
10 überraschende Marktideen für 2026 – was sie für Dich als ETF-Anleger bedeuten
Gegen den Konsens gedacht: Paul Jacksons Aristotle List zeigt zehn mögliche Marktideen für 2026 – und ihre Relevanz für dein ETF-Depot.
Der Invesco-Stratege Paul Jackson veröffentlicht jedes Jahr seine sogenannte „Aristotle List“ als Marktideen. Darin geht es ausdrücklich nicht um klassische Prognosen, sondern um Szenarien, die zwar unwahrscheinlich erscheinen, aber durchaus eintreten könnten – jeweils mit einer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 30 Prozent.
Marktideen für dein Portfolio
„Es ist an der Zeit, zentrale Szenarien zu vergessen und über unwahrscheinliche, aber mögliche Ergebnisse nachzudenken“, so Jackson. Gerade für dich als ETF-Anleger ist dieser Ansatz spannend. Denn starke Marktbewegungen entstehen häufig dann, wenn sich der Konsens als falsch erweist. „Ich bin davon überzeugt, dass sich mit einer erfolgreichen Positionierung gegen den Konsens die höchsten Renditen erzielen – oder die höchsten Verluste vermeiden – lassen“, setzt Jackson noch einen obendrauf. Und hier sind die zehn gewagten Thesen, samt Einschätzung für dich:
1. Die Demokraten gewinnen 2026 beide Kammern des US-Kongresses
Bei den US-Zwischenwahlen verliert die Partei des amtierenden Präsidenten historisch oft an Einfluss. Jackson hält es deshalb für möglich, dass die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zurückerobern. Für die Kapitalmärkte wäre das weniger dramatisch, als es politisch klingt: Ein politischer Stillstand bedeutet oft weniger weitreichende Eingriffe, was Börsen in der Vergangenheit nicht selten gutgetan hat. Für dich heißt das: Politische Unsicherheit ist nicht automatisch schlecht für dein ETF-Depot.
2. US-Small Caps schlagen die „Magnificent 7“
US-Tech-Giganten haben die Märkte jahrelang dominiert. Jackson stellt infrage, ob sich dieser Trend fortsetzt. Sollte die US-Wirtschaft breiter wachsen und Zweifel an der Wirtschaftlichkeit mancher KI-Investitionen zunehmen, könnten kleinere Unternehmen profitieren. Sollte die US-Wirtschaft mehr Fahrt aufnehmen, könnte (endlich) die Zeit der Small-Caps gekommen sein. Für dich ist das ein Hinweis darauf, dass stark Tech-lastige ETFs nicht alternativlos sind und breiter gestreute Indizes wieder an Bedeutung gewinnen könnten. Hier zeigen wir die einen ETF auf US-Nebenwerte:
3. Der japanische Yen wertet deutlich auf
Der Yen ist laut Jackson historisch stark unterbewertet. Er rechnet damit, dass sich das ändert, weil die japanische Notenbank die Zinsen weiter anhebt, während andere Zentralbanken eher lockern. Ein Wechselkurs von 140 Yen je US-Dollar wäre zwar ein großer Schritt, erscheint ihm aber angesichts der Bewertungslücke plausibel. Für dich ist das besonders bei Japan-ETFs ohne Währungsabsicherung relevant.
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4. Langfristige britische Staatsanleihen rentieren niedriger als US-Anleihen
Jackson erwartet, dass 30-jährige britische Staatsanleihen Ende 2026 niedriger rentieren als ihre US-Pendants. Seine Begründung: Die langfristige Haushaltslage der USA könnte sich stärker verschlechtern als die Großbritanniens. Für dich als ETF-Anleger zeigt das, dass Anleihe-Diversifikation über Länder hinweg wichtiger sein kann als viele vermuten.
