1. Oktober 2026

ROUNDUP 3: Tankrabatt startet mit stark fallenden Preisen

(Aktualisierung: Der Text wurde um ein Statement des Vorsitzenden der Monopolkommission Tomaso Duso ergänzt, zudem wurden Aussagen des ADAC angepasst.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Tankrabatt hat zum Start vielerorts für stark fallende Spritpreise gesorgt. Bereits um Mitternacht herum wurden Benzin und Diesel abrupt billiger. Bis zum Morgen ging es noch deutlich weiter nach unten: Der ADAC ermittelte um 8.00 Uhr für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,062 Euro. Das waren 14,5 Cent weniger als zum gleichen Zeitpunkt am Mittwoch. Diesel kostete um 8.00 Uhr im Schnitt 2,209 Euro - das waren 15,2 Cent weniger 24 Stunden zuvor.

"Damit kam bereits am Vormittag ein Großteil der steuerlichen Entlastung von rund 17 Cent bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an", bewertet der Verkehrsclub die aktuellen Preise. Das Spritpreisportal Tankerkönig zeigte auch am Vormittag weiter sinkende Preise, wenn auch nicht mehr in gleicher Geschwindigkeit.

E10 oft unter 2 Euro

Vielerorts wurde Superbenzin der günstigeren Sorte E10 für weniger als 2 Euro angeboten, wie aus dem Portal des ADAC hervorgeht. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede: In München, Stuttgart oder Leipzig gab es sehr viele solcher Angebote. In Berlin waren es zahlreiche, in Hamburg und Köln gab es dagegen nur wenige bis kaum solcher Angebote. Für den zuletzt deutlich teureren Diesel-Kraftstoff blieben die Preise in der Regel aber klar über zwei Euro.

Der Morgen ist seit Einführung der 12-Uhr-Regel allerdings ein vergleichsweise günstiger Tankzeitpunkt. Am späten Vormittag fallen die Preise oft noch ein Stück weiter, steigen dann mittags aber stark an - oft um mehr als 20 Cent pro Liter. Der ADAC kündigte an, die Preise am Mittag im Blick zu behalten. Die aktuelle Entwicklung zeigte, welche Dynamik im Kraftstoffmarkt bestehe und dass es Spielraum für niedrigere Preise gebe.

16,7 Cent pro Liter Steuerrabatt

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Wie vollständig dies an die Verbraucher weitergegeben wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es gibt keine direkte Verpflichtung der Tankstellen, die Preise zu senken. Zudem sind Berechnungen dazu komplex. Der ADAC mahnte allerdings, dass die "Preissenkungen nicht durch spätere Erhöhungen wieder einkassiert werden" dürften.

Die Preise waren bereits am Dienstag und Mittwoch gefallen. Am Mittwoch hatte ein Liter E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt laut ADAC 2,242 Euro gekostet - das waren 3,4 Cent weniger als am Montag, ein Liter Diesel hatte mit 2,390 Euro zu Buche geschlagen und war damit 3,5 Cent billiger als am Montag.

Schon beim vorigen Tankrabatt war umstritten, wie vollständig er weitergegeben wurde. Auch damals hatte sich aber bereits mitten in der Nacht ein deutlicher Rückgang gezeigt. Forscher des Ifo-Instituts haben bereits angekündigt, dass sie die Weitergabe - wie schon beim ersten Tankrabatt - genau analysieren wollen.

September war mit Abstand teuerster Tankmonat bisher

Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Reaktion auf die aktuell extrem hohen Spritpreise auf den Weg gebracht. Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das hatte sich sogar in der Inflationsrate niedergeschlagen.

Die Maßnahme ist umstritten. Der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso kritisierte, dass man aus dem letzten Tankrabatt "nichts gelernt" habe. "Schon damals kam nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule an. Trotzdem geben Bund und Länder erneut rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder aus, ohne dass das Geld gezielt bei denen landet, die es am nötigsten brauchen. Wer viel tankt und ein großes Auto fährt, bekommt am meisten." Statt an der Zapfsäule zu experimentieren, sollte die Bundesregierung direkte Zahlungen an einkommensschwache Haushalte und kleine Betriebe vorbereiten.

Auch der Chef des Ifo-Instituts in München, Clemens Fuest, sagte auf Anfrage, der Tankrabatt sei nicht die richtige Antwort. Unter den profitierenden Vielfahrern mit großen Autos seien "viele, die sich die hohen Preise leisten können und bei denen es nicht zu rechtfertigen ist, dass zu ihren Gunsten Lasten umverteilt werden."

Die Mineralölwirtschaft widerspricht dem Vorwurf, dass der Nachlass nicht komplett ankomme. Befürworter des Rabatts verweisen unter anderem darauf, dass es aktuell kein besseres Mittel gebe, um Autofahrer zu entlasten./ruc/DP/mis