
Trend zu Private Markets: So investierst du heute schon wie die Profis
Private Markets galten lange als exklusiv. Neue Angebote von Trade Republic und Goldman Sachs öffnen sie jetzt auch für Privatanleger.
Private Markets waren über Jahrzehnte ein Spielfeld für institutionelle Investoren, Family Offices und sehr vermögende Privatpersonen. Doch dieses Bild verändert sich gerade rasant. Der Wunsch nach stabileren, widerstandsfähigeren Portfolios treibt das Interesse an alternativen Anlageklassen deutlich an – und erreicht zunehmend auch Privatanleger.
Die Global Private Wealth Survey 2026 des Private-Markets-Spezialisten Hamilton Lane zeigt, wie stark dieser Trend ist. Vermögensberater weltweit sehen Private Markets heute nicht mehr als exotische Risikoanlage, sondern als festen Bestandteil moderner Portfolios. „Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, welch zunehmend wichtige Rolle Private Markets in den Portfolios von Vermögensberatern spielen – insbesondere aufgrund der Vorteile bei der Portfoliooptimierung und Diversifikation“, sagt James Martin, Leiter globale Kundenlösungen bei Hamilton Lane. Doch was bedeutet das für dich als Privatanleger?
Was Private Markets für dein Portfolio bedeuten
Private Markets umfassen Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen, Infrastrukturprojekte oder private Finanzierungen. Der große Unterschied zu Aktien liegt darin, dass diese Investments nicht täglich an der Börse bewertet werden, sondern sich über unternehmerische Entwicklung entfalten. Genau darin liegt für viele Anleger der Reiz, denn Private Markets können Schwankungen klassischer Märkte abfedern und neue Renditequellen erschließen. „Während die Zahl der Börsennotierungen weltweit stagniert, haben sich die privaten Märkte mit einem Volumen von fast 20 Billionen US-Dollar etabliert“, sagt Anton Pil, globaler Leiter alternativer Anlagelösungen bei J.P. Morgan Asset Management.
| Tipp: Du hast neben ETFs noch Einzelaktien oder denkst über Private Markets nach? Dann solltest du unbedingt den extraETF Portfolio Tracker nutzen, um den Überblick zu behalten. |
Lange Zeit war dieser Markt für Privatanleger kaum zugänglich. Hohe Mindestinvestments, lange Kapitalbindungen und komplexe Fondsstrukturen stellten massive Hürden dar. Doch diese Hürden beginnen zu fallen. Privatanleger sowie Altersvorsorgesysteme aus der ganzen Welt haben zunehmend die Möglichkeit, ebenfalls an den privaten Märkten zu investieren. Dies ist zum einen auf regulatorische Änderungen, die den Zugang zu alternativen Anlagen erweitern, und zum anderen auf das wachsende Interesse an Infrastruktur und anderen Real Assets zurückzuführen. „Diese Demokratisierung des Marktzugangs wirkt sich auf die Anlegerbasis aus und setzt zusätzliche Wachstumsimpulse“, ist Pil sicher. Schauen wir uns jetzt konkrete Beispiele dieser „Demokratisierung“ an, wie du als Privatanleger mitmischen kannst.
Einstieg ab einem Euro: Wie Trade Republic Private Markets öffnet
Mit seinem Private-Markets-Angebot senkte Trade Republic Ende 2025 die Einstiegsschwelle drastisch. Über die App kannst du bereits mit kleinen Beträgen in Fonds investieren, die Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen bündeln und von erfahrenen Managern verwaltet werden. Der Zugang funktioniert ähnlich einfach wie bei ETFs oder Aktien, erfordert aber einen längeren Anlagehorizont und die Bereitschaft, kurzfristige Liquidität zugunsten langfristiger Chancen aufzugeben. Damit wird Private Equity für viele Privatanleger erstmals praktisch erlebbar – ohne geschlossene Fonds oder fünfstellige Mindestbeträge. Erfahre jetzt mehr über das Thema „Private Markets: Bei Trade Republic kannst du jetzt wie die Reichen investieren“.
| Tipp: Ebenfalls relativ neu in diesem Kontext ist die Möglichkeit, in ELTIFs zu investieren. Sind ELTIFs besser als ETFs oder nur teure Investmentprodukte? |
In diesem Zusammenhang solltest du auch den Begriff „ELTIF“ kennen. „In dieser neuen Ära ist der Zugang zu alternativen Anlageklassen für Investoren unerlässlich, um an Innovationen und Wachstum in der aktivsten Unternehmensphase teilzuhaben und Portfolios robuster aufzustellen“, so Pil. Mit Vehikeln wie den European Long-Term Investment Funds (ELTIFs) werde dieser Zugang zunehmend auch für eine breitere Anlegerbasis möglich, um Portfolios durch unkorrelierte Sachwerte sowie aktive Managerstrategien robuster aufzustellen.
Der ETF-Weg: Private Equity mit täglicher Liquidität
Einen anderen Ansatz verfolgt Goldman Sachs – nämlich mit einem ETF, was den Zugang für dich noch einmal erleichtert. So bildet der Goldman Sachs MSCI World Private Equity Return Tracker ETF (WKN: A41GBC) einen entsprechenden Index ab, der die langfristigen Renditemuster von Private-Equity-Investments nachzeichnet, investiert dafür jedoch in börsennotierte Aktien. Für dich bedeutet das, dass du ein Private-Equity-nahes Renditeprofil erhältst, den ETF aber jederzeit über deinen Broker handeln kannst.
Der ETF verbindet damit zwei Welten: die Renditechancen von Private Markets und die Liquidität sowie Transparenz klassischer ETF-Produkte. Gerade für Anleger, die keine langen Kapitalbindungen eingehen wollen, kann das ein attraktiver Einstieg sein.
Behalte dein Vermögen im Blick
So einfach der Zugang heute auch ist: Private Markets sind kein Selbstläufer und risikobehaftet. Zudem veränderst du bewusst du Struktur deines Portfolios. Gerade, wenn du solche Investments tätigst, gilt es das Chance-Risiko-Verhältnis das Gesamtportfolio zu kennen. Das ist mit Augenmaß gar nicht so leicht, aber keine Sorge: Der extraETF Portfolio Tracker hilft dir ganz wesentlich.