4. Februar 2025
Bundestagswahl 2025: Das bieten die Parteien für Privatanleger

Bundestagswahl 2025: Das bieten die Parteien für Privatanleger

Am 23. Februar steht die Bundestagswahl an. Wir haben uns alle relevanten Parteien angesehen und beleuchten, was sie für Privatanleger bringen würden.

Wenn es um die Altersvorsorge und die Angebote für Privatanleger geht, haben die politischen Parteien in Deutschland sehr unterschiedliche Konzepte. Gerade im ETF-Bereich und für Privatanleger ist es wichtig, sich über die verschiedenen Vorschläge zu informieren. Nachfolgend klappern wir kurz und knapp die Parteien ab. Die Reihenfolge richtet sich nach den aktuellen Umfragewerten.

CDU/CSU und die Aktienrente

Die CDU/CSU-Fraktion setzt auf ein Konzept namens „Frühstarterrente“. Die „Frühstarterrente“ richtet sich an junge Menschen, die frühzeitig mit dem Sparen für ihre Altersvorsorge beginnen. Dieses Modell soll durch staatliche Anreize und möglicherweise durch ETF-basierte Anlageformen attraktiver gestaltet werden. Im Programm für die Bundestagswahl schlagen CDU und CSU vor, dass jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren jeden Monat zehn Euro in ein eigenes Kapitalmarktdepot als „Startvermögen“ eingezahlt bekommen soll.

Die „Aktivrente“ fördert eine längere Erwerbstätigkeit über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus. Dabei können Privatanleger und Erwerbstätige durch steuerliche Vorteile und zusätzliche Investmentmöglichkeiten, etwa durch ETFs, ihre finanzielle Situation im Alter weiter verbessern. Für Privatanleger bedeuten diese Konzepte der CDU/CSU, dass frühzeitiges Investieren und ein verlängerter Verbleib im Berufsleben durch gezielte staatliche Maßnahmen unterstützt werden sollen.

AfD und das „Junior-Spardepot“

Ähnlich wie die Union fordert auch die AfD eine Förderung für Kinder. So hat die Partei im Sommer 2024 einen Antrag zu einem „Junior-Spardepot“ gestellt. ETF-Engagements sollten demnach ab der Geburt bis zur Volljährigkeit mit 100 Euro im Monat staatlich gefördert werden. Grundsätzlich fordert die AfD eine verstärkte Eigenverantwortung in der Altersvorsorge. Die Partei hat in ihrem Rentenkonzept die Einführung kapitalgedeckter Fondssparpläne vorgeschlagen, die durch eine unabhängige Gemeinschaftsstiftung verwaltet werden sollen. Diese Pläne zielen darauf ab, die Altersvorsorge zu stärken und könnten potenziell auch ETF-Investitionen umfassen.

Konkrete Förderungen für Privatanleger umfassen vor allem steuerliche Erleichterungen bei der privaten Vorsorge. Die AfD spricht sich dafür aus, den Steuerfreibetrag für Kapitalerträge von derzeit 1.000 Euro (bzw. 2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare) deutlich anzuheben. Darüber hinaus wird die Möglichkeit erwogen, Kapitalerträge aus längerfristigen Anlagen komplett steuerfrei zu stellen, um langfristige Investments zu fördern.

SPD und Förderung für Mittel- und Geringverdiener

Staatliche Förderung sollen nur noch für Altersvorsorgeprodukte fließen, deren Kosten transparent und gedeckelt sind. Außerdem sollen nur kleinere und mittlere Einkommensbezieher Unterstützung erhalten. Wo mittlere Einkommen aufhören und große beginnen, lässt sich dem Wahlprogpramm nicht entnehmen.

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Grüne und die Bürgerrente

Die Grünen wollen mit der „Bürgerrente“ eine nachhaltige Altersvorsorge schaffen. Dabei soll ein staatlich verwalteter Fonds („Bürgerfonds“) aufgebaut werden, der auch in grüne ETFs und nachhaltige Investments investiert. Anders als etwa beim FDP-Konzept des Generationenkapitals wollen die Grünen also eine ökologische und soziale Komponente einbauen. Demnach soll der Fonds Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen und sich am 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens ausrichten.

Linke und die Ablehnung von Aktienspekulation

Die Linke lehnt die Idee einer Aktienrente oder staatlichen Investitionen in den Kapitalmarkt ab. Stattdessen fordert sie eine Stärkung der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung. Als Sofortmaßnahme würde die Linkspartei das gesetzliche Rentenniveau auf 53 Prozent anheben.

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BSW und die Skepsis vor Aktien

Ähnlich wie die Linke ist auch das BSW in Sachen privater Altersvorsorge eingestellt. Im Wahlprogramm heißt es: Keine Spekulation mit der Rente am Aktienmarkt. Wer 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, müsse abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen können.

FDP und der Aktienmarkt

Ganz anders als die Haltungen von Linke und BSW ist die Einstellung der FDP in Sachen Altersvorsorge. Die Liberalen haben bereits zu Ampel-Zeiten das sogenannte „Altersvorsorgedepot“ vorgeschlagen. Die Idee: Der Staat soll dabei helfen, dass Privathaushalte über den Kapitalmarkt ihr Vermögen aufbauen können. Da wir dazu einen eigenen Wissensartikel verfasst haben, solltest du dir gleich diesen Beitrag zum Altersvorsorgedepot durchlesen.

Was ist von den Konzepten der neuen Bundesregierung zu halten?

Von den genannten Parteien haben sicher nicht alle die gleichen Chancen, der neuen Bundesregierung anzugehören. BSW, Linke und FDP müssen  ohnehin um den Einzug in den Bundestag bangen. Bei der AfD erscheint zumindest bei dieser Wahl eine Regierungsbeteiligung unwahrscheinlich. Daher haben wir für dich ein eigenes Video produziert, bei dem wir jene Parteien beleuchten, die sich Hoffnungen auf Regierungsbeteiligung machen können.

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Fazit: Jede Partei hat ihre eigenen Vorstellungen

Bei der Altersvorsorge und der Förderung der Anlegerkultur unterscheiden sich die Parteien deutlich. Während einige eher auf den Staat setzen, plädieren andere für eine Stärkung der Kapitaldeckung.