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5. Keir Starmer bleibt britischer Premierminister
Wir bleiben in Großbritannien: Trotz sehr schlechter Umfragewerte glaubt Jackson, dass Premierminister Keir Starmer im Amt bleibt. Der Grund liegt weniger in seiner Popularität als in den parteiinternen Machtverhältnissen. Für die Märkte wäre das ein Signal relativer Kontinuität – und damit eher beruhigend als belastend. Also: Eher weniger relevant für dein Depot. Dennoch ist Depot in gutes Stichwort: Solltest du noch bei einem weniger attraktiven Anbieter sein, solltest du gleich einen Blick auf den Depot-Vergleich werfen.
6. Argentinische Staatsanleihen schlagen globale Indizes
Argentinische Staatsanleihen bieten extrem hohe Renditen, weil das Land als risikoreich gilt. Jackson verweist jedoch auf sinkende Schuldenquoten und den Reformkurs von Präsident Milei. Angesichts der Begeisterung für Präsident Mileis Reformpolitik und der Unterstützung durch die USA vermutet Jackson aber, dass die Renditen kaum zu übertreffen sein werden. Für dich ist das kein Basisinvestment, sondern höchstens eine hoch spekulative Beimischung – mit entsprechendem Risiko, zumal es ohnehin derzeit in Deutschland keinen Argentinien-ETF gibt.
7. Der CO₂-Preis in der EU steigt über 100 Euro
Unabhängig davon, ob Nachhaltigkeit gerade im Fokus steht, sieht Jackson den Klimawandel als entscheidenden ökonomischen Faktor. Er glaubt, dass der Klimawandel der größte externe Effekt ist, mit dem wir konfrontiert sind. Ein deutlich höherer CO₂-Preis hätte spürbare Folgen für Industrie, Energieerzeuger und Versorger – und damit auch für viele europäische Aktien-ETFs.
8. Kenianische Aktien outperformen erneut
Kenia zählt zu den kleinsten Aktienmärkten der Welt, könnte aber dank günstiger Bewertungen und hoher Dividendenrenditen erneut besser abschneiden als große Märkte. Für dich ist das vor allem ein Beispiel dafür, dass Renditen oft abseits der bekannten Standardindizes entstehen. Es gibt jedoch – ähnlich wie im Fall Argentiniens – derzeit keinen entsprechenden ETF mit deutscher Vertriebszulassung.
9. Der Goldpreis gibt deutlich nach
Gold profitiert derzeit von geopolitischen Risiken und hoher Staatsverschuldung. Jackson warnt jedoch, dass nach der starken Rally die Nachfrage zurückgehen könnte. „Ich fürchte, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger früher oder später von der Preisdynamik auf das Preisniveau verlagern wird“, so Jackson. Für dich bedeutet das: Auch Gold-ETCs sind kein Selbstläufer und unterliegen teils deutlichen Schwankungen.
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10. England erreicht das WM-Finale 2026
Und noch für unsere Fußball-Fans unter den extraETF.com-Nutzern: Jackson erwartet, dass England bei der Weltmeisterschaft im Sommer 2026 das Finale erreicht, dort aber gegen Spanien verliert. Die Botschaft dahinter: Überraschungen passieren – auch wenn sie nicht dem allgemeinen Erwartungsbild entsprechen. Wir raten natürlich an dieser Stelle ausdrücklich von Sportwetten ab, setze lieber auf ETF-Sparpläne. Hier geht es zum ETF-Sparplan-Vergleich.
Chancen und Risiken im Depot managen
Die „Aristotle List“ erinnert daran, dass die größten Risiken oft dort liegen, wo sich alle einig sind. Selbstverständlich ist eine Umsetzung dieser Marktideen mit einem gewissen Risiko verbunden. Gerade, wenn du von der neutralen Marktgewichtung abwichst und gezielte Schwerpunkte setzen möchtest, ist die Gefahr groß, den Überblick zu verlieren und sich bei drohenden Risiken zu verzetteln. Nutze dazu also unbedingt den extraETF Portfolio Tracker, so verlierst du nie die Kontrolle über dein Depot.