markets Fixed Income und Sergio Tarazona, Investment Specialist – EMD bei der Union Bancaire Privée fest. Diese Kombination führe zu besseren Fundamentaldaten und steigere die Renditen. Das gegenwärtige Umfeld spiegle vergangene Phasen wider, in denen Schwellenländeranleihen bei einem schwachen US-Dollar eine Outperformance erzielten.
Schwellenländeranleihen winken mit üppigen Renditen
Die Rentenmärkte treten in eine neue Phase ein: Während die US-Zinskurve auch 2026 eine weitere Versteilerung erleben könnte, sollte Europa nach Ansicht von Experten stabiler bleiben. Gleichzeitig punkten Schwellenländer mit hohen Realrenditen und attraktiver Zinsdynamik. „Für renditeorientierte Anleger gibt es damit zahlreiche Möglichkeiten, ihre Portfolioperformance aufzupeppen“, sagt Thorsten Fischer, Managing Director und Head of Portfolio Management bei Moventum AM.
Die Inflationsseite
Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, steigende Staatsschulden, nachlassende Dynamik in den USA, schleppende Erholung in Europa – die Weltwirtschaft ist nicht arm an Herausforderungen. Ein Problem aber hat sich vorerst verabschiedet: die Inflation. Doch aufgrund des längsten Government-Shutdowns der US-Geschichte wurden die jüngsten US-Inflationsdaten mit Verzögerung veröffentlicht und sind auch inhaltlich mit Vorsicht zu interpretieren: „Teile der Datengrundlage mussten geschätzt oder konnten gar nicht erhoben werden, weshalb die Zahlen unter Ökonomen als unsicher gelten“, so Fischer. Nichtsdestotrotz ist in den USA sowohl die Gesamtinflation (2,7 Prozent) als auch die Kerninflation (2,6 Prozent) zuletzt deutlich gefallen, insbesondere die Wohnkosten drücken die Teuerungsrate. In der Eurozone herrscht Preisstabilität, die Inflationserwartungen sind gut verankert.
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Das Vorgehen der Notenbanken
Getrieben durch die Schwäche am Arbeitsmarkt senkte die Federal Reserve (Fed) im Dezember ihren Leitzins auf 3,50 bis 3,75 Prozent und deutete eine weitere moderate Lockerung für 2026 an. Am Markt werden derzeit sogar bis zu drei Zinssenkungen erwartet. In der Eurozone hat die Zentralbank momentan keinen Handlungsbedarf, der seit 2024 bestehende Zinszyklus läuft aus.
Attraktive Laufzeiten
Für festverzinsliche Wertpapiere bedeutet das nach Ansicht der Experten von Moventum AM: In den USA wird die Zinsstrukturkurve wohl steiler – das kurze Ende durch die Fed gen Süden, das lange Ende wegen der Skepsis rund um die Schuldensituation stabil oder gen Norden. Somit dürfte vor allem das lange Laufzeitsegment bei Staatsanleihen anfällig bleiben. Schon moderate Renditeanstiege führen dort zu überproportionalen Kursverlusten. „Attraktiv erscheinen uns Positionierungen im mittleren Bereich der Kurve (drei bis fünf Jahre) oder am kurzen Ende (ein bis drei Jahre), die von Zinssenkungen profitieren dürften und zugleich ein überschaubares Risiko aufweisen“, so Fischer.
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Bei US-Hochzinspapieren haben sich die Risikoprämien inzwischen deutlich normalisiert, die Zinsaufschläge liegen nach Zahlen von Moventum AM mit rund 317 Basispunkten Spread nun leicht über dem Jahresbeginn. „Solide Fundamentaldaten vieler Emittenten und anhaltend hohes Investoreninteresse stützen das Segment“, erklärt Fischer. Das Renditeniveau von rund 6,5 Prozent bleibe attraktiv – insbesondere für jene Anleger, die keine Konjunkturverlangsamung erwarten.
Chancen für Schwellenländeranleihen
Echte Chancen auf Zusatzerträge bieten nach Dafürhalten Fischers Papiere aus Schwellenländern. Sie profitieren seiner Meinung nach derzeit von drei zentralen Faktoren: hohe Realrenditen, ein schwächerer US-Dollar und die Aussicht auf Zinssenkungen in vielen Schwellenstaaten. Kein Wunder, haben doch zahlreiche Zentralbanken der Schwellenländer die Inflation frühzeitig bekämpft und verfügen nun über geldpolitischen Spielraum. „Schwellenländer-Anleihen, insbesondere in Lokalwährung, bieten derzeit ein attraktives Gesamtpaket“, erklärt Fischer, „bestehend aus hohen Realrenditen, potenziellen Währungsgewinnen und einer vorteilhaften Zinsdynamik.“ Gleichzeitig aber bleibe ein sorgfältiges, länderspezifisches Risikomanagement entscheidend. Nachfolgend zeigen wir dir ein Investitionsbeispiel für einen Schwellenländeranleihen-ETF in lokaler Währung.
Sorge für den richtigen Mix aus Aktien und Anleihen
Auf der Aktienseite hast du mit Sicherheit deine Hausaufgaben bereits erledigt. Allerdings können Anleihen für Stabilität sorgen. Doch was ist das richtige Mischverhältnis? Um das herauszufinden, nutzt die einfach den Risikokapazitätsrechner. Da jedoch jeder weitere (Anleihe-) ETF die Komplexität des Gesamtdepots erhöht, gilt es auch hier den Überblick zu bewahren. Das geht am einfachsten mit dem extraETF Portfolio Tracker.