Egal, wie die Bundestagswahl ausgeht: Mach dir die Aktienrente selbst
Die Bundestagswahl findet am 23. Februar statt, das ist sicher. Nicht sicher ist die Zukunft der Aktienrente. Mach sie dir einfach selbst.
Der Wahlkampf biegt auf die Zielgerade. Jüngst preschte die Union damit hervor, Kinder künftig beim Kapitalaufbau zu unterstützen. „Dass insgesamt die Mehrheit der deutschen Anleger staatliche ETF-Investitionen für Kinder gutheißen, ist sehr positiv zu bewerten. Schließlich kann gerade auf lange Sicht die Geldanlage in Aktien, wie sie über ETFs abgedeckt werden kann, einen großen Beitrag zu einem nachhaltigen Vermögensaufbau leisten. Dank der langen Zeitspanne von Kindheit bis zum Ruhestand können zwischenzeitliche Schwankungen am Aktienmarkt gut verkraftet werden“, erklärt XTB-Deutschland-Chef Jens Chrzanowski. Egal, welche Konzepte sich am Ende durchsetzen, es gilt: Nimm deinen Vermögensaufbau also selbst in die Hand!
Deshalb wäre die Aktienrente sinnvoll
„Der bisherige Generationenvertrag für die Rente geht längst nicht mehr auf und wird es wohl auch nie wieder. Die Alterspyramide der deutschen Bevölkerung ist völlig aus der Form geraten. Zu wenige junge Erwerbstätige zahlen in die Rentenkasse ein, um damit ältere, verrentete Menschen zu versorgen“, sagt Andreas Schyra, Vorstandsmitglied der PVV AG in Essen. Diese Thematik ist bereits seit Jahrzehnten absehbar. „Der grundsätzliche Ansporn, Gelder zur Altersvorsorge am Kapitalmarkt und insbesondere in Aktien anzulegen, ist daher vollkommen berechtigt“, meint Schyra und rät insbesondere jungen Menschen nicht darauf zu warten, ob und wann die Politik in Deutschland eine wie auch immer geartete Aktienrente einführt. Der Fachmann appelliert damit an die Eigenverantwortung.
Hol dir einen ETF-Sparplan
Aktienrente hin, Aktienrente her: in jedem Fall solltest du dir einen oder mehrere ETF-Sparpläne zulegen. Selbst, wenn du jetzt noch in der Ausbildung oder im Studium bist, fang einfach bereits mit kleinen Summen an, später kannst du immer noch aufstocken.
Tipp: Etliche ETFs lassen sich bei Direktbanken und Neobrokern kostenlos besparen. Nutze also gleich den ETF-Sparplan-Vergleich. |
Nutze die Kraft des Zinseszinses
Für die Motivation liefert Schyra gleich noch ein Beispiel mit: Ein Sparer zahlt über einen Zeitraum von 25 Jahren monatlich 100 Euro in einen oder mehrere Sparpläne ein. Zudem wird unterstellt, dass im Durchschnitt eine Rendite von fünf Prozent vor Steuern erzielt wird. Das ist realistisch. Schließlich erzielte der globale Aktienmarkt in den vergangenen 25 Jahren jährlich eine durchschnittliche Wertentwicklung von etwa sechs Prozent.
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Am Ende des Ansparzeitraums wurden insgesamt 30.000 Euro aus eigener Kraft angelegt. Die Wertsteigerung der ETFs bringt zusätzliche 28.823,65 Euro. In Summe stehen dem Anleger am Ende der Ansparphase 58.823,65 Euro zur Verfügung. Die angesparten Beträge haben sich nahezu verdoppelt.
Ausdauer wird belohnt
In diesem Beispiel sei es nicht entscheidend, dass die Anlage jedes Jahr konstant eine Rendite von fünf Prozent erzielt. Es komme vielmehr darauf an, die Sparleistung von 100 Euro monatlich in guten und in schlechten Börsenphasen durchzuhalten. Das führt zu einem geglätteten durchschnittlichen Einkaufskurs über die gesamte Ansparphase hinweg. In schlechten Kapitalmarktphasen mit sinkenden Kursen werden für die 100 Euro mehr Anteile des ETFs erworben als in Phasen mit höheren Kursen. „Die entstehende Glättung des durchschnittlichen Einstandskurses nennt sich Cost-Average-Effekt und trägt maßgeblich zum Gesamterfolg des Vermögensaufbaus bei“, erklärt Schyra. Erfahre alles über den Cost-Average-Effekt.
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„Entscheidend ist es, den Sparbetrag unbeirrt beizubehalten. Über einen langen Zeitraum können die deutlich höheren Schwankungen aufgrund des Cost-Average-Effektes vernachlässigt werden. In den letzten 25 Jahren kam es zu zahlreichen Krisen an den Kapitalmärkten. Für den langfristigen Erfolg waren sie alle zu vernachlässigen“, fäht Schyra fort.
Wenn du im weiteren Berufsverlauf deine Raten von 100 auf 200, 400 oder 600 Euro erhöhst, schlägt der Zinseszinseffekt noch viel drastischer ins Gewicht. Nutzen wir hierfür den ETF-Sparplanrechner. Wir bleiben bei den 25 Jahren und dem Zinssatz von fünf Prozent. Die Sparrate soll nun allerdings 600 Euro pro Monat betragen. Ohne Anfangskapital gehabt zu haben, würden wir dann in 25 Jahren knapp 353.000 Euro haben.
Keine Angst vor Aktien
Die breite Streuung mittels Welt-ETFs und der beschriebene Cost-Average-Effekt sollte dir die Angst vor Aktien nehmen. „Vielmehr ist es wichtig, den Vermögensaufbau mit Fondssparplänen mutig zu beginnen, mutig zu bleiben und sich von Krisen nicht beirren zu lassen“, so Schyra. Und ganz wichtig: Möglichst früh mit ETF-Sparplänen loslegen.